Simmerath - „Running for Kids”: Peter läuft, damit Victoria sehen kann

„Running for Kids”: Peter läuft, damit Victoria sehen kann

Von: Nina Leßenich
Letzte Aktualisierung:
9827526.jpg
Bereits vor drei Jahren konnte der Dürener Läufer Borsdorff Victoria aus Kesternich helfen: Mit der Spende in Höhe von 500 Euro konnte das Mädchen, das nach einem Sportunfall fast vollständig erblindete, ein blindengerechtes Smartphone anschaffen. Fotos: Borsdorff
9821226.jpg
Überbringt seine Spenden stets selbst: Peter Borsdorff konnte für Heike Moll und Stefan Berns aus Rurberg 14.500 Euro sammeln. Foto: Borsdorff

Simmerath. Stillsitzen liegt ihm nicht – und deshalb lässt er es einfach gleich sein. Am vergangenen Montag hat Peter Borsdorff, der „Läufer mit der Sammelbüchse”, eine neue Aktion gestartet: Unter dem Titel „Vicky: Berlin sehen“ ist der Sportler des Dürener Turnvereins bis Mai bei Laufveranstaltungen für die 16-jährige Victoria Freihöfer aus Kesternich im Einsatz.

Vor rund drei Jahren verlor Victoria ihr Augenlicht bei einem Sportunfall fast vollständig. Bereits damals konnte Peter Borsdorff dem jungen Mädchen helfen: „Mit einer Spende konnte ich Victoria ein neues, blindengerechtes Smartphone schenken, mit dem sie sich zum Beispiel Texte und E-Mails anhören kann”, erinnert sich der Läufer.

Der Unfall und der Verlust ihres Augenlichts sollten für Victoria und die Familie Freihöfer jedoch nicht der einzige Schicksalsschlag bleiben: Vor zwei Jahren verstarb Victorias Vater völlig unerwartet. Seitdem kümmert sich Mutter Astrid alleine um ihre vier Töchter. Kein einfacher Job, denn Victorias Schwester Angelina hat ein Down-Syndrom und bedarf daher besonderer Pflege.

Im vergangenen Jahr erhielt die Familie aus Kesternich bereits Hilfe vom Team der RTL2-Dokusoap „Zuhause im Glück – Unser Einzug in ein neues Leben”. Fernsehteam und Bauarbeiter schlugen in Kesternich auf, um das Haus der Familie Freihöfer zu modernisieren und behindertengerecht umzubauen. Bauarbeiten, die dringend nötig waren: Im Flur des Hauses waren Löcher im Boden, überall hingen Kabel von der Decke. Hinzu kam eine defekte Gasheizung.

Das Haus wurde mit nur einem einzigen Holzofen im Erdgeschoss beheizt. Astrid Freihöfer zeigte sich nach dem schweren Schicksalsschlag mehr als dankbar für die Unterstützung: „Es war so großartig und beeindruckend, dass uns das ganze Dorf geholfen hat”, sagt sie damals gegenüber unserer Zeitung.

Hoffnungsschimmer Berlin

Seit ihrem Unfall hat Victoria bereits unzählige Ärzte besucht, ihr Augenlicht konnte sie bisher aber nicht zurückgewinnen. Nun jedoch haben Voruntersuchungen in einer Berliner Klinik ergeben, dass eine Operation einen Teil ihres Sehvermögens wohlmöglich zurückbringen könnte. „Ich habe bereits nach dem Unfall zu Victoria und ihrer Familie gesagt, dass sie sich jeder Zeit bei mir melden können, wenn sie noch einmal Hilfe brauchen”, erzählt Peter Borsdorff.

Dieser Hilferuf sei nun in Form einer sehr ausführlichen E-Mail von Viktorias Mutter eingegangen. Das Problem der Freihöfers: Die Kosten für die Operation und den Klinikaufenthalt übernimmt zwar die Krankenkasse, nicht übernommen werden jedoch die Kosten für den Aufenthalt der Mutter und Victorias pflegebedürftiger Schwester Angelina, die beide mit nach Berlin reisen müssen. Ein Umstand, den Peter Borsdorff nun ändern möchte. „Ich möchte die Hoffnung auf eine Verbesserung von Viktorias Augenlicht unterstützen und daher Geld für die Reisekosten und die Unterbringung in Berlin sammeln”, sagt er. Die Aktion für „Vicky“ laufe bis Mai.

Hilfe auch in Rurberg

Bereits im März hat Peter Borsdorff sich viel bewegt, um Kindern zu helfen. Einige Wochen war er auch für die fünfköpfige Familie von Heike Moll und Stefan Berns aus Rurberg unterwegs.

Seit mehr als eineinhalb Jahren liegt der Stiefvater dreier Jungen nach einem schweren Motorradunfall in einem Wachkomazustand. Es besteht jedoch die Hoffnung, dass Erinnerungen zurückkehren könnten, wenn er noch einmal an ihm bekannte Orte kommt. Aus diesem Grund sammelte Borsdorff Spendengelder in Höhe von 14.500 Euro, „damit die Kinder ihren Stiefvater an die Hand nehmen können“.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert