Schmetterlinge erwachen nun aus dem Winterschlaf

Von: Günter Krings
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Der Kleine Fuchs: In der warmen Märzsonne sind die Kleinen Füchse, die zu der Gruppe der Edelfalter gehören, aus ihrer Winterstarre erwacht und häufig in unseren Vorgärten zu bestaunen. Foto: G. Krings
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Der Zitronenfalter: Die Männchen dieser Schmetterlingsart sind gelb wie Zitronen, die Weibchen dagegen sind blass grünlich.

Nordeifel. In einem Wespen- und Hummelstaat sterben im Herbst bis auf wenige befruchtete Königinnen alle Individuen, und im Frühjahr startet dann der Prozess der Staatenbildung von vorne. Schmetterlinge, die wie Hummeln und Bienen zu den Insekten gehören, haben völlig andere Wege gefunden, in der kalten Jahreszeit zu überleben.

Die einen überwintern als Eier, andere als Raupen, wieder andere als Puppen und einige wenige Arten überwintern als Vollinsekt.

Jetzt in der warmen Märzsonne sind die Kleinen Füchse, die zu der Gruppe der Edelfalter gehören, aus ihrer Winterstarre erwacht und sind häufig an der Winterheide oder anderen Frühblühern in unseren Vorgärten zu bestaunen. Diese wunderbar bunt gefärbten Falter erreichen eine Flügelspannweite zwischen 40 und 50 Millimeter.

Versteck zum Überwintern

Die Falter suchen sich im späten Herbst ein Versteck zum Überwintern. Früher waren das sicherlich Scheunen, Speicher, Keller und geschlossene Schuppen. Heutzutage ist das für die Insekten etwas schwieriger, weil es in unseren Dörfern kaum noch Scheunen gibt und Speicher wegen der energetischen Maßnahmen hermetisch abgedichtet wurden. Aber die Falter überwintern natürlich auch in der Natur in hohlen Bäumen oder unter Felsen, denn es gab diesen Falter schon längst, bevor Menschen die Erde besiedelten.

Ein Falter, der den Winter überlebt hat, sucht an warmen Vorfrühlingstagen blühende Pflanzen, um sich dort nach der langen Fastenzeit des Winters wieder zu stärken. Mit der Eiablage hat er es nicht so eilig. Erst wenn frische Brennnessel vorhanden sind, legt er auf der Unterseite der Blätter seine ungefähr 100 Eier ab, aus denen nach circa zwölf Tagen Raupen schlüpfen, die einen Monat lang nichts anderes tun als Blätter von Brennnesseln zu fressen, um sich dann nach mehrmaliger Häutung zu verpuppen. Nach zwei Wochen in der Ruhe schlüpft aus der Puppe der neue Falter, der sich bald wieder paart und für weiteren Nachwuchs sorgt. Die Herbstfalter suchen sich schließlich ein trockenes Versteck aus und überwintern als Vollinsekt.

Ähnlich verhält es sich beim Zitronenfalter, der auch von der warmen Märzsonne aus seinem Versteck gelockt wird. Die Männchen dieser Schmetterlingsart sind gelb wie Zitronen, die Weibchen dagegen sind blass grünlich. Mit Hilfe von Glycerin gelingt es ihnen, im Herbst den Gefrierpunkt der Körperflüssigkeit derart zu senken, dass sie wie der Kleine Fuchs Außentemperaturen von -20 Grad schadlos überstehen können.

Im April oder Anfang Mai legen sie ihre Eier an Faulbäume oder Sanddorn, womit das Leben des überwinternden Falters zu Ende geht. Die ungefähr 100 Eier werden einzeln an die jungen Blätter oder Triebspitzen gelegt. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Raupen, und je nach Witterung verpuppen sie sich innerhalb von drei bis sieben Wochen. Irgendwann zwischen Ende Juni und Anfang August schlüpfen die neuen Falter, die sich vorzugsweise auf rot oder violett blühende Pflanzen niederlassen, um dort Nektar aufzunehmen. Wegen der Bindung der Raupen an Faulbaum oder Kreuzdorn sind Zitronenfalter weitaus seltener als der Kleine Fuchs.

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