„Rursee Sessions“ wird fortgesetzt: Jazzkunde mit Spiel- und Erzählfreude

Von: P. St.
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Tom Lorenz in Aktion: Melodisch, rhythmisch, virtuos und mit hoher musikalischer Ästhetik begeisterte der Jazz-Musiker am Vibrafon bei den Rursee Sessions im Heilsteinhaus Einruhr. Foto: P. Stollenwerk
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Nico Gomez begeistert bei seinen Auftritten mit seiner hervorragenden Stimme und der mitreißenden Bühnenpräsenz.

Einruhr. Höchsten Jazzgenuss in der Vorweihnachtszeit erlebten die rund 60 Besucher jetzt im Heilsteinhaus Einruhr, wo die Konzertreihe „Rursee Sessions“ unter musikalischer Federführung des Pianisten Gero Körner in die letzte Runde für dieses Jahr startete.

Der Düsseldorfer Vibrafonist Tom Lorenz war zu Gast in der winterlich angehauchten Eifel, um mit seinem Instrument, das eine Seltenheit in der Musiklandschaft darstellt, einen klangvollen Schlussakzent für das Jazzjahr 2014 am Obersee zu setzen.

Die Reihe Rursee Sessions hat nach ihrer vierten Auflage bereits ein treues Stammpublikum gefunden, und die Besucher wissen, dass die Sonntagskonzerte die breite Farbpalette des Jazz aus den unterschiedlichsten musikalischen Blickwinkeln beleuchten. Mehr noch: Das Publikum darf sich auch noch über eine pädagogische Note bei den Rursee Sessions freuen.

Gero Körner und seine Gäste behalten ihre Geheimnisse nicht für sich. Sie erzählen über die Instrumente, ihre Technik, ihre Motivation sowie Herkunft und Charakter der Stücke, die in der Jazzszene zwar gerne als Standards beschrieben werden, so wie wohlklingende Cocktails in einer guten Bar, aber dem breiten Publikum dann doch nicht so geläufig sind.

Musikalische Erfahrung

In früherer Zeit schenkte man kleinen Kindern gerne ein Xylofon zu Weihnachten. Auf den bunten Metallplättchen war es leicht, einfache Melodien zu spielen. Fortgeführt wurden die ersten musikalischen Gehversuche dann in der Grundschule mit den Orffschen Instrumenten, ehe in der Regel dann die kurze musikalische Karriere schon wieder zum Erliegen kam.

Was passieren kann, wenn man sich als „Stabspieler“ dann aber weiterentwickelt, demonstrierte ebenso spiel- wie erzählfreudige Tom Lorenz bei seinem Auftritt. Als Schlagzeuger gestartet, landete er schließlich beim Vibrafon. Der preisgekrönte Musiker, der musikalisch dem fortgeschrittenen Swing der 50er und 60er Jahre nahesteht, faszinierte die Gäste mit seiner Vielschlagtechnik.

Der warme Klang des Vibrafons sowie dessen ebenso melodiöse wie rhythmische Ausstrahlung ließ die Besucher von der ersten Sekunde an mitswingen, während der bestens aufgelegte Tom Lorenz die hohen virtuosen Hürden mit spielerischer Leichtigkeit und großer Spielfreude meisterte.

Lorenz ist fester Bestandteil der Düsseldorfer Jazz-Szene, hat in Österreich und den USA Musik studiert sowie als Gast-Solist unter anderem mit der WDR-Big-Band, Charlie Mariano und Klaus Doldinger zusammengearbeitet.

Was aber wäre der beste Solist ohne die tragenden musikalischen Säulen im Hintergrund?

Der ebenfalls aus Düsseldorf stammende Bassist Nico Brandenburg, der auch Dozent für Kontrabass und E-Bass und Schlagzeuger in Düsseldorf ist und unter anderem Eurovision-Song-Contest-Siegerin Lena Meyer Landrut bei ihrer Deutschlandtournee 2011 begleitete, baute mit seinen Mitstreitern ein sicheres Fundament auf und zeigte bei gelegentlichen Solo-Passagen die hohe Kunst des Basszupfens.

Mit Schlagzeuger Stefan Kremer, der eines der Aushängeschilder der Szene im deutsch-belgischen Raum ist, wurde die erfahrene Rhythmusabteilung abgerundet. Stefan Kremer, geboren 1957 in Aachen, spielte mit 19 Jahren bereits Konzerte mit Jazzlegende Chet Baker in Belgien und Frankreich und spielt seit 40 Jahren mit vielen europäischen und amerikanischen Musikgrößen.

Dennoch wusste er wohl zu unterscheiden, wann er im Hintergrund das Ensemble führt und wann die Zeit gekommen ist, dem Schlagzeug die führende Rolle zu übertragen.

Stammpublikum gefunden

Mit Gero Körner am Klavier, der Künstler wie Ina Deter, Wonderwall oder Heribert Leuchter begleitetet, aber auch in der Progressiv-Rockband „Rufus Zuphall“ agiert, wurde das Trio durch einen vielseitigen Solisten komplettiert. Der Gastgeber aber hielt sich gerne im Hintergrund, wobei er am Ende bei zwei Bluesnummern unterstrich, welche musikalische Kraft und Präsenz er vorweisen kann.

In ihren Stücken folgten die Musiker den Spuren des berühmten „Modern Jazz Quartetts“, das beginnend in der 50-er Jahren einem breiteren Publikum den Zugang zur Jazzmusik eröffnete.

Unaufgeregt und entspannt ging es durch ein ausgedehntes Programm, das mit einer treibenden Zugabe die Besucher gut gestimmt und voller Vorfreude auf weitere Jazz-Highlights in den dritten Advent entließ.

„Wir haben uns fest vorgenommen, die Reihe Rursee Sessions weiterzuführen“, meinte Initiator Gero Körner. Im zweiten Jahr könne man dann sehen, ob sich die Reihe in der Region verankere. „Das erste Jahr hat uns bestätigt weiterzumachen.“

Auch Organisatorin Astrid Joraschky von der Rursee Touristik freut sich darüber, dass die Sessions inzwischen ihr treues Publikum gefunden haben, würde sich aber noch paar Besucher mehr wünschen, die bereit sind, sich auf guten Jazz einzulassen.

Am 22. März starten die Rursee Sessions 2015

Nach einem erfolgreichen Auftakt der Rursee Sessions im Jahr 2014 im Heilsteinhaus Einruhr wird die vierteilige Reihe (zu jeder Jahreszeit ein möglichst passendes Programm) auch 2015 weitergeführt. Der erste Termin steht bereits fest.

Am Sonntag, 22. März, um 11.30 Uhr im Heilsteinhaus Einruhr trifft Gastgeber Gero Körner den Gesangssolisten Nico Gomez. Der 22-jährige aus Euskirchen stammende Musiker ist in der Öffentlichkeit durch seine Teilnahme an der Casting-Show „The Voice of Germany“, wo er es bei der letzten Staffel sogar bis ins Viertelfinale schaffte, bekannt worden. Der junge Mann aus der Eifel begeisterte bei seinen Auftritten Publikum und Jury mit seiner hervorragenden Stimme und der mitreißenden Bühnenpräsenz.

Bei seinem Gastspiel in Einruhr wird Nico Gomez gemeinsam mit Gero Körner beim einem stimmungsvollen Frühjahrskonzert Songs verschiedener Soul-Legenden wie auch eigene Kompositionen präsentieren.

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