Schnee sorgt für leere Hotelkassen

Von: Ernst Schneiders
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Mit handlichen Schneeräumgeräten war in dieser Woche in der Eifel durchaus ein Geschäft zu machen. Die Gastronomie konnte allerdings von den Schneemassen nicht profitieren. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Die einen hoffen, dass der Winter noch eine Weile bleibt, weil Ski und Rodel so gut sind wie lange nicht mehr. Die anderen, und das sind die Hotels und Pensionen in der Eifel, hoffen auf etwas weniger Winter, denn die Schneemassen in den vergangenen Tagen haben doch die Kassen zum Teil hörbar seltener klingeln lassen als erwartet.

Mehr Stornierungen als den Betrieben lieb war, hat es gegeben, allerdings nicht bei den Tourismus-Büros, denn die Monschau-Touristik hat dazu keinerlei Zahlen, wie Bianca Lanio betont. „Zu uns kommen die Mutigen, die sich trotz der Schneemassen in die Eifel aufgemacht haben und hier die Wintersportmöglichkeiten genießen”, stellt die Leiterin der Mon-Touristik fest. Ähnliches hat auch Cornelia Freuen von der Rursee-Touristik zu berichten. Allerdings kann Freuen sich durchaus vorstellen, dass Urlaubsgäste trotz ihrer Buchung bei diesen Witterungsverhältnissen die Fahrt in die Eifel gescheut haben, und das in einer bisher ohnehin eher ruhigen Saison.

Das bestätigt denn auch Maria Oepen vom Hotel „Paulushof” in Rurberg. Gäste hätten abgesagt, weil sie sich nicht getraut hätten, bei Schnee und Eis an den Rursee zu fahren, sagt Oepen. Ein Gast habe sich sogar erkundigt, ob er den „Paulushof” auch mit Sommerbereifung erreiche. Eine Frage, die selbstverständlich verneint wurde. Allerdings, so Oepen, sei die Zahl der Stornierungen nicht sonderlich groß gewesen.

Warnungen der Medien

Das sieht Freek Suringh, Geschäftsführer des Carat-Hotels in Monschau, etwas anders. Die Zahl der Stornierungen sei beträchtlich, beklagt der Niederländer das Ausbleiben vieler Gäste, die davor zurückgeschreckt seien, sich auf den Weg nach Monschau zu machen. Eine Ursache sieht Suringh in der beinahe permanenten Warnungen vieler Medien, lieber zu Hause zu bleiben und auf Autofahrten zu verzichten. Suringh: „Ich kritisiere die Medien nicht, vielleicht hatten die ja sogar Recht. Aber Fakt ist: Viele Gäste hatten Angst, zu uns nach Monschau zu kommen, obwohl die Hauptstraßen immer passierbar waren.” Zwar stehe das Carat-Hotel mit seiner Auslastung noch „relativ gut” da, doch sei dieser finanzielle Aderlass in Verbindung mit der weltweiten Krise, die die Branche hart treffe, schon eine Belastung.

Noch ärger hat es die Roetgen-Therme getroffen, wie Gesellschafter Stamos Papas betont: „Wir haben diesmal richtig was abgekriegt!” Trotz vieler Stornierungen gebe es allerdings auch positive Augenblicke für die gebeutelte Hotellerie. „Weil auf der Monschauer Straße in Aachen mal wieder nichts mehr ging” und sich ein Rückstau bis nach Roetgen gebildet habe, so Papas, hätten fünf Autofahrer nicht länger im Stau stehen wollen und im Therme-Hotel übernachtet. Aber das sei eine Ausnahme gewesen.

Beinahe gähnende Leere war auch im Saunadorf zu registrieren. Während dort normalerweise zwischen 200 und 250 Wellness-Jünger gezählt werden, verloren sich zwischen 30 und 40 Gäste auf dem großen Areal. Papas: „Wir sind keine Nachbarschaftssauna. Unsere Gäste kommen teils von weither.”

Nach dem ersten Wintergastspiel Anfang Dezember 2009 sei die Sauna in den Tagen danach proppenvoll gewesen. Auf diesen Effekt setzt man in der Therme auch diesmal.
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