Rursee-Sessions: Eine fröhlich-frische Matinee am Obersee

Von: P. St.
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Jazz mit Herz und Können bot die zweite Rursee-Sessions im Heilsteinhaus Einruhr. Diesmal hatte Gero Körner die Jazz-Interpretin Susanne Schneider eingeladen. Musikalisch hervorragend abgerundet wurde das Konzert durch Christoph Freier am Schlagzeug und Fritz Roppel am Bass. Foto: P. Stollenwerk

Einruhr. Musik in der Eifel – das müssen nicht zwangsläufig Blaskapellen und Spielmannszüge sein, selbst nicht zur Landkirmes. Dass es noch hörenswerte Alternativen gibt, zeigt die Musik-Reihe „Rursee-Sessions“, deren zweite Auflage jetzt im Heilsteinhaus Einruhr über die Bühne ging.

Nach dem gelungenen Startschuss Ende März mit dem Aachener Sänger Jupp Ebert („The Voice“) bestimmte diesmal frischer Sommer-Jazz das Programm.

Gute Musik, ganz ungezwungen in schöner Umgebung zu präsentieren, lautet das Konzept der Rursee-Sessions, die in diesem Jahr noch zweimal (28. September und 14. Dezember) stattfinden werden.

Verlässliche Band

Initiator der Reihe ist gemeinsam mit der Rursee-Touristik der in der Eifel aufgewachsene und längst international viel gefragte Musiker Gero Körner, der sich zu jedem der vier Sessions geschätzte Musikerkollegen einlädt. Beim zweiten Konzert traf er die Jazz-Sängerin Susanne Schneider aus Kall.

Gut 60 Zuhörer waren ins gastfreundlich gestaltete Heilsteinhaus gekommen, und mit dem federleichten Jazz-Standard „Softly as a morning Sunrise“ wurden die Gäste gleich richtig auf eine frische und beschwingte Matinee am Obersee eingestimmt.

Das heitere sommerliche Programm schlug, was in diesen Tag wohl nicht zu umgehen ist, auch einen musikalischen Flankenball nach Brasilien, aber auch ganz ursprüngliche deutsche Musik hat das Zeug für emotionale Jazz-Versionen. Diesen schwierigen Spagat, Melodien aus der Ufa-Zeit oder bekannte Operetten-Melodien mit jazziger Würze neu zu mixen, wagte Susanne Schneider, die mit ihren einfühlsamen Interpretationen und höchster stimmlicher Souveränität das Publikum begeisterte. Originell, frisch und frech sang sie sich in spielerischer Harmonie mit ihrer Combo ungezwungen durch das musikalische Vermächtnis großer Komponisten und feilte deren musikalische Qualität mit eigener Note heraus.

Gero Körner unterstrich als Keyboarder seine filigrane Technik und verstand sich auch als liebenswürdiger Moderator. Fast schwerelos und perlend leicht glitt er über die Tasten, wobei er auf eine überaus verlässliche Rhythmus-Abteilung zurückgreifen konnte. Die aus Köln stammenden Musiker, Fritz Roppel am Kontrabass und Christoph Freier am Schlagzeug, sorgten für den nötigen Drive und setzten ebenso ihre Akzente: Roppel mit seinem versierten und dezenten Bassspiel, Freier mit astreiner Besenarbeit.

Mit ehrlicher Musik und einer unaufgeregten Darbietung sorgte das Quartett für höchsten Genuss beim zahlenmäßig limitierten, aber sachverständigen Eifeler Jazz-Publikum, das dann mit der Zugabe des brasilianischen Latinjazz-Klassikers „The Girl from Ipenama“ in einer wunderbar sensiblen und unaufdringlichen Interpretation beschwingt und leichtfüßig entlassen wurde.

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