Schneller mit dem Bus nach Aachen und an den Rursee

Von: P. St.
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Der Bushof Simmerath erfüllt die Voraussetzungen für einen zentralen ÖPNV-Verknüpfungspunkt. Im neuen Nahverkehrsplan des AVV kommt dem Platzeine größere Bedeutung zu. Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Der Busverkehr in der Eifel soll in Zukunft schneller, regelmäßiger, organisierter und individueller werden. Das alles soll passieren, wenn im Zuge der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes für die Jahre 2015 bis 2020 das Busnetz des Aachener Verkehrsverbundes neu geordnet wird.

Die Eckpunkte des künftigen Busliniennetzes in der Städteregion Aachen stellte jetzt Hans Joachim Sistenich vom AVV dem Gemeinderat Simmerath vor, nachdem er bereits in Roetgen und Monschau den Zwischenbericht präsentiert hatte.

Die Verträge des AVV mit den Verkehrsunternehmen laufen 2017 aus wie auch Linienkonzessionen im AVV. Die demografische Entwicklung, die Neuordnung der Schullandschaft, die neuen Impulse durch den Eifelsteig und den Vennbahnradweg sowie steigende Pendlerzahlen bestimmen die neue Linienführung.

Auf den Takt kommt es an

Zurzeit ist das Liniennetz noch durch die zum Teil historisch gewachsene Struktur geprägt. Dies soll ersetzt werden durch ein durchgängiges und transparentes Taktystem im Südraum, d. h. die Busse fahren jeweils zur vollen oder halben Stunde und sind mit den Anschlussverbindungen abgestimmt. „Das ist der Qualitätssprung“, verspricht sich Sistenich eine weiter steigende Attraktivität des Nahverkehrs.

Ab 2017 soll es zudem zwei „lupenreine“ Schnellbusverbindungen von Simmerath (SB 63) und Monschau (SB 66) geben. Die Schnellbusse sollen bis ca. 18 Uhr im 30-Minuten-Takt fahren, bzw. stündlich über Paustenbach oder alternativ über Rollesbroich.

Eine zentrale Rolle bei den Planungen des AVV spielt die Situation am Knotenpunkt Roetgen, der an Bedeutung gewinnen soll und von dessen Leistungsfähigkeit auch die Fahrgäste aus Simmerath und Monschau in hohem Maße abhängig sind. Daher unterstützt der AVV das Konzept der Gemeinde Roetgen, den Bushof in einem neuen Gewerbegebiet am Ortsausgang in Richtung Aachen anzusiedeln.

Der AVV sähe gerne, dass der geplante ÖPNV-Verknüpfungspunkt nicht weiter auf die lange Bank geschoben würde, ansonsten müsse man an der Haltestelle Post für eine Zwischenlösung sorgen. Zur neuen Konzeption gehört auch, dass die Schnellbusse keinen zeitraubenden Schlenker mehr über den Roetgener Marktplatz machen sollen. Im Roetgener Gemeindegebiet ist dann ein Ortsbus vorgesehen, der die Fahrgäste zum Bushof bringt, wo sie Anschluss an die regionalen Linien finden.

Als Ziele der Neuordnung nannte Sistenich weiterhin die Beschleunigung des Verkehrs auf den Hauptachsen und die Flexibilisierung der Angebote in verkehrsschwachen Zeiten und Räumen. Voraussetzung für ein funktionierendes System sei eine schrittweise Beschleunigung der Linien durch Straffung der Wege, eine Modifikation der Haltepolitik und die Bevorrechtigung des ÖPNV an Ampelanlagen, Busspuren etc.. Sistenich verwies auf das Negativ-Beispiel Monschauer Straße. „Hier herrscht eine nicht tragbare Situation. Für ein reibungsloses ÖPNV-System müssten auch die Rahmenbedingungen stimmen“.

Auch eine direkte Verbindung zwischen den Bushöfen Imgenbroich und Simmerath (nicht über Konzen) soll eingerichtet werden.

Im Winter 2015/16 soll außerdem eine so genannter Multibus den Testbetrieb im Stadtgebiet Monschau aufnehmen. Hierbei handelt es sich um einen Rufbus, der 60 Minuten vor Fahrantritt angefordert werden kann. Dieses sehr individuelle Angebot für den ländlichen Raum hat sich im Kreis Heinsberg bereits seit über zehn Jahren bewährt. Der Multibus bedient nach Bedarf bestimmte Korridore. Besonders in der Flächengemeinde Simmerath sah Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns diesem Versuch jedoch skeptisch entgegen. Wesentlich aus Simmerather Sicht sei eine bessere und schnellere Verbindung nach Aachen.

Zur Steigerung der Fahrgastzahlen in den zurückliegenden vier Jahren wesentlich beigetragen hat der touristisch bedingte Nahverkehr, vornehmlich an den Wochenenden. So soll es im neuen Netz eine durchgehende Verbindung von Aachen nach Vogelsang („Nationalparklinie“) geben. Dennoch sah Sander Lutterbach (CDU) im Entwurf die touristischen Belange nicht genügend berücksichtigt, auch weil der AVV plant die Linie 64 (Simmerath-Rurberg) in den Abendstunden zurückzufahren. Zusätzliche Wünsche wollte Sistenich nicht ausschlagen: „Es muss nur alles bezahlt werden.“ Die Gemeinde Simmerath zahlt in diesem Jahr 430.000 Euro Umlage an den AVV; im kommenden Jahr sollen es sogar fast 500.000 Euro sein.

„Die touristische Anbindung ist von zentraler Bedeutung“, unterstrich auch Christoph Poschen (CDU). Dazu gehöre auch, dass die Schnittstelle zum ÖPNV im Kreis Euskirchen funktioniere.

Die Nationalparklinie, forderte Hermann-Josef Bongard (FDP), müsse auch eine reibungslose Bedienung der Orte Woffelsbach Rurberg und Einruhr sicherstellen, „denn der Nationalpark beginnt keineswegs erst in Vogelsang.“

Schülerverkehr abstimmen

Ein zentraler Punkt in den anstehenden Überlegungen ist auch der Schülerverkehr. Der Bedarf soll wegen der häufigen Veränderungsprozesse in jährlich stattfindenden Gesprächen mit den Schulträgern abgestimmt werden. Ziel ist es unter anderem, möglichst viel Schülerverkehr durch den Regelverkehr abzudecken. In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Hermanns noch einmal darauf hin, dass die so genannten Schülerbusse auch allen anderen Fahrgästen zur Verfügung stehen würden.

Die ersten Maßnahmen für das Busliniennetz sollen im Übrigen baldmöglichst umgesetzt werden und nicht erst mit dem Auslaufen der jetzigen Verträge im Jahr 2017. Der AVV will die Anregungen aus Simmerath in seine weiteren Überlegung mit einbeziehen.

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