Schneller als die Formel 1 durch Eifel-Lüfte

Von: julia Bäumler
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Es geht auch leiser: Auch wenn die Modellfluggruppe Kranich so manches Segelflugzeug besitzt, packt sie immer wieder die lauteren Maschinen aus. Foto: imago/Peter Sandbiller

Simmerath/Huppenbroich. Was mit dem „kleinen Uhu“, einem Segelflugzeug, und gerade mal 15 jungen Bastelfreunden vor 40 Jahren begann, endet am Dienstag mit Modellflugzeugen, die schneller als ein Rennwagen fahren kann, durch die Lüfte düsen.

Fast schon unglaublich: Mit bis zu 400 km/h kann ein Modellflugzeug durch die Luft düsen, erklärt Ralf Huppertz, Mitglied der Modellfluggruppe Kranich 70 e.V. und Besitzer eines Modellhelikopters. Diese 400 km/h erreiche noch nicht mal ein Formel 1 Wagen, verdeutlicht es auch der 2.Vorsitzender Winfried Roder.

„Für die einen ist es Lärm, für uns ist es Musik in den Ohren“, sagt Winfried Roder über die Geräusche, die ihre Flugzeuge verursachen.

Doch für viele scheint es Lärm zu sein. Sitze man sonntags auf der Terrasse und wolle sich von der vergangen Woche erholen, denke man im ersten Moment ein Motorrad rase am Garten vorbei. Doch dann stelle sich heraus, dass der Lärm von oben komme. So beschreibt ein Anwohner die Lage an den Wochenenden.

Gerade am vergangenen Samstag sei tagsüber viel geflogen worden. So musste am Nachmittag nach Angaben von Winfried Roder auch die Polizei ausrücken, und einem Hinweis auf „gefährliche Flugmanöver“ nachgehen.

Am Flugplatz hatten sich 15 Besitzer von Jetflugzeugen in Modellform getroffen. Diese werden mit einem Verbrennungsmotor angetrieben. Doch aus Sicht von Winfried Roder war keine Gefahr vor Ort. Schließlich war er als Flugleiter anwesend und „Gefährliches würden wir gar nicht dulden“, erklärt er. Kunstflug sei auch bei Modellflugzeugen nicht gefährlich. Seiner Meinung nach handle es sich hier um eine eher individuelle Sichtweise. „Immerhin waren nur sehr disziplinierte, sehr erfahrene Modellflieger anwesend. Wir wollen uns an Regeln halten, und keinen Ärger verursachen“, versichert Roder.

Diese Regeln seien klar und nicht gebrochen worden. Die Jets würden zwar, durch den Motor und durch die hoch ansteigende Drehzahl der Strahlturbine, ein relativ lautes Geräusch verursachen, erklärt Roder. Es liege aber eine offizielle Genehmigung für den Flugplatz und den Flugbetrieb von 10 bis 20 Uhr vor. Des Weiteren müsse sich auch an den vorgeschriebenen Lärmpegel gehalten werden. Dieser werde für jedes Flugobjekt mit Verbrennungsantrieb gemessen, bevor es auf dem Flugplatz in Simmerath in die Lüfte steigen dürfe. „Auf freiwilliger Basis halten wir zudem noch eine zweistündige Mittagspause von 12 bis 14 Uhr ein, im Rahmen der guten Nachbarschaft“, sagt Roder

Doch auch wenn alle Vorschriften ordnungsgemäß erfüllt werden, beruhigt das nicht unbedingt die entnervten Anwohner, für die ein Entspannen auf der Gartenliege an vielen Sonntagen nicht ohne Geräuschkulisse möglich ist.

Winfried Roder appelliert deshalb an die Bewohner, ebenfalls Rücksicht zu nehmen. Schließlich komme so ein Treffen der Jets nur sehr selten vor. Das letzte Mal wurde sich dafür in Simmerath im Jahr 2007 getroffen. In diesem Jahre seien es nun mal die Kraniche gewesen, die die Kölner, Würselener und sogar zwei Luxemburger zum gemeinsamen Jetfliegen eingeladen hatten. Und zur Beruhigung der Anwohner sagt er noch: „Bis jetzt verzeichnet die Modellfluggruppe nur einen Jetflugzeugbesitzer.“

Die Modellfluggruppe lasse ihre Modelle nur in der Sommerzeit in die Lüfte steigen, zur Winterzeit sei die Bastelphase angesagt, erläutert Roder weiter.

Im Sommer trainieren freitags zwei Stunden lang die Jugendlichen, und an manchen Samstag und Sonntagnachmittagen die erwachsenen Modellbauer. „Wenn man sonst über den Flugplatz geht kann man nur Vögel zwitschern und Schafe blöken hören“, so Winfried Roder.

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