Rurberg/Woffelsbach - Rursee-Gastronomie gegen weitere Streckensperrungen

Rursee-Gastronomie gegen weitere Streckensperrungen

Von: ho
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Spricht sich gegen eine weitere Streckensperrung für Motorräder aus: Michael Franzen, Vorsitzender des Orts- und Verkehrsverein Rurberg-Woffelsbach, fordert zudem im Namen der im Verein vertretenen Gastronomen eine Aufhebung der Wochenendsperrung der L 126 zwischen Woffelsbach und Steckenborn. Foto: Hoffmann

Rurberg/Woffelsbach. In der momentan geführten Diskussion hinsichtlich des Motorradlärms und der im Raum stehenden zeitlich befristeten Streckensperrung der L 166 zwischen Kesternich und Rurberg am Wochenende haben sich nun auch die im Orts- und Verkehrsverein Rurberg-Woffelsbach (OVV) organisierten Rursee-Gastronomen aus Rurberg und Woffelsbach eingeschaltet.

Klar und deutlich sprechen sie sich in einem Schreiben an Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns nicht nur gegen weitere Streckensperrungen aus, sondern fordern darüber hinaus die Aufhebung der Wochenendsperrung der L 126 zwischen Steckenborn und Woffelsbach.

Grundsätzlich möchte der OVV die gesamte Diskussion zum Motorradlärm auf eine andere Ebene stellen. In seinem Schreiben vom 18. Mai wird hierzu festgehalten: „Wir sollten uns als europäische Urlaubs- und Freizeitregion nicht mit Schlagzeilen über Straßensperrungen und Ausgrenzung von Bikern profilieren, sondern durch eine offene Willkommenskultur aller Gäste.“ Diese Aussage soll allerdings kein Freibrief für Raser und Heizer sein. Michael Franzen, Vorsitzender des Orts- und Verkehrsverein Rurberg-Woffelsbach hierzu: „Die wenigen rücksichtlosen Raser und Krachmacher gilt es herauszufiltern und sprichwörtlich aus dem Verkehr zu ziehen.“

In seinem Schreiben führt der OVV dazu an, dass sich 95 Prozent der Biker-Gäste an die Spielregeln halten und gegenüber ihrer Umwelt Rücksicht üben. Den Gastronomen am Rursee in Rurberg und Woffelsbach seien daher alle Motorradfahrer herzlich willkommen, wozu im genannten Schreiben festgehalten ist: „Sie sind ein wesentlicher und immer wichtiger werdender Teil unserer Kundschaft.“ Franzen ergänzt diese Feststellung im Gespräch mit unserer Zeitung salopp: „Die Biker lassen richtig Geld hier“, wobei er als Chef des Hotel/Restaurants „Zum kleinen Seehof“ in Woffelsbach offensichtlich weiß, wovon er spricht.

Darüber hinaus wird von Seiten der Rurberger-Woffelsbacher Gastronomie gefordert, die seit 19 Jahren bestehende Wochenendsperrung der Strecke zwischen Steckenborn und Woffelsbach (L 126) aufzuheben. Der genannte Streckenabschnitt wurde 1996 wegen starker Unfallhäufigkeit gesperrt. Die Sperrung sei Beleg dafür, „dass Sperrungen von Teilstrecken nur zu einer Verlagerung des Problems auf andere Streckenabschnitte, siehe Rurberg-Kesternich, und dort dann zu umso höheren Belastungen der Bürger führen“. Zudem zeige sich an Werktagen auch eine Verlagerung der Problematik in die Nachmittags- und Abendstunden, so der OVV.

Im Brief an Simmeraths Bürgermeister wird vom Verkehrsverein zudem auf das im März veranstaltete Symposium im Antoniushof „Gemeinsam gegen Motorradlärm“ hingewiesen, wo nach Meinung des OVV ein eindeutiges Ergebnis aufgezeigt wurde. Dem Lärmproblem könne wirkungsvoll nur, wie im Hochsauerlandkreis seit dem vorigen Jahr gezeigt, durch eine Ordnungspartnerschaft zwischen Kreis, Polizei und Kommunen begegnet werden. Dort kam laut Michael Franzen ein neues Schallpegelmessgerät zum Einsatz, mit dem Motorradlärm „gerichtsfest“ belegt werden konnte.

Dazu hatte sich jüngst beim Diskussionsforum unserer Zeitung auf der Bikerranch in Strauch auch Klaus Partsch als Vertreter der Biker-Union geäußert und festgehalten, dass einige Motorräder zu viel Lärm produzieren, was jedoch mit entsprechenden Messmethoden objektiv feststellbar sei.

Diesbezüglich hatte Bartsch auf die rigorose Vorgehensweise der Polizei in Rheinland-Pfalz am Nürburgring gegen lärmende Motorradfahrer verwiesen.

Klefisch: Keine Möglichkeit

Die gerichtsfeste Schallmessung bei Motorrädern wird jedoch von Seiten der hiesigen Polizeibehörden bestritten. Bernhard Klefisch, Leiter der Direktion Verkehr bei der Polizei Aachen, hielt hierzu auf dem vorgenannten Diskussionsforum unserer Zeitung fest, dass es zurzeit keine Möglichkeit für die Polizei gebe, das Fahrgeräusch eines Motorrads rechtlich sicher festzustellen und man daher auf Geschwindigkeitskontrollen setze.

Im Raum stehen damit konträre Äußerungen zur Möglichkeit von Lärmmessungen bei Motorrädern, wozu Michael Franzen festhält: „Leider vermissen wir bei der hiesigen Polizeiführung, anders als im Sauerland, den Willen, wirkungsvolle Lärmkontrollen durchzuführen.“

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