Monschau/Mützenich - Schauspiel: Einbrecher um Schäferstündchen gebracht

Schauspiel: Einbrecher um Schäferstündchen gebracht

Von: M. S.
Letzte Aktualisierung:
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Da staunt das Ehepaar Lehmann: Im Schrank des Fotografen entdecken Axel (Michael Sommer) und Simone (Mona Jansen) die Leiche von Arno Pakult (Roland Kaspar) - der sich später aber als quicklebendig erweist... Foto: H. Schepp
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Auch unter dem neuen Regisseur Roland Kaspar (Mitte, mit Krawatte) setzt das Mützenicher Ensemble „Wortspiel“ seine gute Tradition fort und macht am zweiten Weihnachtstag mit einer Theateraufführung seinem Namen Ehre. Ein treues Publikum weiß das Engagement der Laienmimen sehr zu Foto: Manfred Schmitz

Monschau/Mützenich. So manche Zeitgenossen haben eine Leiche im Keller. Das Ensemble „Wortspiel“ im Mützenicher Theaterverein „Concordia“ sperrt einen quietschfidelen Scheintoten dagegen kurzerhand in den Schrank.

„Die Leiche im Schrank“ betitelte Boulevardautor Walter G. Pfaus seine köstliche Komödie (wir berichteten). Sie feierte am zweiten Weihnachtstag in der Aula des Monschauer St.-Michael-Gymnasiums gleich mehrfach fröhliche Premiere.

Schweigsamer Hauptdarsteller

Zum einen gab Roland Kaspar, seit Jahren mit Herzblut spielendes Mitglied der Mimentruppe aus dem Venndorf, jetzt seinen vollauf gelungenen Einstand als Regisseur. Diese künstlerische Aufgabe hat er von der verdienstvollen Spielleiterin Hiltrud Weishaupt übernommen. Zugleich schlüpfte der in seiner Wahlheimat Eifel verwurzelte Hesse Kaspar in die Rolle des unfreiwillig schweigsamen Hauptdarstellers.

Einbrecher Arno wird um sein erhofftes Schäferstündchen gebracht und zur stummen tragischen Gestalt unerfüllten Verlangens im engen Verließ.

Zum ersten Mal rückte Nachwuchsschauspieler Michael Funken alias Siggi Kraft aus der Wortspiel-Jugendformation als wahres Kraftpaket aus der „Muckibude“ in die Erstbesetzung und machte seine Sache ausgezeichnet. Er erfüllte seinen Part ebenso bravourös wie das Gesamtaufgebot der Aktiven.

Die Erstaufführung des mit Gags und Humor gespickten Schwanks auf der Haag war mit rund 200 Zuschauern so gut wie ausverkauft. Regisseur Kaspar bewertete den dreitägigen Bühnenaufbau als „intensive, präzise Teamarbeit. Unser Vereinsleben funktioniert nach dem gemeinnützigen Prinzip ‚Einer für alle‘. Mit wenig Personal muss ein großes Arbeitspensum bewältigt werden. Da ist es wünschenswert, dass auch die Familie tatkräftig mitzieht.“ Der Spielleiter war „froh darüber, dass wir das alte Jahr mit einem lustigen Bühnenstück abschließen und unser treues Publikum zum Lachen bringen können. Die Menschen möchten als unsere Gäste für ein paar Stunden ihre Sorgen daheim lassen.“

In der Tat: es darf herzlich gelacht und spontan applaudiert werden. In diesem kurzweiligen Schwank der falschen Verdächtigungen und Eifersuchtsszenen – die Schauspieler/innen rufen sogar die Polizei auf den Plan – ist der vermeintliche Mörder einmal nicht der Gärtner. Dafür gleicht Johann Bloedts (Ralf Steffens) Fotostudio einem Tollhaus mit lauter Antihelden und um erhoffte Liebesabenteuer Betrogene.

Der Inhaber, Fotograf und verhinderter Casanova Johann, tappt trotz scheinbar raffiniert ausgeklügeltem Plan zum perfekten Liebesabenteuer von einer Falle in die andere. Ein Club von Ge- und Enttäuschten posiert vor der Kamera und spinnt Intrigen.

Das vielzitierte ältere Ehepaar Halt (Brigitte Palm und Wolfgang Schmitz) kam eigentlich zu einem geruhsamen Aufnahmetermin eines romantischen Bildes für die eigenen vier Wände zu Johann, hat mit kriminalistischem Spürsinn aber schnell erkannt: „Hier ist was faul, eine ganze Mörderbande am Werk!“ Dieser Eindruck verstärkte sich rasant, als auf der Bühne statt kreativer Kunst eine wüste Keilerei entbrannte. Frust und Zorn wegen verpatzter Fisternöllchen brachen sich Bahn.

Weitere Vorstellungen

Begeisterung pur und Szenenapplaus ernteten die Schauspieler für solch engagiertes, konditionsforderndes und ansteckendes Laienspiel. Die übrigen Rollen und Namen sowie handwerklich eingesetztes Personal: Hagen Kaspar, Michael Strauß, Hendrik Weishaupt. Sonja Funken, Lydia Grau, Frederike Dörr fungierten als Techniker, Souffleusen und bereiteten die Requisite. Die Maskenbildnerin war Andrea Lenzen. Den Bühnenbau besorgte das Team um Wolfgang Schmitz. Design und optische Gestaltung: „paintbox“.

Als weitere Darsteller gefielen Michel Sommer, Michael Funken, Mona Jansen, Ronja Läufer und Karina Löhner. Das mit Überraschungseffekten gespickte spaßige Bühnenspektakel wird Samstag, 4. Januar, 19.30 Uhr, an gleicher Stelle wie zum Feiertagsauftakt wiederholt.

Zu einer weiteren Vorstellung (Sonntag, 5. Januar, 15 Uhr) können betagte und gehbehinderte Mitbürger einen kostenlosen Pendeldienst zum und vom Theater nach Hause in Anspruch nehmen.

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