RWTH-Informationstage: Ihre „Exzellenz” wird überrannt

Von: Nina Kramer und Matthias Hinrichs
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Riesige Resonanz nicht nur in
Riesige Resonanz nicht nur in den Hörsälen: Am Mittwoch und Donnerstag werden die Schülerinformationstage an der RWTH Aachen fortgesetzt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Geschenkt: Ein akademischer Schnellkurs in Sachen „Numerische Strömungssimulation” bei den „Maschbauern” würde jetzt wohl auch nichts bringen. Muss aber auch nicht sein. Schließlich kann es nicht schaden, den Massen der Neugierigen im völlig übervölkerten Foyer des Kármán-Auditoriums einfach mal ihren Lauf zu lassen.

Im Gegenteil. Jaana Schiwietz und ihre Kollegen geben den sprichwörtlichen Felsen in der Brandung mit geradezu bewundernswerter Gelassenheit. Dabei haben die Koordinatoren von der Zentralen Studienberatung der RWTH allen Grund, sich ein Loch in den Bauch zu freuen - wenn sie nicht bereits eins hätten, vor lauter Fragen, die auf sie einprasseln. Wo gehts zur Vorlesung für Werkstoffwesen? Wo kriege ich Infos über Bafög-Anträge? Ist noch ein Platz frei im Shuttlebus zum Institut für Werkzeugmaschinen? „So groß ist die Resonanz bei den Studienberatungstagen wohl noch nie gewesen”, sagt Schiwietz.

Bereits bis zum Mittag haben die Organisatoren 3000 junge Menschen beim „Tag der Ingenieurwissenschaften” Richtung Hörsäle und Institute gelotst. Zum heutigen „Tag der Naturwissenschaften, Informatik, Mathematik, Geowissenschaften und Medizin” sowie zur großen Info-Offensive der Geistes-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften am Donnerstag stehen viele Dozenten gewissermaßen Powerpoint-Präsentation bei Fuß. Die viel zitierten Hemmschwellen in Sachen „Exzellenz” sollen die Ströme der Interessierten nicht bremsen.

Man muss kein Mathe-Profi sein, um zu erkennen, dass die Rechnung aufgeht. Schließlich kann sich die RWTH vor (potenziellen) Bewerbern kaum retten. „Ich weiß zwar noch nicht, was ich studieren will, aber auf jeden Fall sollte es etwas Technisches sein mit Bezug zur Praxis”, sagt zum Beispiel Daniel Heitkamp. Der 18-Jährige hat sich mit Kumpel Fabian Koch, seinem Banknachbarn im Physik-Leistungskurs am Norbert-Gymnasium in Knechtsteden bei Düsseldorf, schon am frühen Morgen in den Zug gesetzt. Nun gilts, erste Pfade im Dschungel der Möglichkeiten zu erkunden.

Bei Dr. Heribert Nacken sind sie an der richtigen Adresse. Der Mann ist nicht nur Inhaber des Lehrstuhls für Ingenieur-Hydrologie, sondern als Studiendekan auch eine Art Cheforganisator, wenn es um die Belange der Akademiker in Ausbildung geht. Jetzt erzählt er eine Menge über die Bandbreite der Umweltingenieurwissenschaften - das junge Fach, das seit zwei Jahren als Studiengang angeboten wird, elektrisiert die Massen sichtlich. Ebenso wie die übrigen Hörsäle platzt Nackens „Vorlesung” aus den sprichwörtlichen Nähten. „Gute Ingenieure, die über die eigene Disziplin hinaus denken und kommunizieren, werden heute mehr denn je gebraucht”, weiß der „Prof”. Er weiß auch, das genau das die Abiturienten dieser Tage umtreibt: „Unsere Aufgabe als Hochschule besteht auch darin, die Vielfalt der Fächer zu vermitteln und zugleich passgenaue Angebote zu machen.”

So können nicht nur Daniel und Fabian den (vorläufigen) Rückfahrschein in Sachen RWTH am Ende mit einiger Zuversicht buchen. Wohl wissend, dass ein großes „Bauprojekt” erst noch zu meistern ist. „Auf vielen Fächern liegt jetzt ein ziemlich krasser Numerus Clausus”, sagt Daniel. „Wenn du keinen guten Abischnitt schaffst, wirds echt schwierig.”
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