Schicksal der todkranken Lili lässt die Kinder nicht los

Von: hes
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Die Konzener Kommunionkinder überreichten Peter Borsdorff ihre Spende und erfuhren, was mit dem Geld geschehen wird. Foto: Heiner Schepp

Konzen. Für einen kurzen Moment herrschte Stille im Raum unter der Konzerner Kirche. Die diesjährigen Kommunionkinder fanden sich in der Pfarre Konzen zusammen, um eine bemerkenswerte Aktion zu Ende zu bringen: Zwölf Jungen und Mädchen sammelten aus ihren Geldgeschenken 750 Euro zusammen - und verwendeten diese für einen guten Zweck.

Diese schöne – und vor allem auch christliche – Geste hat glücklicherweise in den vergangenen Jahren in vielen Pfarreien Schule gemacht und ist nicht hoch genug zu würdigen. In Konzen geriet die Übergabe der Spende aber vor allem deshalb zu einem bewegenden Ereignis, weil die Kinder aus allererstem Munde erfuhren, was mit ihrem Geld geschieht.

Denn Peter Borsdorff, der Gründer der Aktionen Running for Kids und Läufer mit der Spendendose, ließ keine Frage der schenkenden Kinder unbeantwortet, sondern berichtete so offen von seinen Aktionen, dass es die Kinder und auch die anwesenden Eltern sichtlich berührte.

So berichtete Peter Borsdorff von der 17-jährigen Lili aus der Phantasialandstadt Brühl, die er bereits mit 3500 Euro unterstützt hat, aber noch weiter unterstützen möchte. „Lili leidet an einer zur Zeit noch unheilbaren Krankheit, die den seltsamen Namen Niemann-Pick Typ C hat“, berichtete Borsdorff. Bis zum Alter von vier Jahren sei Lilis Entwicklung völlig normal verlaufen, doch dann habe sie immer mehr ihrer Fähigkeiten verloren.

Mittlerweile spreche Lili kaum noch und könne sich nur noch in einem Liegerollstuhl fortbewegen. „Deshalb braucht sie und brauchen ihre Eltern vielfältige Unterstützung“, so Borsdorff, der dann leise sagte: „Lili wird nicht mehr lange leben, vielleicht noch ein paar Monate. Und deshalb möchten wir, auch mit Eurer Hilfe, dafür sorgen, dass sie im Sommer noch einmal einen richtig schönen Urlaub am Meer verbringen kann“, ließ der engagierte Dürener seine Zuhörer fassungslos zurück.

„Aber wann geht die Krankheit denn wieder weg?“ hakte ein Kind nach, doch Peter Borsdorff beschönigte nichts: „Wahrscheinlich gar nicht mehr, weil es dagegen noch keine Medizin gibt. Es gibt auch nur ungefähr 30 Leute auf unserem Erdball, die diese Krankheit haben“, erklärte Peter Borsdorff.

Doch Lilis Geschichte war nicht die Einzige, die Peter Borsdorff parat hatte, und auch nicht die einzige, die die Kinder beschäftigte. Er erzählte auch von dem traurigen Fall an einer Grundschule im belgischen Eupen, wo gleich zwei Kinder, ein neunjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen, an Krebs erkrankt sind. „Auch denen möchte ich mit Eurem Geld helfen“, sagte Borsdorff, der geduldig alle Fragen, auch persönliche, beantwortete.

„Ich war mal ein richtig guter Läufer, bin an die 1000 Wettkämpfe gelaufen. Aber gewonnen habe ich nie, nur in meiner Altersklasse“, sagte der 73-Jährige augenzwinkernd, der mit seiner Sammelbüchse seit Jahren auch jedes Jahr zum Monschau Marathon nach Konzen kommt.

Schließlich übergab Maya Henn dem Gast stellvertretend für alle zwölf Kinder ein Kuvert mit vielen grünen und orangefarbenen Scheinen. Noch am Abend berichtete Borsdorff, der damit in zwölf Jahren (seit 1995) über eine Millionen Euro gesammelt und in 2605 Fällen geholfen hat, auf seiner Facebookseite von seinem Besuch bei den „großartigen Kindern aus Konzen“.

Wer mehr über seine Aktionen wissen möchte, findet Peter Borsdorffs Seite unter www.tv-huchem-stammeln.de/running-for-kids. Wer mehr über Lili lesen und sehen möchte, findet Bilder und mehr von der 17-Jährigen unter www.lili-npc.de.

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