„Rund um Schmidt“: Von der Mosel bis zu zum Timmelsjoch

Von: Anneliese Lauscher
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Ein Bild vom Radrennen im Jahr 2002: Peter Schotten, Ron Kayser und Silvan Koch (von links) lagen beim Kampf um die Vereinsmeisterschaft vorne, rechts Abteilungsleiter Robert Schleicher. Der kleine Steppke mit Fähnchen dürfte heute auch schon ein junger Mann und vielleicht begeisterter Radrenner sein. Foto: Archiv/Lauscher

Schmidt. Von Nah und Fern werden sich die Radsportler wieder bei „Rund um Schmidt“ auf den Sattel schwingen. Das beliebte Straßenrennen geht am Samstag, 5. September, in seine 25. Auflage. Ein willkommener Anlass, einmal zurückzublättern in der Geschichte dieses Rennens und der Radsportabteilung des TuS Schmidt.

Im Jahr 1984 trafen sich in Schmidt ein paar Radler regelmäßig, um Touren zu unternehmen. Es ging ins Rurtal, und man war stolz, mit dem Tourenrad 30 Kilometer zurückgelegt zu haben. Robert Schleicher, Jürgen Wirtz und Rolf Naas gehörten zu diesen Pionieren. Eine andere Gruppe veranstaltete „Familienrennen“, das waren die Familien Stollenwerk und Lennartz. Hermann-Josef Stollenwerk erzählt: „Wir trafen uns in Froitscheidt und legten die Kalltalrunde zurück. Ich besaß schon ein Rennrad, die anderen fuhren mit Tourenrädern. Bei unserer ersten Tour waren wir sechs Männer. Ich erinnere mich genau, dass außer unserem Familienclan auch Siegfried van Durme mitfuhr.“

Erster und einziger Triathlon

Mutig ging man die erste Tagestour an, vielleicht auch ein wenig naiv: Zum Nürburgring sollte es gehen – und auch wieder zurück. Da überschätzte der eine oder andere die Grenzen seiner Kondition.

Mit dabei waren Ewald Stollenwerk, Robert Schleicher, Siegfried van Durme, Herbert Stollenwerk und Otto Wergen. Am 3. März 1986 wurde der Turn- und Sportverein Schmidt um eine Abteilung reicher: Die Radsportabteilung wurde gegründet. Erster Abteilungsleiter war Robert Schleicher. Peter Schotten erwarb als Erster TuS-Radler im Bund Deutscher Radfahrer die Jugendlizenz. Ein Jahr später wurde der erste und einzige Schmidter Triathlon durchgeführt, natürlich am Rursee. Es handelte sich um einen Viertel-Triathlon. Die Teilnehmer waren nicht gerade zahlreich, jedoch sehr ambitioniert. Bei den Männern siegte Erich Meyer, bei den Frauen Birgit Oekerath.

Alpenpässe und Serpentinen

Schöne gemeinsame Touren schweißten die Abteilung zusammen. Mal ging es an die Mosel, mal ins benachbarte Belgien. Auch der Gipfel des Teide auf Teneriffa wurde von einigen Spezialisten per Rad bezwungen, und sogar vor Alpenpässen wie dem Timmelsjoch schreckten die Sportler nicht zurück. Die Serpentinen von Alpe d’Huez und den Col de Galibier bezwangen einige ebenfalls.

Als 1990 die erste Vereinsmeisterschaft ausgetragen wurde, hieß der Sieger Siegfried van Durme. Man hatte die reizvolle Strecke von Schmidt aus ins Kalltal und über Rollesbroich und Strauch zurück gewählt. Die berüchtigte Steigung aus dem Kalltal war eine echte Herausforderung.

Im darauffolgenden Jahr entschloss man sich, die erste offizielle Radsportveranstaltung auszuschreiben, man nannte den Wettkampf „Radrennen für jedermann“, daraus wurde später „Rund um Schmidt“. Der erste Mann auf dem Siegertreppchen war im Monschauer Land kein Unbekannter: Fritz Steffens aus Mützenich, der für den TV Konzen startete. Schnellste Frau war Adelheid Rüttgers, damals eine echte Schmidter Lokalmatadorin.

Der Radsport boomte und das Schmidter Radrennen wurde immer beliebter, auch weil es als Einzelfahren konzipiert war. Die Strecke wurde verlegt, blieb aber genauso anspruchsvoll wie vorher. Sie führte dann nach Schwammenauel und in den Kermeter, wo bei Wolfgarten gewendet wurde. Im Jahre 2002 erreichte man die Rekordbeteiligung von 200 Teilnehmern, auch immer mehr Frauen griffen ins Wettkampfgeschehen ein. Seit 2004 leitet Silvan Koch die Radsportabteilung. Ein treues und begeistertes Helferteam steht ihm zur Seite, wenn es an die Vorbereitung und Abwicklung des Rennens „Rund um Schmidt“ geht.

Alle 20 Sekunden wird gestartet

Vor zwei Jahren musste die Rennstrecke verkürzt werden, denn eine Schleife nach Mariawald zum Soldatenfriedhof ist nun nicht mehr rennradgeeignet, da sie „renaturiert“ wurde. Außerdem wurde es offensichtlich unmöglich, eine Genehmigung für die Bereiche zu bekommen, die im Kreis Euskirchen liegen. Dann kam im vorigen Jahr, als man sich auf das Jubiläum gefreut hatte, ein äußerst holpriges Genehmigungsverfahren mit den zuständigen Behörden des Kreises Düren hinzu – mit dem Ergebnis, dass die entnervten Organisatoren das Rennen absagten. Jetzt geht es wieder los. „Wir freuen uns alle auf unsere Radsportveranstaltung“, sagt Silvan Koch, „diesmal haben wir dank Landrat Spelthahn, der sich für unsere Sache eingesetzt hat, keine Probleme mit den Genehmigungen gehabt.“

Die Helfer krempeln die Ärmel hoch, die Streckenposten, das Team am Start und bei der Auswertung und ebenfalls die Verpflegungsmannschaft.

Am 5. September wird ab 15 Uhr vom Schützenhof in der Monschauer Straße aus gestartet, alle 20 Sekunden wird ein Teilnehmer ins Rennen geschickt. Die TuS-Radler brennen darauf, sich auf der heimischen Strecke mit Favoriten aus der Umgebung, aus Belgien und Holland zu messen.

Vor zwei Jahren siegte der 17-jährige Martin Palm, VC Ardennes, er raste allen davon und kam nach 43:19 Minuten ins Ziel, er erreichte einen unglaublichen Schnitt von 39,62 Kilometer pro Stunde.

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