Rursee Marathon: Ein „Tausendfüßler” im schönsten Dorf

Von: Vera Junker
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Begleitet vom stürmischen Beifall der vielen Zuschauer und ihres eigenen Fanclubs mit Transparenten sowie „escortiert” von Stefan Winter aus Steckenborn (li.) lief Claudia Schwan aus Eicherscheid als beste Eifelerin und als zweitbeste Läuferin überhaupt ins Ziel in Einruhr. Foto: Vera Junker

Einruhr. Es hatte etwas von einem Tausendfüßler, als sich am Sonntag ein nicht enden wollender Strom Läufer durch die Straßen Einruhrs wand. In der Tat waren es auch weit mehr als tausend Füße, die sich entweder auf die olympische Distanz von 42,195 Kilometer wagten oder doch die kürzere, 16,5 Kilometer lange Strecke bevorzugten.

Bei kaiserlichem Wetter, mit strahlend blauen Himmel und Sonnenschein konnte schon vor dem Start der Laufstrecken aus vielen Gesichtern des „Tausendfüßlers” ein Lachen gelesen werden. „Wir wollen es genießen, einfach Spaß haben in der Natur”, unterstützt dies einer der noch kurz vor dem Start auf und ab hüpfenden Läufer.

Mit dem vom Simmerather Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns abgefeuerten Startschuss des Marathons setzten sich dann wahre Massen in Bewegung. Wie nicht anderes zu erwarten, zerriss das Feld nach und nach in einzelne Gruppen.

Tempo hochgehalten

Das Tempo wurde trotz schöner Aussichten von Beginn an hoch gehalten. Die erste Vermutung, wer der spätere Sieger sein könnte, gab es zu diesem Zeitpunkt schon im Zielraum. „Ich tippe darauf, dass Jürgen Austin-Kerl gewinnt. Vielleicht sogar mit einem neuen Streckenrekord”, meinte die Stimme der Veranstaltung, Moderator Ralph Thoma.

Ob diese Prognose sich bewahrheiten sollte, stand allerdings erst einmal im Hintergrund, denn bevor die Königin und der König über die Marathon-Distanz geehrt werden konnten, sorgten die Läufer über die 16,5 Kilometer für gute Stimmung am Zielkanal in Einruhr. Mit tosendem Applaus und La Ola wurden dort nicht nur der Sieger El Houssaine Doubai und die Siegerin Kristina Ziemons begrüßt, sondern alle, die sich die letzten Meter entlang des Sees mühten. Die Aachenerin Ziemons erklärte kurz nach dem Zieleinlauf: „Das war schon echt anstrengend mit diesen paar fiesen Bergen. Aber die Landschaft, das Wetter und die familiäre Atmosphäre hier machen das wieder wett. Es hat Spaß gemacht.”

Von der familiären Atmosphäre war auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns begeistert: „Das ist schon klasse, was hier Jahr für Jahr allein durch ehrenamtliches Engagement auf die Beine gestellt wird. Heute herrschen dazu noch optimale Bedingungen - was braucht man mehr für ein Highlight im schönsten Dorf des Kreises Aachen?”

Es brauchte nicht einmal die Fähigkeit eines Gedankenlesers, um die Gesichtszüge der Zieleinläufer zu deuten. Das Lachen schien wie in Stein gemeißelt und das, auch bei denjenigen, die sich über 42,195 lange Kilometer durch den Nationalpark gekämpft hatten. Denn auch diese fanden sich nach und nach in Einruhr ein.

Moderator mit gutem Riecher

Die Sieger über diese Strecke? Hatten sich die Prognosen bewahrheitet? Mitorganisator Ralph Thoma hatte schon morgens den richtigen Riecher, denn der für Kassel startende Jürgen Austin-Kerl schlängelte sich als erster, gut gelaunt durch den Zielkanal am See. Auch nach über zweieinhalb Stunden Laufen gab der Sieger schnell ein Statement ab: „Für den Streckenrekord hat es leider nicht gereicht, aber bei dem Applaus komme ich nächstes Jahr wieder. Und dann fällt der Streckenrekord.”

Ähnlich locker zeigte sich auch Sabine Lakomy, die die letzten Meter laut jubelnd zurück legte und sich die Krone bei den Damen aufsetzen darf. Kurz hinter Lakomy erreichte die Eicherscheiderin Claudia Schwan das Ziel in Einruhr, empfangen mit einem extra angefertigten Plakat. Denn die 25 beendeten Marathons ihrerseits entsprechen unvorstellbaren 1054,875 im Laufschritt zurück gelegten Kilometern. Und da sind die vielen Läufe über kürzere Distanzen nicht mitgerechnet.

Immer mehr Läufer strömten dann ins Ziel, die immer wieder aus dem nichts auftauchenden Berge entlang des Sees hatten den Sportlern einiges abverlangt. Doch schon nach wenigen Sekunden überwog der Stolz, die Freude in den Gesichtern. „Man glaubt es kaum, aber man kann das trotz Anstrengungen hier genießen”, grinst ein älterer Läufer und macht sich auf den Weg zum Verpflegungsstand. Dort liegen immerhin je tausend Äpfel und Bananen zum Verzehr bereit. „Wir brauchen ja auch wieder Energie, damit wir jetzt noch etwas feiern können.”

Gefeiert wurde dann auch - auf unterschiedlichste Art und Weisen: Mal mit einem Glas Bier, mit einem schönen Stück Torte oder auch mit einer teuren Zigarre. Man musste den Moment, die untergehende, sich im See spiegelnde Sonne genießen.

Einen besseren Rahmen hätte es für die Veranstaltung am Rursee nicht geben können, und die Aufforderung der Läufer und auch des Bürgermeisters, „Macht weiter so!”, wird in Einruhr befolgt. „Hier haben sich heute wieder alle wohl gefühlt, das ist der Lohn für unsere Arbeit. Die Teilnehmerzahlen sind konstant. Wir freuen uns schon darauf, im nächsten Jahr die Rursee Marathon-Familie wieder begrüßen zu dürfen”, erklärt eine glückliche Organisatorin Barbara Wollgarten.
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