Schnelles Netz:Weiße Flecken verschwinden

Von: P. St.
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Schnellere Leitungen für Kesternich, Rurberg und Woffelsbach: Gerd Wolter von der Telekom zeigt, wie die schnelle Datenautobahn aussieht. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Der Dauer-Ärger über schleppende bis teilweise kaum vorhandene Internet-Verbindungen in den Ortschaften Kesternich, Rurberg und Woffelsbach ist beträchtlich. Jetzt aber können die genervten Nutzer so langsam das Schimpfen ausklingen lassen, denn nach dem Motto „Was lange währt, wird endlich gut“, erfolgt in Kürze für die drei kabel-technisch benachteiligten Orte in der Gemeinde Simmerath der Anschluss an die schnelle Datenautobahn.

Im nächsten Jahr soll die chronische Unterversorgung mit dem Ausbau der Breitbandanschlüsse ein Ende haben. Innerhalb der nächsten zwölf Monate soll eine Erhöhung der Übertragungsbitrate zwischen 6000 und 50.000 Bit umgesetzt werden.

Der Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung liegt inzwischen vor, und auch der Kooperationsvertrag mit der Deutschen Telekom (die den Zuschlag für die technisch und wirtschaftlich beste Lösung erhielt) ist unter Dach und Fach, so dass jetzt die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit Gerd Wolter, Telekom-Projektleiter für den DSL-Ausbau in Kommunen, die Verbesserungen der technischen Infrastruktur bekanntgeben konnten.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns freute sich, das nahe Ende der Unterversorgung zu verkünden, und erinnerte an die Bemühungen der Gemeinde in dieser Angelegenheit seit dem Jahr 2010. „Eine gute Internet-Infrakstuktur ist für die Kommunen heute so wichtig wie eine gute Verkehrsanbindung.“ Vor einem Jahr fragte die Gemeinde den Bedarf in den benachteiligten Orten Kesternich, Rurberg, Woffelsbach und Hechelscheid ab. Der Bedarf an einer schnelleren Internetverbindung wurde dabei sehr deutlich.

Für den Breitbandausbau in Hechelscheid ging allerdings kein Angebot ein, do dass der Steckenborner Ortsteil noch vertröstet werden muss. Dieser „weiße Fleck“ wie auch punktuell einige andere kleinere Problembereiche sollen laut Bürgermeister aber noch verschwinden. Insgesamt aber sei Simmerath in Kürze für eine ländliche Kommune gut aufgestellt.

Der Breitbandausbau ist nicht zum Nulltarif zu haben: 620.000 Euro kostet die Netzerweiterung. Der Zuwendungsbescheid deckt 75 Prozent der Kosten (464.000 Euro) ab, während der im Haushalt abgesicherte Eigenanteil der Gemeinde 160.000 Euro beträgt.

In den drei Ortschaften sind Tiefbauarbeiten zur Verlegung des Glasfaserkabels auf insgesamt 6,7 Kilometer Länge erforderlich. Es werden 10 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 16 Kabelverzweiger (Multifunktionsgehäuse) errichtet. Insgesamt sollen 1275 Anschlüsse ans Netz gehen. Die Leerrohre sind so dimensioniert, dass jederzeit eine Erhöhung der Leistung durch zusätzliche Kabelstränge möglich ist.

Gerd Wolter hofft auf gutes Bauwetter und einen zügigen Baufortschritt und verweist darauf, dass die Telekom mit dem Netzausbau in Lammersdorf, Huppenbroich und Dedenborn bereits Erfahrungen gesammelt habe.

Nach der Netzverstärkung sollen in Woffelsbach 70 Prozent der Anschlüsse zwischen 6000 und 16000 Bit/s erreichen, 50 Prozent liegen 16 000 und 25 000 Bit/s und 30 Prozent erreichen sogar bis zu 50000 Bit/s; in Kesternich erreichen 40 Prozent der Anschlüsse mehr als 25 000 Bit/s und 60 Prozent über 16 000 Bit/s. In Rurberg liegen 35 Prozent der Anschlüsse über 25000 Bit/s und 50 000 Prozent bei 16000 Bit/s. Die jeweilige Leistung ist stark abhängig von der Entfernung zur nächsten Verteilerstation.

Im Vorfeld der Maßnahme werden in den einzelnen Orten noch Infoveranstaltungen für Bürger angeboten. Hier können sich die Bürger über die Möglichkeit eines schnelleren Internetzugangs informieren – ebenso auch über die damit verbundene Erhöhung der Tarife. Denn nur wer einen schnelleren Anschluss wünscht, erhält diesen auch.

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