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Saal Wilden wird zur „MännerWirtschaft“

Von: ho
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Voll auf ihre Kosten kamen die Besucher bei der Premiere der Komödie „MännerWirtschaft“. Die Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr präsentierte einen höchst unterhaltsamen Dreiakter, für den es viel Beifall gab. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Simmerath. Dass auf der Bühne des Saales Wilden ein Mann auf einem Schemel mit einem Strick um den Hals steht, um vor großem Publikum seinem Leben auf dramatische Weise ein Ende zu bereiten, kommt sicher nicht alle Tage vor.

Die Zuschauer zeigten sich allerdings angesichts dieses tragischen Bildes wenig besorgt und spendeten sogar amüsiert einen ersten Beifall, da sie wussten, dass sich der lebenslustige Akteur (Ralf Wilden) quasi nur als „Eyecatcher“ für die folgende Komödie in Szene gesetzt hatte.

Forderungen des Finanzamtes

Die Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Simmerath hatte am Samstagabend im Rahmen ihres 93. Stiftungsfestes zur Premiere eines flotten und höchst amüsanten Dreiakters mit dem Titel „MännerWirtschaft“ geladen, wozu sich im Saal Wilden über 150 Gäste eingefunden hatten. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Fördervereins, Marko Hoch, hatte zunächst der Spielmannszug der Feuerwehr unter Leitung von Tabea Linz die Besucher durch zwei Musikstücke auf das Theaterstück eingestimmt, bei dem die acht erfahrenen Ensemblemitglieder beste Unterhaltung boten.

Im Mittelpunkt der turbulenten Handlung steht das Bruderpaar Biedermann (Ralf Wilden und Hans-Josef Schröder), über deren heruntergekommene Kneipe nicht unerhebliche Forderungen des Finanzamtes schweben. Guten Rat, wie sie aus dieser Misere herauskommen könnten, erhält das Wirtshaus-Duo dabei von Freund und Stammgast Zwinker-Eddi (Herbert Wilden), der im schwarz-weiß-gestreiften Al Capone-Anzug als Mann von Welt für Akzente sorgt.

Das Trio ist sich schnell einig, dass an Einrichtung und weiblichem Personal etwas geändert werden muss, um die Kneipe wieder in Schwung zu bringen. Auch Sonja (Claudia Hermanns), die Lebensgefährtin von Klaus Biedermann, die von Zwinker-Eddi als „duftende Lokusblüte“ bezeichnet wird, will dazu ihren Beitrag leisten.

In diesen akribisch vorbereiteten Planungen sorgen die beiden einzigen Stammgäste, der heruntergekommene Quartalssäufer Arno (Josef Frings) und die schrille, männerverzehrende Susi (Renate Haas) für weitere Verwirrungen und Turbulenzen. Zur Höchstform laufen schließlich alle Darsteller auf, als die Staubsaubervertreterin Rosi Brumms (Bettina Palm) mit der avisierten neuen Bedienung verwechselt wird.

Glitzerfummel und Federboa

Im zweiten Akt präsentiert das Bühnenbild dann eine neu gestaltete Kneipe, in der Stammgast Susi im Glitzerfummel und mit Federboa den ersten Applaus erhält. Gute Ratschläge hat Wirt Gabriel auch für seine Gäste parat. Er verweist darauf, dass im Bier weibliche Hormone seien, wodurch man in der Folge wirres Zeug rede und auch nicht mehr in Parklücken komme. Der Wirt schmilzt schließlich dahin, als auch noch seine angebetete Gabi Müller (Conny Sauer) im neu gestylten Kneipentempel erscheint, bevor die neue Kellnerin die Bühnenbretter betritt. Wirt Klaus hat sich zum Vergnügen der Besucher als blonder Servier- und Appetithappen in Schale geschmissen, was natürlich zur allgemeinen Stimmungssteigerung im Saal beiträgt. Selbstverständlich fliegt der ganze Schwindel schließlich auf, wobei alle Darsteller im finalen dritten Akt nochmals zur Höchstform auflaufen.

Aber wie in vielen Märchen gibt es auch hier ein Happy-End. Am Ende lösen sich alle finanziellen Probleme durch einen Lottogewinn auf und es steht sogar eine Viererhochzeit an. Zum allgemeinen Gaudium schlüpfen die männlichen Darsteller dazu auf der Bühne in die entsprechenden Festtagsanzüge aus vergangenen Zeiten, bevor die Bräute ganz in Weiß zum harmonischen Schlussbild erscheinen.

Auf die weiteren Aufführungen der „MännerWirtschaft“ unter der Regie von Stefan Haas im Saal Wilden darf man sich auf jeden Fall freuen. Am 10. und 11. Januar (20 Uhr) steht der amüsante Dreiakter der Theatergruppe der Freiwilligen Feuerwehr erneut an.

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