Schneeschaufeln als Wintersportdisziplin

Von: Carmen Krämer und Heiner Schepp
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Manni Stein, seit 2012 Betreiber des Sommer- und Wintersportzentrums, ist derzeit viel mit seinem Ski-Bob unterwegs. Die Lifte laufen derzeit täglich ab 12 Uhr, Infos gibt‘s unter Telefon 02472/4172. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Blickt man derzeit aus dem Fenster, könnte man glatt auf die Idee kommen, die Weihnachtsdekoration wieder vom Speicher zu holen. Die seit Tagen pausenlos fallenden Schneeflocken verwandeln die Region in eine prachtvolle Winterlandschaft, und nur die Tatsache, dass die Tage immer länger werden, erinnert uns gerade daran, dass demnächst der Frühling und nicht das Christkind kommt.

Wintersportler freuen sich über den anhaltenden Schneefall, Kinder kommen endlich dazu, ihre neuen Schlitten auszuprobieren und mal ehrlich – das freundliche Weiß gefällt den meisten doch besser als das triste Grau, das wir über die Weihnachtszeit täglich vor Augen hatten.

Manfred Stein, Betreiber des Skihangs in Rohren, zeigt sich besonders erfreut über den langen und späten Winter: „In den letzten beiden Jahren hatten wir den Lift nicht einen einzigen Tag in Betrieb. Dieses Jahr lief er schon zehn Tage, das ist also sehr erfreulich.“

Die Umbauarbeiten von der Sommerbobbahn zum Skibetrieb sind sehr aufwändig und rechnen sich nicht, wenn die Wintermonate so schneearm sind wie in den letzten zwei Jahren. „Ich hatte sogar schon mal überlegt, diesen Winter einfach nicht umzubauen. Aber vergangenen Sonntag hatten wir ungefähr 200 Besucher, da hätte ich mich schon geärgert.“

Sehr viel los war in Rohren auch in der Woche nach Karneval. „Da hatten die Belgier noch Ferien, das hat sich bei uns gut bemerkbar gemacht. Jetzt sind es in der Woche natürlich wieder weniger, aber am Montag hatten wir immer noch rund 30 Skifahrer hier.“

Fast alle Loipen sind gespurt

Wie viele Gäste derzeit wegen des Winters in die Region kommen, kann die Monschau Touristik nicht genau sagen. „Die Leute haben so gute Möglichkeiten, sich im Internet über das Wetter und die Angebote vor Ort zu informieren, dass wir keine definitiven Aussagen zu den Besucherzahlen machen können“, erklärt Barbara Frohnhoff von der Monschau Touristik. „Wir bekommen aber trotzdem noch immer bis zu 100 Anrufe am Tag, anhand derer sich die Leute über Loipen, Lifte und über den Skiverleih informieren wollen.“

Und da nach Information von Udo Prick von der Stadt Monschau die meisten Loipen am Wochenende gut gespurt waren, herrschte hier reger Betrieb – ob in Rohren, Kalterherberg, Höfen oder auch in Lammersdorf.

Nicht jeder freut sich aber über die weiße Pracht. „Ich bin es so leid!“, hört man die Leute auf der Straße sagen. Oder: „Wann kommt endlich der Frühling? Diese Kratzerei und Schneeschöpperei muss aufhören!“ Und natürlich gibt es auch wieder einige Beschwerden über den Winterdienst. Gerade beim Dauerschnee am vergangenen Wochenende konnte schon mal der Eindruck entstehen, der Winterdienst habe den Winter schon abgehakt oder ihm sei das Salz ausgegangen.

Dabei arbeitet die Straßenmeisterei mit acht Fahrzeugen von 3 Uhr nachts bis 23 Uhr, um die Straßen und das riesige Eifeler Straßennetz von Kalterherberg bis Kalkhäuschen zu räumen und zu streuen. „Salz haben wir genug, ich habe jetzt noch 500 Tonnen bestellt, die am Mittwoch kommen werden“, macht Bruno Alzer von der Straßenmeisterei in Rollesbroich deutlich, dass man keineswegs schon Räumfahrzeuge oder Dienste reduziert habe.

Zu den Beschwerden sagt er: „Wir tun unser Bestes und können nicht neben jeder Schneeflocke stehen und warten bis sie runtergefallen ist.“ Die Arbeitsabläufe an sich seien normal, ungewöhnlich sei allerdings, dass es von Freitag bis Montag ohne Pause durchgeschneit hat.

Schon traditionell bringt der späte Februarwinter die Fußballer in Terminnot. Ist dies für die Eifel noch normal, so rollte am vergangenen Wochenende nicht mal in Aachen und Düren der Ball. „Schwerer als die jetzigen Ausfälle wiegt, dass schon im Dezember zwei Spieltage ausgefallen sind, die wir mit ins neue Jahr genommen haben“, sagt Bernd Mommertz, der beim Fußballkreis Aachen für die Eifel-Staffeln B4, C6 und C7 zuständig ist.

Bis zum 18. April ist seine Nachholagenda schon voll, Ostern müssen alle Teams zweimal ran. „Und ich habe das dumpfe Gefühl, dass noch zwei Wochen nicht gespielt werden kann, denn erst muss der Schnee mal weg sein und dann das Wasser aus den Rasenplätzen ablaufen“, werden sich seiner Meinung nach weitere Nachholspiele ansammeln.

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