Simmerath - Sanierung oder Aufgabe: An Langschoß scheiden sich die Geister

Sanierung oder Aufgabe: An Langschoß scheiden sich die Geister

Von: Heiner Schepp
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Immer wieder flammen Diskussionen auf, ob das ehemalige Militärgelände auf Langschoß im Lammersdorfer Wald ein geeigneter Ort zur Unterbringung von geflüchteten Menschen ist. Die Politik diskutierte nun die Frage, ob es deshalb sinnvoll ist, weiter in die schrittweise Sanierung der 1999 von der Gemeinde angekauften Gebäude zu investieren. Foto: Heiner Schepp
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Einige der Zwei-Personen-Zimmer wurden in den vergangenen Jahren wohnlicher hergerichtet, bekamen einen Anstrich, neue Fenster und neue Böden. Auch die Heizung des Gebäudes wurde bereits ausgetauscht. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. Sollen an der Flüchtlingsunterkunft Langschoß im Lammersdorfer Wald auch in diesem Jahr Sanierungsarbeiten in einem überschaubaren Rahmen getätigt werden oder sollte man das Gebäude zumindest in dieser Form der Nutzung aufgeben? Zu dieser Frage gingen im Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde Simmerath die Meinungen weit auseinander.

Das Thema kam bei der Aussprache zum Haushaltsplan 2018 zur Sprache, wo die Fraktionen zunächst nicht viel Nachbesserungsbedarf sahen – auch vor dem Hintergrund weiterer Verbesserungen, die sich gegenüber der Einbringung im Dezember ergeben hatten. Dies galt auch für die SPD, deren Sprecher Gregor Harzheim zwar das „erneut deutliche Defizit“ bedauerte, sich vor dem Hintergrund einer „positiven wirtschaftlichen Gesamt- und Zinssituation“ aberc durchaus optimistisch zeigte. Während Christoph Poschen für die CDU im Haushalt „keine Änderungsanträge“ anmeldete, erklärte Gregor Harzheim, dass die Vorgehensweise bei den Gebäuden auf Langschoß nicht die Zustimmung der SPD fände.

„Wir müssen es in Simmerath insgesamt anders angehen“, forderte Harzheim und stellte fest: „Wir investieren Jahr für Jahr in die maroden Gebäude“, ohne dass sich nach außen hin sichtbar die Wohnsituation der Menschen dort verbessere, so Harzheim. „Wir wünschen uns ein Konzept für die künftige Verwendung von Langschoß und ein Konzept für die Unterbringung von Flüchtlingen. Diese Meinung wird vehement auch von den Menschen vertreten, die sich dort engagieren“, wusste der SPD-Sprecher. Er regte für die SPD an, die im Haushalt für eine weitere Sanierung veranschlagten 50.000 Euro herauszunehmen und stattdessen ein ergebnisoffenes Konzept in Auftrag zu geben. „Vielleicht wäre sogar ein Neubau günstiger. Aber das soll das Konzept zeigen“, sagte Harzheim.

Die Kritik am „maroden Gebäude“ aber ging Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns zu weit: „Das Gebäude mag von außen sicherlich kein schöner Anblick sein; wir haben in den vergangenen Jahren aber innen einiges getan, haben vernünftige Sanitär- und Waschräume geschaffen und begonnen, die Fenster zu tauschen“, berichtete Hermanns, der unterstrich: „Ein neues Gebäude für 50 Flüchtlinge ist auch nicht für 100.000 Euro zu bekommen – ganz abgesehen von der Frage, wo man eine solche Sammelunterkunft bauen würde.“

Reinhold Köller (UWG) meldete sich mit einem ähnlich lautenden Verbesserungsvorschlag. „Wir sollten uns weitere Investitionen auf Langschoß gut überlegen und vielleicht nur noch die nötigsten Unterhaltungsmaßnahmen vornehmen“, regte Köller an. Das dafür im Haushalt 2018 angesetzte Geld sei sinnvoller eingesetzt für eine Planung, wie man künftig Flüchtlinge unterzubringen gedenke, meinte der UWG-Vertreter. Bürgermeister Hermanns betonte erneut, dass die Sammelunterkunft auf Langschoß sehr wichtig für die Gemeinde sei – neben elf angemieteten Privatwohnungen und vor dem Hintergrund, dass für die kommenden Wochen 30 bis 50 weitere Flüchtlinge angekündigt worden seien. „Das ist nicht zu bewältigen, wenn wir die Sammelunterkunft Langschoß aufgeben“, bekräftigte der Bürgermeister.

Ob der Ansatz für die Sanierung von Langschoß nun im Haushalt 2018 bleibt, muss der Gemeinderat entscheiden, wenn er die Finanzplanung am 6. Februar auf den Weg bringt.

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