Schilderwald in Roetgen soll nicht mehr wachsen

Von: Andreas Gabbert
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Die Schlacht um die Aufmerksam
Die Schlacht um die Aufmerksamkeit der Kunden wird in Roetgen vor allem an der Bundesstraße ausgetragen: Dem will die Gemeinde jetzt mit einer Satzung begegnen. Foto: Peter Stollenwerk

Roetgen. Die Gemeinde Roetgen will den Wildwuchs der Werbung entlang der B 258 eindämmen. Was in Zukunft erlaubt sein soll, soll eine Satzung regeln. Dazu hat ein Arbeitskreis in den vergangenen Monaten einen Satzungsentwurf erarbeitet, über den der Bauausschuss der Gemeinde jetzt abzustimmen hatte. Bislang wurde über jeden Fall einzeln entschieden.

Ziel der Satzung ist die „Erhaltung und Wiederherstellung der Ortsqualität entlang der B 258”. Zum Schutz des Ortsbildes sollen künftig „besondere gestalterische Anforderungen” an Werbeanlagen, Einfriedungen und den öffentlichen Straßenraum gestellt werden. Bestehende Anlagen bleiben von der neuen Regelung unberührt. Zu der Satzung gehört auch eine einheitliche Beschilderung für Gewerbebetriebe, die nicht an der Bundesstraße ansässig sind. Dafür wird eine Sammeltafel vorgeschlagen, die auf die Einrichtungen und Betriebe an den Einmündungen der von der Bundesstraße abgehenden Straßen hinweist. Außerdem soll es eine Verpflichtung zur Einfriedung der Gewerbegrundstücke entlang der B 258 mit Heckenpflanzen geben.

Reihe von Verboten

Folgt man dem Satzungsentwurf, dann sind großformatige Werbeanlagen aus Planen, Folien und Stoffen ebenso nicht mehr zulässig wie akustische und akustisch unterstützte Werbeanlagen. Verboten werden auch Säulen oder Tafeln zum Anschlagen von Plakaten und solche mit automatisch wechselnden Werbetransparenten. Fahnen, Pylone, Banner, sogenannte Beachflags und aufblasbare Figuren sollen in Zukunft auch nicht mehr aufgestellt werden dürfen. Werbung an Bushaltestellen wird nicht mehr möglich sein. Transportable Standtransparente und Hinweistafeln werden genauso verboten wie Kraftfahrzeuge oder Anhänger mit Werbeschildern.

Christa Heners (Grüne) wollte die Werbeanhänger auch von Firmengeländen verbannt wissen. Außerdem regte sie an, die Fläche für Werbung in Fenstern zu begrenzen. Gudrun Meßing ergänzte später, es gehe den Grünen um „normale kleine Fenster” und nicht um große Schaufenster.

Janine Köster (SPD) wollte das Bekleben von Fenstern lieber nicht einschränken. „Das gehört für einige Firmen zum Cooparte Design, die sich hier dann nicht mehr niederlassen würden”, sagte sie.

Für Überraschungen gut

Michael Seidel (CDU) hatte nichts gegen beklebte Fenster einzuwenden und wollte noch einige Dinge prüfen lassen. Etwa wie mit Werbeanlagen für zeitlich begrenzte Veranstaltungen, wie Aus- und Schlussverkäufe oder Rabattaktionen umzugehen sei. Seidel hatte kein Verständnis dafür, „dass jeder seinem Konkurrenten einen Werbeanhänger vor die Nase stellt”. Betrachte man die Satzung näher, dann regele sie gar nicht so viel. Er zeigte sich froh über eine verbindliche Regelung. Trotzdem werde es sicherlich noch Überraschungen geben, die Werbewirtschaft sei eben kreativ.

Hans-Joachim Mathée (UWG) meinte, man sei mit dieser Satzung weit über das Ziel hinaus geschossen. „Die eigenen Hausaufgaben an der B 258 werden nicht richtig gemacht, dann sollten wir anderen nichts aufzwingen.” Auch Günther Severain hatte kein Verständnis dafür, Werbeaufsteller zu verbieten.

Das könne nicht im Sinne derjenigen Betriebe sein, die ihren Standort nicht an der B 258 haben. Silvia Borceau meinte, „mit dieser Satzung schießen sie dem Mittelstand ins Knie”. Große Unternehmen wie Aldi bräuchten keine Werbung im Ort - im Gegensatz zu den mittelständischen Unternehmen.

Der Bauausschuss der Gemeinde stimmte dem Satzungsentwurf schließlich bei drei Gegenstimmen der UWG zu.
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