Rurberg/Woffelsbach - „Rursee in Flammen”: Nur Gewitter und Sturm wären schlimm

„Rursee in Flammen”: Nur Gewitter und Sturm wären schlimm

Von: Vera Junker
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Zu der schwungvollen, modernen
Zu der schwungvollen, modernen Musik von der Bühne mischte sich der dumpfe Klang von Regentropfen, die auf aufgeklappten Regenschirmen zerplatzen: Das Rurseefest stand am Samstagabend im Zeichen des Wetters

Rurberg/Woffelsbach. Eingehakt, den Blick gen Bühne gerichtet. Die Bindfäden, die vom Himmel fallen im Scheinwerferlicht gut sichtbar. Zu der schwungvollen, modernen Musik von der Bühne mischt sich der dumpfe Klang von Regentropfen, die auf aufgeklappten Regenschirmen zerplatzen.

Für niemanden planbar und sowohl für die Verantwortlichen, als auch die Besucher nicht zu ändern, stand am Samstagabend der Höhepunkt des alljährlichen Festes „Rursee in Flammen”, das große Feuerwerk, im Zeichen des Wetters.

Eine ungewohnte Atmosphäre entwickelte sich entlang des Rurseeufers und vor den beiden, wie gewohnt aufgebauten, Bühnen. In Regenjacken eingepackt, mit dem Schirm „bewaffnet” oder unter schützende Dächer geflüchtet - es galt zusammen zu rücken. Die Wassermassen, die sich ausgerechnet in den Abendstunden aus den Wolken ergossen, machten es den Organisatoren des Rurberger und Woffelsbacher Orts- und Verkehrsvereines nicht leicht, die gute Laune zu bewahren.

„Das Wetter macht uns wirklich einen Strich durch die Rechnung”, musste Organisator Sander Lutterbach feststellen. Im dritten Jahr hintereinander suchte man die Sonne vergebens am Himmel. Unter den umher schlendernden Besuchern aus nah und fern, die sich trotz dicker Regentropfen nicht die gute Laune vermiesen ließen, kam kurzzeitig sogar die Frage auf: „Findet das Feuerwerk überhaupt statt?”

Doch da konnte Lutterbach schnell Entwarnung geben: „Wir haben Rücksprache mit den Pyrotechniker gehalten, der Regen ist gar kein Problem. Erst wenn Gewitter und Sturm zusammen kämen, müssten wir uns einfallen lassen.” Es wäre auch ein historisches Ereignis gewesen, bisher hat das Feuerwerk im Rahmen von „Rursee in Flammen” immer statt gefunden.

Seit Jahren gehört auch der kulinarische „Schlemmer-Markt” zum Programm von „Rursee in Flammen”. In den Nachmittagsstunden, in denen an einen verregneten Abend überhaupt noch keine Gedanken verschwendet wurden, herrschte zwischen den Ständen bereits rege Betriebsamkeit. Mitten drin auch der verantwortliche Marktmeister Siegfried Lauscher. Mit einem Ordner unter den Arm geklemmt, musste er den Überblick behalten. Steht jeder Stand an der richtigen Stelle? Sind überhaupt alle pünktlich da? Was ist mit Wasser und Strom? Und hat auch wirklich jeder nur das aufgebaut, was er soll? „Wenn jemand zehn Meter Stand mietet, aber die doppelte Länge aufbaut, dann gilt es natürlich zu reagieren”, so Lauscher.

Nur mit langer Vorlaufzeit ist der Markt, der viel zu oft in den Schatten der großen Bühnen oder des Feuerwerks tritt, zu organisieren. „Bereits im November beginnt die Vorbereitung”, erklärte Lauscher während er sich den Weg von Stand zu Stand bahnt. „Insgesamt hatten wir 150 Anfragen von Ausstellern, hier vor Ort sind jetzt 75, darunter auch Leute aus dem Ruhrgebiet”, so Lauscher, der anfügte: „Zwar sind einige wohl aufgrund des Wetters nicht gekommen, die Bandbreite der Aussteller ist in jedem Fall gegeben”, so Lauscher.

Positive Effekte

Neben kulinarischen süßen oder herzhaften Leckerbissen, gab es etwa auch Kleidung und vielerlei mehr zu entdecken. Die Besucher waren jedenfalls zufrieden. Familie Beuklan, die einen Nachmittagsspaziergang über den Markt machte, freute sich lachend: „Wir müssen in keinem Fall mehr kochen heute Abend.”

Zufrieden waren die Besucher, die den Weg an den Rursee gefunden hatten, auch mit Musikauswahl und dem farbenfrohen Feuerwerk. Auf der Festwiese im Sief sorgte „S.O.S Spirit of Sound” für die richtigen Klänge und auf der Festwiese am Antoniushof spielten „For Example” auf. Das die Wiesen nach dem Regen aufgeweicht waren, interessierte dabei die wenigsten Besucher.

Auch Sander Lutterbach freute sich über die Ausdauer der Besucher: „Wir sind froh, dass wir ein treues Publikum hier haben. Wir, also alle ehrenamtlichen Helfer, möchten uns dafür bedanken, dass trotz Regens die Besucherzahlen nicht eingebrochen sind.” In der Tat scheint den Besuchern von „Rursee in Flammen” das Wetter ziemlich egal zu sein, so konnte die Besucherzahl insgesamt betrachtet, mit 35.100 im Vergleich zum Vorjahr gehalten werden. Wobei das neu eingeführte „Rursee-Rock”, sowie „Das Singfestival: Deutschland singt mit!” positive Besuchereffekte mit sich brachte.

Am Samstagabend jedenfalls beobachteten Tausende das Feuerwerk aus einer neuen Perspektive. Zwar verließen die meisten die Wiesen und schützenden Dächer, um das Lichterspektakel, dass wie im Vorjahr von den Pyrotechnikern Franz Hermann Ingmanns und Thomas Schmiedeknecht an den Himmel gemalt wurde, zu verfolgen.

Doch die Schirme blieben gezwungenermaßen aufgeklappt. Von lauten „Ohs” und „Ahs” begleitet, richteten sich die Blicke in den Himmel und verfolgten die grünen, roten oder goldenen Muster, die dort das Panorama jeweils für Sekunden in farbliche Schattierungen tauchten. Zu den bis zu dieser Stunde vorherrschten dumpfen Regenklängen gesellten sich nun Donnerschläge und der Applaus der zahlreichen Beobachter. Eine ungewohnte Klangwelt, mit eigenem Charme.
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