Monschau - Russisches Nationalballett: Auf Zehenspitzen die Burgbühne erobert

Russisches Nationalballett: Auf Zehenspitzen die Burgbühne erobert

Von: P. St.
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Schwanensee wie es den Vorstellungen von einem Ballett-Klassiker entspricht: Mit großer tänzerischer Ausdruckskraft überzeugte das Russische Nationalballett die Zuschauer auf der Monschauer Burgbühne. Foto: P. Stollenwerk
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Auch nach der Aufführung waren die Akteure des Russischen Nationalballetts noch aktiv. Sie schrieben fleißig Autogramme und ließen sich fotografieren – gerne auch mit Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Wenn man an Ballett denkt, dann ist der gedankliche Sprung zu Schwanensee nicht weit. Fast jeder kennt dieses weltberühmte Meisterwerk des klassischen Balletts. Unwillkürlich tauchen vor dem geistigen Auge zierliche Tänzerinnen in weißen Tüllröckchen auf, die federleicht über die Bühne tänzeln und einen noblen Prinzen umschwärmen.

Diese Projektion von Schwanensee wurde auch in Monschau am Sonntagabend zu 100 Prozent erfüllt als das Russische Nationalballett aus Moskau auf Zehenspitzen die Burgbühne eroberte. Im Rahmen des 17. Monschau-Festivals hatte man hochprofessionelles Ballett im Rahmen seiner Europatournee für einen Abstecher in die Rurstadt verpflichtet.

Leider waren die Tribünen nur etwa zur Hälfte gefüllt, was die Begeisterung der Zuschauer für die Darbietung in Perfektion nicht schmälerte. Nicht nur rund 600 Zuschauer in Monschau zeigten sich begeistert von atemberaubenden Tanzsprüngen und gefälliger Choreographie vor der Burgmauer, auch die 20-köpfige Balletttruppe ihrerseits war von Monschau begeistert.

Mittags war die Truppe von Berlin kommend mit Übernachtung in Hamm in Monschau eingetroffen. Auf der Burgbühne wurden zunächst die Smartphones gezückt, denn auch ein international beschäftigtes Ensemble spielt nicht alle Tage auf einer so hoch und extravagant gelegenen Bühne mit ihrem historischem Ambiente.

„Die Darsteller sind begeistert von der Burg mit ihren vielen Auf- und Abgängen, Treppen und Winkeln“, lacht Projektleiterin Rimma Wachsmann. Am Nachmittag erkundeten dann mehrere junge Tänzerinnen in ihren Ballettkostümen die Monschauer Altstadt, ließen sich von der Atmosphäre in den Altstadtgassen verzaubern und machten in Eigeninitiative bei den zahlreichen Touristen noch kurzfristig optisch wirksame Werbung für die Veranstaltung am Abend, wo man sie dann in voller Anmut sehen könne.

Bei besten äußeren Bedingungen startete dann die Aufführung. Für den Ballettkenner wird auch die dramatische Geschichte um Eifersucht, Wut, Schmerz, Glück und dem Sieg der Liebe am Ende der Darbietung ihre Berechtigung haben, aber man darf davon ausgehen, dass für die Mehrzahl der Besucher weniger das Treiben in der Taverne, die Festzeremonie am Hof des Königs oder die Bauern bei der Weinernte im Blickpunkt stehen, sondern allein die tänzerische Ausdruckskraft auf der Bühne.

Dabei kamen die Zuschauer vollends auf ihre Kosten. Mit Leichtigkeit und Eleganz schwebten die Darsteller des Russischen Nationalballetts über die Bühne. Die tänzerische Poesie auf Zehenspitzen löste sich immer wieder auf in kühnen Sprüngen und geradezu schwerelos wirkenden Tanzbildern. Durch Lichteffekte, künstliche Blitze und dichten Nebel aus der Maschine wurde die Dramaturgie auf der Bühne noch erhöht.

Die mitreißende Choreographie, angefangen vom vorwitzigen Hofnarren bis hin zu den Schwänen fügten sich zu einem harmonischen und optisch mitreißendem Gesamtbild zusammen. Einige kleine Unstimmigkeiten wurden seitens der künstlerischen Leitung auf das unorthodoxe Bühnenformat auf der Burg zurückgeführt, aber die fehlenden Feinheiten in der Abstimmung dürften den innig und herzlich applaudierendem Publikum nicht aufgefallen sein.

Nach der zweieinhalbstündigen Aufführung standen die Akteure dann im Burghof noch freundlich und offen bereit für Autogramme und Fotos, ehe nach einer Stärkung in der Jugendherberge noch in der Nacht die Rückreise angetreten wurde.

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