Schnee auf dem Dach: Monschaus Sporthallen werden Sperrgebiet

Von: hes
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Beim abendlichen Sondereinsatz schaufelten die Männer der Monschauer Feuerwehr am Mittwoch den nass und damit schwer gewordenen Schnee von der Aula und vom Eingangstrakt der Hauptschule Monschau. Foto: PSM

Nordeifel. Die Plusgrade der vergangenen Tage haben die schlimmsten Umstände des Wintereinbruchs vom Wochenbeginn verblassen lassen. Langsam kehrt wieder Normalität auf den Straßen ein, der überraschende Ferientag für die Schulkinder blieb eine Eintagsfliege, und die Karnevalisten müssen, Stand vom Donnerstag, keine Absage des Saal- oder Straßenkarnevals befürchten.

Und doch wirken die massiven Schneefälle mit bis zu 70 Zentimetern Neuschnee binnen drei Tagen immer noch nach, beeinflussen den Unterrichtsbetrieb und sorgen für die Absage von Veranstaltungen.

Bereits am Mittwoch hatte die Abteilung Gebäudemanagement der Städteregion Aachen nach Rücksprache mit ihrem Statiker vorsorglich die Sporthalle des Berufskollegs in Simmerath für den Schul- und Vereinssport gesperrt. Am Donnerstag nun zog die Stadt Monschau nach.

Obwohl Statiker Manfred Breuer „keine Gefahr” für die Gebäude sah, entschloss die Verwaltung sich, „vorsichtshalber die Sporthallen der Städtischen Realschule sowie der Hauptschule für jeglichen Betrieb zu schließen”, so Vinzenz Klein, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Auch wenn „keine akute Gefahr beim Begehen der Halle” drohe, wolle man als Stadt nicht das Risiko eingehen und Menschen gefährden, die dort Sport treiben, bat Klein um Verständnis für diese „reine Vorsichtsmaßnahme”.

Alle Gebäude überprüft

Zuvor hatte Ingenieur Stephan Dicks vom Bauamt der Stadt Monschau gemeinsam mit einem Statiker alle größeren städtischen Gebäude auf ihre Belastung durch Schneelast geprüft. „Bei den großen Hallen, wo große Flächen mit großen Trägern überspannt sind, kann man ein Restrisiko nie ausschließen”, erläuterte Klein.

Aus diesem Grund hatte die Stadt auch noch am Mittwochabend mehrere Dächer von städtischen Gebäuden vom Schnee räumen lassen. „An verschiedenen Schulen haben wir die Eingangsbereiche und Überdachungen von Pausenhallen und Verbindungsgängen vorsorglich vom Schnee räumen lassen”, sagte Vinzenz Klein.

Die spektakulärste Räumaktion fand an der Gemeinschaftshauptschule auf der Haag statt. Feuerwehrmänner des Löschzugs der Altstadt rückten mit Schneeschaufeln und Drehleiter, teilweise gesichert durch dicke Seile und im Licht der Einsatzscheinwerfer bis in den späten Abend den Schneemassen auf der Aula und auf dem Eingangsbereich der GHS zu Leibe.

Hauptleidtragender der Hallensperrungen in der Nordeifel ist der TV Konzen, der sein für Samstag und Sonntag geplantes Hallenturnier absagen musste. Kurzfristig musste das Organisationsteam um Jugendleiter Lothar Lutterbach rund 40 Gastmannschaften und eigenen Teams des TV Konzen mit insgesamt rund 450 Nachwuchsspielern für das Wochenende absagen, ebenso den rund 150 eingeteilten Helferinnen und Helfern der Jugendabteilung.

Das Turnier hatte ursprünglich in der Halle des Berufskollegs in Simmerath stattfinden sollen. Als diese am Mittwoch „bis auf weiteres geschlossen” wurde, keimte beim TV Konzen kurzfristig Hoffnung auf, das Turnier in der - glücklicherweise noch nicht belegten - Monschauer Halle austragen zu können. Diese Hoffnung erledigte sich dann am Donnerstag mit der Absage aus dem Monschauer Rathaus.

Einen Ersatztermin wird es nicht geben, „die geplanten Einnahmen werden der Jugendkasse natürlich fehlen”, bedauert Lothar Lutterbach, der noch ein anderes Problem in seiner Garage stehen hat: 450 schwarz-gelbe Gläser mit dem Aufdruck „TV Konzen - Hallenturnier 2010”, die jeder kleine Fußballer und jede Fußballerin bekommen sollte, finden nun keinen Abnehmer. „Vielleicht können wir sie bei unserem Sommerturnier an die Kinder verschenken”, hofft der Jugendleiter dann auf mehr Wetterglück.
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