Einruhr - „Schöne Aussicht”: Durch die „Eifelblicke” zu neuen Ehren

„Schöne Aussicht”: Durch die „Eifelblicke” zu neuen Ehren

Von: rpa
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Ein bekannter und beliebter Au
Ein bekannter und beliebter Aussichtspunkt ist die „Schöne Aussicht”, inzwischen auch als „Eifelblick” ausgeschildert, bei Dedenborn. Foto: P. Stollenwerk

Einruhr. Die „Schöne Aussicht” macht ihrem Namen alle Ehre: Der Blick von oben herab ist herrlich. Tief unten im Tal liegt Einruhr, auf der anderen Seite ist auf einem Bergrücken Dedenborn zu sehen. Und vis a vis das Ödland der Hochfläche bei Dreiborn.

Dichtes Strauchwerk aus Ginster, Heide, Weiden und Waldbeeren umsäumen den felsigen „Gipfel”, auf dem ein Kreuz ragt. Die „Schöne Aussicht” hoch über dem Rurtal gehört zu den schönsten „Eifelblicken” in der Gemeinde Simmerath, die Initiative dazu ist im touristischen Masterplan „Erlebnisregion Nationalpark Eifel” begründet. „Aussichtspunkte bieten einen hohen landschaftlichen Erlebniswert”, heißt es dort. Die „Schöne Aussicht” (440 Meter über NN), gelegen an der B266 zwischen Kesternich und Einruhr, nahe am ABK-Wohnheim „Schöne Aussicht”, erfüllt ganz besonders die Anforderung an einen Aussichtspunkt mit hoher Qualität.

Das mächtige Steinkreuz auf dem „Gipfel” erinnert an den Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV, der am 26. Juli 1856 auf seiner Reise von Aachen nach Trier auch Monschau besucht hat.

Bei seinem Besuch in Monschau wurde dem König eindringlich auch das Eisenbahn-Projekt Vennbahn vorgetragen. Dennoch dauerte es noch fast 30 Jahre, bis der erste Zug rollte. In jener Zeit war Bernhard Freiherr von Scheibler Landrat (1856-1866) im Landkreis Monschau (damals noch Montjoie). Er hat auf eigene Kosten das weithin sichtbare Kreuz errichten lassen (wie eine schwerlich zu entziffernde Inschrift im Sockel verrät), auch ließ er den „Aussichtspunkt zugänglicher machen, damit habe sich der Landrat um die „Verschönerung unserer Gegend sehr verdient gemacht”, berichtete am 30. April 1887 das Montjoie´r Volksblatt, also vor nunmehr 125 Jahren.

Im Krieg wurde das Kreuz zerstört, danach wurde es wieder aufgebaut. Allerdings wurde das Kreuz mehrfach von Rowdys umgeworfen. Später hat Norbert Becker (1929-1998) als Ortsvorsteher von Einruhr für ein stabiles Kreuz gesorgt. Der Sockel ist noch original aus dem Jahr 1887. Die Vorderseite des Kreuzes zeigt auf Einruhr, die Rückseite auf Dedenborn. Der Querbalken trägt die fast verwitterte lateinische Inschrift, die übersetzt lautet: „Durch das Kreuz zum Licht”.

Die „Schöne Aussicht” als neuer „Eifelblick”: Vom Parkplatz links an der B 266 von Kesternich nach Einruhr ist der Weg nicht weit zur „Schönen Aussicht”. Etwas unterhalb des ABK-Wohnheimes „Schöne Aussicht” führt ein Feldweg (Wiesenweg) rechts ab an Wiesen, Sträuchern und Büschen hinauf zum „Gipfel”. Im Rahmen des Projektes „Eifelblicke” wurde der Weg dorthin ausgeschildert, auch wenn die kleinen (dunkelbraunen) Schilder leicht zu übersehen sind.

Die „Schöne Aussicht” kommt durch die „Eifelblicke” zu neuen Ehren. Schon 1886 schwärmte Hermann Rehm von der „Schönen Aussicht”, als er Montjoie und das Ruhrtal beschrieb: „Seinen Namen verdient der Aussichtspunkt vollkommen, denn das Panorama, das sich hier vor unseren Blicken entrollt, ist von entzückender Schönheit, ein Bild von vollendeter Harmonie. Es eröffnet sich vor uns eine weite Perspektive, ausgefüllt durch Täler und Höhen in kühnen Steigungen.”

Und der Monschauer Heimatdichter Ludwig Mathar (1882 - 1958) hat 1927 in seinen „Wunder der Heimat” geraten: „Die Schöne Aussicht möge niemand versäumen.” Ludwig Mathar war begeistert von diesem Aussichtspunkt: „Wer nicht dort oben am Kreuze, 200 Meter über der Talsohle, auf spitzem Felskegel gestanden hat, gleichsam jubelnd schwebend im All, der hat das größte Wunder der Heimat nicht sonnen- und himmelstrunken erlebt.”

Es lohnt sich, seinen „Standort” an der „Schönen Aussicht” häufiger zu wechseln, immer wieder öffnen sich neue „Eifelblicke” ringsum und tief unten. Von oben herab führt ein steiler und schmaler Pfad (durch einen Eichenhain), der nach 2,1 Kilometern unten in Einruhr (Pleushütte,) auskommt. Allerdings ist das (kleine, aber schöne) Wandergebiet zwischen der Rur und Seifenauel nur dürftig ausgeschildert. Der historische Aussichtspunkt „Schöne Aussicht” liegt am Wanderweg 6 (Einruhr-Dedenborn-Rurberg) und am „Rurtal-Schlemmerweg”.
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