Einruhr - Rursee Marathon: Markus Mey gewinnt auf seiner Trainingsstrecke

Rursee Marathon: Markus Mey gewinnt auf seiner Trainingsstrecke

Von: Max Stollenwerk
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Pünktlich zum Start der Königsdisziplin über 42,195 Kilometer zeigte sich sogar die Sonne zaghaft am Himmel. Foto: Max Stollenwerk
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Die Sieger und Platzierten über die Königsdisziplin ernteten bei der Siegerehrung einen kräftigen Applaus im Einruhrer Festzelt. Foto: Max Stollenwerk
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Erschöpft, aber glücklich: Beim sechsten Start auf seiner Heimstrecke sicherte sich Markus Mey in diesem Jahr den Titel beim Marathon.

Einruhr. Am Honigberg in Rurberg ist es besonders laut gewesen. An dem Punkt, wo sich die Läuferscharen des Rursee-Marathons und der beliebten 16,5-Kilometer-Strecke trennten. Hier wurden sämtliche Läufer von einem Trommelsturm lautstark begrüßt.

Falls den einen oder anderen schon so langsam die Kräfte verließen, kam diese Motivation zum richtigen Zeitpunkt. Insgesamt über 1200 Athleten wurden hier am Sonntag von den rhythmischen Klängen der Trommler begleitet. Denn am Haupttag des Rursee-Marathons standen am Sonntag mit dem Marathon selbst und dem Lauf über 16,5 Kilometer die beiden teilnehmerstärksten Konkurrenzen auf dem Programm.

Doch dies war nur einer von vielen Höhepunkten auf der bei vielen Läufern so beliebten Naturstrecke des Rursee-Marathons, der in diesem Jahr zum 21. Mal stattfand.

„Die Stimmung unter den Läufern war sehr gut, und der absolute Großteil war total begeistert“, zeigte sich Bernhard Pauls vom Organisations-Team rundum zufrieden. Auch die Vorbereitung auf die größte Laufveranstaltung in der Gemeinde Simmerath sei reibungslos verlaufen.

„Wir haben einen festen Zeitplan, den wir auf unseren regelmäßigen Treffen im Auge hatten und konnten diesen zu jeder Zeit umsetzten“, so Pauls. Und sogar das Wetter spielte dann noch mit: „Das Wetter war ja eher schlecht und es hat die ganze Nacht geregnet, doch pünktlich zum Start wurde es dann doch noch trocken.“

Daher konnte Daniel Wergen von der Sparkasse Aachen bei zwar kühlen, aber nahezu optimalen äußeren Bedingungen pünktlich um halb elf den Startschuss für die rund 350 Marathonis geben. Exakt 30 Minuten später erfolgte der Startschuss für die Teilnehmer der 16,5-Kilometer-Distanz. Diese war mit gut 850 Läufern die mit Abstand stärkste Konkurrenz beim diesjährigen Rursee-Marathon.

Das Organisations-Team zeigte sich mit den Starterzahlen, die sich im Vergleich zu den letzten Jahren nur leicht verändert hatten, zufrieden.

Teilweise tiefer Boden

Nach dem Start dauerte es eine Weile, bis sich das Teilnehmerfeld entzerrt hatte und jeder sein Tempo laufen konnte. Während der Läufe war zu beobachten, dass einige sich ein konkretes Ziel gesteckt hatten, während andere eher gemütlich liefen und sich unterhielten. Erschwert wurde das Streckenprofil durch den teilweise tiefen Boden, der sich durch den vielen Regen in der Nacht zu Sonntag gebildet hatte.

Die erste wirkliche Herausforderung wartete am Anstieg zur Urft-staumauer, den viele Läufer gehend bewältigen mussten. Oben angekommen bahnten sich zaghaft die ersten Sonnenstrahlen ihren Weg durch den Wald, während es für die Läufer die erste Verpflegungsstation, sogar mit dem einen oder anderen Schnaps, gab.

Nachdem sich das Teilnehmerfeld in Rurberg trennte, war für die Starter über die 16,5-Kilometer-Distanz bereits über die Hälfte geschafft. Die Marathonis hatten dagegen noch einen Großteil der Strecke vor sich. Neben dem Startbereich hatten sich am Eiserbachdamm mit Abstand die meisten Zuschauer eingefunden, die jeden einzelnen Läufer anfeuerten und motivierten.

Nach einigen Kilometern durch die von vielen Athleten geschätzte Naturstrecke konnte Moderator Andreas Menz bereits nach deutlich unter einer Stunde Martin Heuschen, den Sieger des 16,5-Kilometer-Laufes, zurück in Einruhr begrüßen. Bevor die ersten Marathonläufer in Sicht waren, begleitete Menz jeden Läufer ins Ziel. Nach 2:49:25 war es dann soweit, und der diesjährige Sieger der Königsdisziplin über die 42,195 Kilometer näherte sich mit großen Schritten der Ziellinie. Es war ein alter Bekannter: der in Morsbach Heimische und für „Peters Sportteam“ startende Markus Mey.

„Der Rursee-Marathon ist für mich so etwas wie ein Heimspiel, auf der Strecke, auf der ich fast täglich trainiere und neben dem Monschau-Marathon der absolute Höhepunkt in der Laufsaison“, sagte Mey unmittelbar nach dem Zieleinlauf. „Die vielen Bekannten und Freunde an der Strecke motivieren natürlich noch zusätzlich.“

Persönlicher Traum erfüllt

Nachdem er im letzten Jahr bei der Jubiläumsausgabe den Ultra-Lauf über 56 Kilometer gewinnen konnte, siegte er nun zum ersten Mal im Marathon. „Es hat heute richtig Spaß gemacht und ich habe mich gut gefühlt. Ich bin langsam gestartet, war bis zu Kilometer 30 mit meinem Konkurrenten zusammen und habe dann am Ende meine Erfahrung ausgespielt“, erklärte der Sieger seine Taktik.

Der 46-Jährige war bereits zum sechsten Mal beim Rursee-Marathon am Start und hat sich nun mit dem ersten Sieg einen persönlichen Traum erfüllt. Mit seiner Leistung auf dem matschigen Untergrund war er zufrieden, „auch wenn es nicht meine Bestzeit war“. Nun steht für ihn erst einmal eine circa zweimonatige Pause an, „denn nach 34 Rennen war das für mich der Saisonabschluss“.

Die schnellste Dame war Katrin Esefeld von der LG Mettenich, die den Rursee-Marathon damit zum vierten Mal für sich entscheiden konnte. Bei der Siegerehrung lief der Song „We Are The Champions“ und es gab einen Konfettiregen. Die Zweitplatzierte, Maud Golsteyn, kam aus den Niederlanden und gab lächelnd zu, dass sie nicht nur zum ersten Mal beim Rursee-Marathon dabei war, sondern dies ihr „erster Marathon überhaupt“ war.

Zweite bei der Premiere

„Es ist eine sehr schöne Strecke mit einer wunderbaren Landschaft, die durch den tiefen Boden aber ziemlich schwierig wurde“, sagte sie, die eigentlich im Triathlon zu Hause ist und durchschnittlich 20 Stunden pro Woche trainiert. Ob sie auch im nächsten Jahr wieder dabei sein wird? „Im Oktober ist die Europameisterschaft im Cross-Triathlon, so dass die Vorbereitung sehr kurz ist, aber vielleicht schaffe ich es trotzdem“, sagte sie lachend.

Erfreulicherweise gab es auf der Strecke keine erwähnenswerten Vorfälle, so dass die Helfer von THW, Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz und der Polizei einen recht entspannten Tag erlebten. „Es ist alles ruhig gelaufen, aber auch sonst wären wir für alles gerüstet gewesen“, versicherte Bernhard Pauls.

Die Vorbereitungen für den 22. Rursee-Marathon beginnen bereits im März. „Ende März, Anfang April möchten wir gerne die Flyer fertig haben, um Werbung machen zu können“, so Pauls nach der Siegerehrung, während die letzten Läufer nach und nach im Ziel eintrudelten. Als voraussichtlichen Termin für den nächsten Rursee-Marathon nannte er den 3./4. November 2018.

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