Rurberg ist „ein absolut starker Standort”

Von: P. St.
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Der Wildnis-Trail im Nationalp
Der Wildnis-Trail im Nationalpark Eifel gehört zu den gefragtesten Angeboten. 50 Prozent der Bucher kamen wegen der viertägigen Wanderung erstmals in den Nationalpark. Foto: P. Stollenwerk

Rurberg. Das touristische Geschehen in der Rursee-Region ist ohne die Rursee-Touristik kaum noch vorstellbar. Vor zehn Jahren vollzog sich der Wechsel zur Professionalisierung.

Seitdem Ende 2005 am Eiserbachdamm in Rurberg die Geschäftsstelle der Organisation und das integrierte Nationalparktor eröffneten, ist der markante Glaswürfel inzwischen von nahezu 500.000 Besuchern aufgesucht worden.

Für tausende Tipps und Fragen, von Wandervorschlägen bis zu den Abfahrtszeiten der Rurseeschifffahrt, stehen die Mitarbeiter der Rursee-Touristik hier zur Verfügung - und das an 356 Tagen im Jahr, jeweils von 10 bis 17 Uhr.

Aber guter Service, der von den insgesamt 14 Beschäftigten, davon vier Vollzeitkräften, geleistet wird, kostet auch gutes Geld, was bei den Haushaltsberatungen im Simmerather Gemeinderat vereinzelt kritisch hinterfragt wurde.

So nahm jetzt Sebastian Lindt als Geschäftsführer der Rursee-Touristik gerne die Gelegenheit wahr, dem Rat über die vielfältigen Aufgabenbereiche der Rursee-Touristik zu berichten, die als zweiter Standort auch noch im Heilsteinhaus in Einruhr vertreten ist.

Im Jahr 2011 wurden allein 135.000 Besucher vor Ort beraten, aber nicht nur Gäste, sondern auch Betriebe profitieren von der Rursee-Touristik. Projekt-Initiativen, wie die äußerst beliebte Rurtal-Schlemmer-Tour oder die Kooperation mit der Eifel Tourismus GmbH gehören zum Alltagsgeschäft. Sebastian Lindt: „Neben der Arbeit am Counter gibt es ein Riesen-Spektrum an Aufgaben.” Wenn im kommenden Jahr das Projekt „Blue Spot - Hot Spot” (Wassererlebnis Eifel-Ardennen) auslaufe, stehe man vor der Herausforderung der künftigen Finanzierung der Rusee-Touristik.

Die Rursee-Touristik wird jährlich mit 206.000 Euro finanziert, eine Summe, die laut Lindt knapp bemessen ist. Er vergleicht sich dabei mit Touristik Schleidener Tal, die gut 50.000 Euro mehr im Jahr erhält - und das bei nur einer Geschäftsstelle. Rund 50 000 Euro mehr erhält auch die Monschau-Touristik, die wie die Rursee-Touristik an zwei Standorten vertreten ist.

Die Bedeutung einer professionellen Besucherbetreuung, wie sie von der Rursee-Touristik geleistet wird, unterstrich auch Michael Lammertz, Fachgebietsleiter Kommunikation beim Nationalpark Eifel und in vielen Bereichen Kooperationspartner der touristischen Organisationen. Da kam der aktuelle „SÖM-Bericht” 2004 - 2010, eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Sozioökonomischen Monitorings der ersten sieben Nationalparkjahre, gerade recht. In diesem Bericht werden auf 68 Seiten die Ergebnisse von Besucherbefragungen in den zurückliegenden sieben Jahren zusammengefasst.

Das jüngere Publikum findet noch nicht so recht den Weg in den Nationalpark Eifel, die Gruppe der 34- bis 64-Jährigen stellt den mit Abstand größten Besucheranteil. 26 Prozent der Besucher bedienen sich des Internets als wichtigste Informationsquelle über den Nationalpark, bei den einheimischen Besuchern steht mit ebenfalls 26 Prozent die Tageszeitung als Informationsquelle Nummer eins hoch im Kurs.

1,3 Millionen Besucher

650 Rangertouren bietet der Nationalpark Eifel pro Jahr an, und bei der Bekanntheit der Nationalpark-Tore nimmt Rurberg den Spitzenplatz vor Heimbach, Gemünd, Monschau und Nideggen ein. Seit deren Öffnung besuchten bis Ende 2011 insgesamt 1,3 Millionen Besucher diese Einrichtung. Durchschnittlich 230 000 Gäste besuchen pro Jahr die fünf Nationalparktore; allein 32 Prozent aller Gäste werden in Rurberg gezählt. Michael Lammertz: „Rurberg ist ein absolut starker Standort.”

Die Akzeptanz des Nationalparks ist recht hoch, wie eine Besucherbefragung aus dem Jahr 2007 zeigt. Dabei wurden nicht weniger als 12.000 Besucher befragt. 62,5 Prozent befürworten einen Fortbestand des 11.000 Hektar großen Schutzgebietes, 17,5 Prozent waren dagegen. Bei 450.000 Besuchern im Jahr 2007 wurde der wirtschaftliche Nutzen des Nationalparks mit mit einem Bruttoumsatz von 8,7 Millionen Euro beziffert. 123.000 dieser Gäste kamen allein wegen des Nationalparks in die Eifel. „Gerade auf diese Gruppe sollte man sich ganz besonders konzentrieren”, empfahl Michael Lammertz, da diese Besucher sowohl bereit seien, länger zu bleiben als auch mehr Geld auszugeben.

Ein Beispiel bester Werbung für den Nationalpark sei der Wildnis-Trail, der seit 2007 rund 2500 Mal gebucht wurde, 9000 Übernachtungen nach sich zog und einen Umsatz von 500.000 Euro erzielt. Für 50 Prozent sei die viertägige Wanderung auf dem Wildnis-Trail auch gleichzeitig der erste Besuch im Nationalpark-Eifel gewesen. Diese Tatsache unterstreiche die hohe Bedeutung attraktiver Angebote für die Region. Michael Lammertz: „Die Leute möchten ja Geld im Nationalpark ausgeben. Man muss ihnen nur die entsprechenden Angebote schaffen.”
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