Ruth Richter liest aus ihrem Buch „Mein Sommer auf der Alm“

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Simmerath. Heftige Regenschauer. 14 Grad. „Genau das richtige Wetter zum Träumen; vielleicht von einem Sommer auf der Alm?“, sagten sich viele und besuchten das sonntägliche Literaturcafé der Bücherei und des Fördervereins der Gemeindebücherei Simmerath.

Mehr als 40 Gäste fanden nach kurzfristigen Anbaumaßnahmen Platz. Und dann erzählte Ruth Richter aus Rott von ihrem großen Abenteuer auf der Stumpfalm im Gsieser Tal in Südtirol. Darüber hat sie ein Buch geschrieben, das sie „Wo die Riesen schlafen gehen“ genannt hat.

Sie las aus ihren tagebuchartigen Aufzeichnungen vor und zeigte stimmungsvolle Lichtbilder. Wer Ruth Richter bei ihren Vorträgen erlebt, lernt sie als eine sehr bodenständige, menschenfreundliche und naturbegeisterte Frau im Dirndl kennen, die schon immer wusste, was sie wollte.

Aber für manche Lebensträume musste die Zeit erst reifen. Als ausgebildete Hauswirtschafterin und Altenpflegerin entschloss sie sich 2006 umzusatteln auf eine selbstständige Tätigkeit als Naturführerin. Bevor sie startete, nutzte sie die freie Zeit von drei Monaten, um sich ihren Traum von einem Sommer als Sennerin zu erfüllen. Sie hatte im November 2005 eine Anzeige im Gsieser Gemeindeblatt aufgegeben, und nach einem Vorstellungsbesuch erhielt sie die Zusage von der Bauernfamilie Burger. So froh die Bäuerin auch war, eine „Fremde“ für ihre Alm gefunden zu haben, so skeptisch war der Bauer, dass sie ohne einschlägige Erfahrung in der Landwirtschaft des Hochgebirges dieser Herausforderung gewachsen wäre.

Doch Ruth Richter stellte sich der Herausforderung – mit Erfolg. Sie bewirtschaftete die Hütte, zauberte auch für unangemeldete Gäste immer etwas Essbares auf den Tisch, stampfte Butter, machte Käse, beaufsichtigte die jungen Hirten, hütete das Vieh und versorgte vier Kälber, die im Sommer 2006 auf fast 2000 Metern Höhe zur Welt gekommen waren. Gleichwohl, einfach war es nicht für die Eiflerin, und sie nahm gern Hilfe ihrer Familie an, die die Gelegenheit nutzte, Alm-Urlaub zu machen. Letztlich veranlasste ihre mangelnde Furcht vor harter Arbeit, ihre Liebe zur Natur und zu den „Viechern“, wie sie „ihre“ Kühe liebevoll nannte, Franz Burger am Ende zu einem Lob der besonderen Art: „Mit Dir und Deiner Familie kann man ja einen Krieg gewinnen.“

Der Abschied nach drei Monaten auf der Alm mit dem fantastischen Blick auf die umliegenden Bergspitzen, die aussehen wie Riesen, die sich schlafen gelegt haben, fiel natürlich schwer. Doch Ruth Richter besucht die Burgers bis heute regelmäßig, um die entstandene Freundschaft aufrechtzuerhalten. Sie gerät immer noch ins Schwärmen, und das Zuhören macht Lust auf weitere Begegnungen mit ihr; etwa bei Reisen oder Wanderungen, über die man mehr unter www.naturerlebnisse.com erfährt.

Das Bücherei-Publikum war sehr beeindruckt und bedankte sich mit einem herzlichem Applaus.

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