Nordeifel - Schließung: Zahl der Internatsschüler in Steinfeld sank stetig

Schließung: Zahl der Internatsschüler in Steinfeld sank stetig

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Das Kloster Steinfeld soll auch weiterhin erhalten bleiben. Nur die Fortführung des Internats war nicht zu tragen. Es wird zum Ende des Schuljahres nun geschlossen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Steinfeld. „Das Internat wird endgültig geschlossen. Es war für die Eltern einfach nicht mehr tragbar“, sagte jetzt Provinzial Pater Hubert Veeser, Chef der 75 Salvatorianer in Deutschland. Zum Ende des Schuljahres wird das Internat aufgelöst.

Aber auf eine Feststellung legt Pater Hubert ausdrücklich wert: „Das bedeutet nicht das Aus für Kloster Steinfeld. Wir Ordensleute wollen als Seelsorger in Steinfeld bleiben.“ Und auch das Gymnasium sei davon nicht betroffen.

Doch das Internat ist bei Weitem nicht die einzige Sorge, die die Ordensleute in Steinfeld drückt. Insgesamt leben im Kloster derzeit nur noch neun Ordensleute, davon sind lediglich vier – neben Superior Pater Peter Daubner und Prokurator Pater Lambertus Schildt , Pater Robert und Pater Paul – noch im aktiven Dienst. Für diese ist der Betrieb der enorm großen Liegenschaften fast nicht zu stemmen.

Auch finanziell ist der Unterhalt der historischen Gebäude ein Kraftakt. Nur mit Hilfe von Fördergeld konnten in den vergangenen Jahren umfangreiche und millionenschwere Sanierungsarbeiten – etwa an den Dächern – durchgeführt werden.

Analyse wird erstellt

Der Orden möchte nun handeln: Man suche laut Veeser nach einem Träger oder Mitträger für die Immobilie in Steinfeld. „Jemand, der uns behilflich ist und uns diese Last abnimmt.“ Laut Pater Hubert Veeser wurde bereits eine Analyse der Immobilie erstellt.

Einen konkreten Träger haben die Salvatorianer jedoch noch nicht im Blick, erklärt der Provinzial weiter. Über die Beratungsgesellschaft, die die Analyse erstellt hat, werde versucht, ganz gezielt mögliche Interessenten anzusprechen. Dabei komme logischerweise nicht jede Immobilien-Gesellschaft in Frage.

Es müsse sich um eine Einrichtung im sozialen Bereich handeln. Deren Aktivitäten müssten mit den Zielen der Salvatorianer vereinbar sein. Pater Hubert nennt als Beispiele Schulungsbetriebe oder einen Investor, der den Gästehausbetrieb übernehme: „Wir sind sehr weitgehend bereit, auch etwas abzugeben.“ Unerlässlich sei jedoch, dass in einem Teil des Klosters Platz für die Ordensgemeinschaft vorgesehen werde.

Im vergangenen Jahr hatte es bereits Überlegungen gegeben, die Firma „Benedict Verum GmbH“ mit ins Boot zu nehmen. Medizinische Beratungs-, Diagnose-, Gesundheits- und Heilseminare waren im Gespräch. Jedoch zerschlug sich dieses Vorhaben. „Dieses Projekt haben wir fallen lassen“, so Pater Hubert: „Es hat sich herausgestellt, dass es in dieser Form in Steinfeld nicht zu verwirklichen ist. Wir werden dies von uns aus nicht weiterverfolgen.“

Ebenfalls im vergangenen Jahr wurde vom Orden der Salvatorianer im Rahmen der Tagung des Ordenskapitels Anfang Mai die Entscheidung getroffen, das Internat aufzugeben.

Wegen der geringen Schülerzahl sei diese Einrichtung nicht mehr zu tragen. Das 1924 ins Leben gerufene Internat sei für rund 100 Schüler ausgelegt. Vor rund zehn Jahren waren es laut Veeser noch 50 bis 60, 2012 nur noch 23, wovon 17 das Steinfelder Hermann-Josef-Kolleg besuchten.

Zuletzt nur noch 20 Schüler

Die Schließung zum Ende des Schuljahres 2011/2012 konnte durch die Eltern der Internatsschüler zunächst abgewendet werden. Vertreter der Elternschaft reisten nach München und sprachen dort mit dem damaligen Provinzial Pater Leonhard Berchtold. Schließlich wurde der Verein „Internat im Kloster Steinfeld“ ins Leben gerufen. Die Salvatorianer überließen den Eltern die erste Etage des Internats zu einem „kulanten Preis“, wie es Pater Leonhard damals ausdrückte. Die Eltern finanzierten die beiden Erzieher.

Doch dieses Projekt ließ sich nur ein Jahr durchführen, mit Beginn der Sommerferien wird das Internat geschlossen. Vereinsvorsitzender Stefan Wiegand: „Die Eltern konnten das finanzielle Risiko nicht weiter stemmen.“ Der Elternverein habe dauerhaft einen fixen Betrag aufbringen müssen, „ohne Garantie, wie die Schülerzahlen sich entwickeln“.

Eine Zahl von rund 20 Internatsschüler fürs kommende Schuljahr sei im Gespräch gewesen, aber ohne feste Zusage. Wiegand: „Wir haben es versucht. Aber eine dauerhafte Trägerschaft ist nicht zustande gekommen.“ Pater Hubert Veeser ergänzt, dass das Internet mit am Ende 15 Schülern einfach nicht mehr tragbar gewesen sei. Die Salvatorianer hätten schon 1993 in Süddeutschland ein Internat geschlossen, dass die doppelte Schülerzahl aufgewiesen hätte.

Einige Internatsschüler wollen noch ihr Abitur in Steinfeld machen. Laut Pater Hubert wollen die Salvatorianer diesen mit Hilfe der Stiftung Kloster Steinfeld eine Unterkunft im Kloster ermöglichen. Die verbliebenen zwei Erzieher, Internatsleiter Jörg Zwitters und Präfekt Burghard Brücker, trifft die Schließung offenbar nicht ganz so hart. Nach Auskunft von Pater Hubert Veeser haben beide „glücklicherweise schon eine neue Betätigung“ gefunden.

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