Monschau - Rurufer-Radweg: Bald wieder freie Fahrt für Radler?

Rurufer-Radweg: Bald wieder freie Fahrt für Radler?

Von: ag
Letzte Aktualisierung:
grünental-bu
Betreten verboten: An dieser Stelle dürfen Radler nicht den Weg entlang des Rurufers nehmen. Stattdessen müssen sie rund 400 Meter die Straße nach Imgenbroich hoch. Foto: Andreas Gabbert

Monschau. Die Radfahrer, die auf dem 170 Kilometer langen Rurufer-Radweg unterwegs sind, müssen bislang im Grünental auf die Straße ausweichen und einen Umweg in Kauf nehmen. Dann heißt es absteigen und das Fahrrad rund 400 Meter die steile Straße hoch zu schieben.

Wenn sich dann Autos und Radfahrer auf diesem Stück begegnen, wird es sehr schnell verdammt eng und gefährlich. Der direkte Weg über das Gelände der ehemaligen Gaststätte „Haus Grünental” ist noch gesperrt - der ehemalige Besitzer hatte kein Interesse daran, sein Gelände für den öffentlichen Verkehr zu öffnen.

Nachdem das Gelände jetzt verkauft wurde, sieht die Stadt Monschau eine neue Möglichkeit, das Radwegerecht für diesen Bereich zu erhalten. Die Stadt ist gemeinsam mit dem Kreis Aachen an den Käufer herangetreten, um Gespräche zu führen. Sollte es zu einer Genehmigung kommen, so würde diese für den Kreis Aachen ausgestellt.

Zweites Haus errichten

Der Käufer zeige sich offen und kooperativ, erklärte die Beigeordnete der Stadt Monschau, Margareta Ritter, auf Anfrage. Allerdings sehe der Käufer durch eine Öffnung des Geländes seine Privatsphäre gefährdet und verweise auf die Notwendigkeit einer Ruhezone.

„Diese Sorge ist verständlich”, sagte Ritter. Aus diesem Grund möchte der neue Eigentümer vor einer möglichen Öffnung des Geländes gerne ein zweites Haus auf dem Grundstück errichten, um für sich eine Ruhezone zu schaffen. Da das Gelände nach Auskunft der Beigeordneten aber zum Natura-2000-Gebiet gehört und damit unter Schutz steht, sei eine Bebauung wenn überhaupt nur mit Auflagen zulässig. Dazu ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig, die der Inhaber nun beantragen möchte, um eine „reduzierte bauliche Nutzung” zu erreichen. „Der neue Eigentümer wird dabei von allen beteiligten Fachbereichen unterstützt”, betonte Ritter. Für konkrette Ergebnisse sei es allerdings noch zu früh.

Zur Geschichte des Hauses findet man im Archiv des Geschichtsvereins Monschauer Land einige Informationen. Demnach wurde das Anwesen um 1763 von dem Tuchfabrikanten Matthias Offermann aus Imgenbroich errichtet. Er baute im Grünental eine Wollwäsche, eine Färberei und eine Walkmühle, später kamen eine Loh- und eine Schleifmühle hinzu. Gleichzeitig erfolgte der Ausbau des Waldweges nach Imgenbroich zur Fahrstraße.

„Im Zuge der nach 1800 einsetzenden verstärkten Mechanisierung entstanden unter Georg Christoph Werner eine mechanische Rauerei anstelle der Lohmühle (1817), eine neue Walke (1824) und zuletzt eine Spinnerei (1832), die 1861 abbrannte”, berichtet der Geschichtsverein. In verkleinerten Rahmen sei die Spinnerei schließlich bis 1900 fortgeführt worden. Bis zum 2. Weltkrieg und noch in den 50er Jahren war Grünental ein beliebtes Ausflugslokal. In der Folgezeit bestand in den Talwiesen des Anwesens zeitweilig ein Dauercampingplatz. Bis in die 1970er-Jahre war Grünental im Monschauer Land auch für seine Tanz- und Disco-Veranstaltungten bekannt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert