Schätzchen sausen drei Kilometer bergauf

Von: ale
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Aufgereiht standen die liebevo
Aufgereiht standen die liebevoll gepflegten alten Automobile auf der Landstraße im Kalltal. Ein Anblick, der die Herzen der Oldie-Liebhaber höher schlagen ließ. Foto: Anneliese Lauscher

Kalltal/Schmidt/Vossenack. Erinnerungen lebten auf, als am Sonntag etwa 50 historische Automobile zum Bergrennen starteten. Viele Zuschauer erfreuten sich am Anblick der Oldies, und die Teilnehmer lobten die umsichtige Organisation.

Der Dürener Motorsportclub hat zur ADAC/DMC-Vossenack-Bergprüfung eingeladen. In Anlehnung an Bergrennen, die in den 70er Jahren zwischen Kalltal und Vossenack gefahren wurden, hatte man ein Revival beabsichtigt - mit alten Autos, prominenten Fahrern und Liebhabern betagter Automobile. Tatsächlich folgten rund 50 Teilnehmer der Einladung: Aus allen Teilen Deutschlands und aus Luxemburg reisten sie an, viele mit einem Trailer. Sie luden das gepflegte Schätzchen auf und transportierten es zum Start.

Die L 218 zwischen Schmidt und Vossenack wurde für das Bergrennen gesperrt, damit ein reibungsloser Ablauf sichergestellt war. Für die Besucher stand ein Shuttle-Bus zur Verfügung, der die Gästen zu zwei Zuschauer-Zonen brachte. Dort sahen sie die wunderschönen Oldtimer aus nächster Nähe.

Vornehmes Brummen

Verheißungsvolles Knattern oder vornehmes Brummen kündigten die Fahrzeuge an. Im Porsche oder Jaguar, im Austin, Fiat oder BMW der Baujahre vor 1981 eroberten geübte und leidenschaftliche Fahrer die Höhe auf der knapp drei Kilometer langen Strecke. Dabei kam es keineswegs darauf an, eine Höchstgeschwindigkeit zu erzielen, sondern es handelte sich um eine „Gleichmäßigkeitsprüfung”: Die vorgegebene Zeit betrug dreieinhalb Minuten, nur für die Isetta (die die wenigsten PS hat) waren viereinhalb Minuten angesetzt.

Den Porsche 356 Speedster betrachteten die Motorsportfans fasziniert. Er wurde von Hubert Hahne gefahren, der sich als BMW-Tourenwagen- und Formel-Pilot einen Namen gemacht hat. Und beim Volvo P544 verweilten die Kenner, den steuerte Kurt Ahrens, ebenfalls eine weithin bekannte Rennfahrerlegende. Er ist Porsche-Werksfahrer gewesen, und hat Erfahrungen in der Formel 1 und Formel 2 gesammelt.

„Benzingespräche” im Fahrerlager

Schon bei den Trainingsfahrten am ersten Tag des Rennens kristallisierten sich Favoriten heraus. Natürlich kennen sich viele, sie nehmen beispielsweise an Oldie-Rallyes auf dem Nürburgring teil. Und die „Benzingespräche” im Fahrerlager waren mindestens so reizvoll wie die Fahrten.

Kurt Ahrens brachte es auf den Punkt: „Das Rennen ist nur ein Teil der Veranstaltung. Das gemeinsame Miteinander und der Austausch sind das Schönste.” Gesamtsieger des Rennens wurde Sebastian Offergeld aus Aachen mit einem Mini Cooper S. Zweiter wurde Herbert Wittbrodt aus Stolberg mit einem Porsche 911 ST. Den dritten Platz erzielte Heinz Stahl aus Arnsberg, er fuhr einen Ferrari 308 GTS.

Diese Bergprüfung zwischen Kalltal und Vossenack wurde erstmalig als Lauf der „Internationalen Historic Bergmeisterschaft” sowie der „ADAC Retro Bergserie 2011” gewertet. Der Dürener Motorsportclub als veranstaltender Verein freute sich über die Unterstützung der „Scuderia Colonia”, der Rennfahrergemeinschaft, die Graf Berghe von Trips gegründet hat.

Bei dem regen Zuspruch und dem allgemein positiven Echo ist man optimistisch, im nächsten Jahr wieder ein Bergrennen durchführen zu können.
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