Schmidt - Rund 1500 Mal die Unterwasserwelt des Rursees erkundet

Rund 1500 Mal die Unterwasserwelt des Rursees erkundet

Von: Gudrun Klinkhammer
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Die Unterwasserwelt des Rursee fasziniert Uwe Vogel schon lange: Im Jahr 1985 gelang dem leidenschaftlichen Taucher im Rursee diese beeindruckende Aufnahme. Foto: Uwe Vogel.
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Seit 25 Jahren organisiert Uwe Vogel am Rursee den Tauchbetrieb. Mehr als 1500 Tauchgänge absolvierte der Tauchlehrer bereits im Rursee . „Die waren alle gut“, sagt er. Foto: Gudrun Klinkhammer

Schmidt. „Eine Vollausrüstung mit Kälteschutz ist notwendig, da man schnell auf Tiefe tauchen kann“, sagt Uwe Vogel. Seit 1977 geht der Kreuzauer dem Tauchsport am Rursee nach, inzwischen hat er locker 1500 Tauchgänge in diesem Gewässer absolviert. „Und die waren alle gut“, sagt Vogel.

Seit 25 Jahre koordiniert er die Tauchaufsicht und den Tauchbetrieb am Badestrand Eschauel in der Nähe von Schmidt.

Am Rursee, der bis zu 64 Meter tief ist, gibt es nur einen Einstieg, den Taucher nutzen dürfen. Dieser Einstieg befindet sich unscheinbar an einem felsigen Strandstück am hinteren Teil der Halbinsel Eschauel in Richtung Woffelsbach. Ein paar eiserne Treppenstufen, ein Mast, an dem bei Tauchbetrieb eine blau-weiße Flagge gehisst wird, und einige Bojen im Wasser sind die einzigen Zeichen, die die Unterwasserschwimmer unmittelbar am und im See setzen.

30 Kilogramm Gewicht

Der eigentliche Anlaufpunkt steht in Form eines grünen Bauwagens auf dem öffentlichen Parkplatz mitten auf der Halbinsel. Am Wochenende ist der Bauwagen besetzt, dann fährt auch ein Pendelbus die Taucher samt Ausrüstung zum rund 1,5 Kilometer weit entfernten Einstieg. „So eine Taucherausrüstung wiegt schnell 30 Kilogramm“, erklärt Vogel. Außer Fahrzeugen mit speziellen Genehmigungen dürfen den teilweise steilen Weg zum Ufer hinunter keine anderen Fahrzeuge benutzen.

Die Saison für die Taucher startet stets am 1. April und endet im Oktober. Den Stützpunkt, der von anliegenden Vereinen aus Kreuzau, Heimbach, Zülpich, Stolberg, Eschweiler und Aachen gepflegt wird, richtete der Tauchsportverband Nordrhein-Westfalen 1980 ein. Er darf nur von Tauchern benutzt werden, die eine entsprechende Befähigung besitzen oder gemeinsam mit einem Tauchlehrer anreisen. Rund 1000 Personen nutzen die Stelle als Einstieg in den Rursee im vergangenen Jahr. „Es hat aber auch schon bessere Jahre gegeben. In den 1990er Jahren kamen im Jahr bis zu 2000 Leute hierhin, um zu tauchen“, sagt Vogel.

Er brachte sich das Schnorcheln im Füssenicher See selber bei. „Schuld war damals der berühmte Meeresforscher Jacques Cousteau“, sagt Vogel. Ein Buch über Cousteaus Leben und Treiben erhielt er damals als Geschenk zur Kommunion. Später kaufte sich der junge Bundeswehrsoldat in Köln in der Bahnhofsbuchhandlung Tauchzeitschriften und befasste sich enger mit der Thematik. Als er 1980 zum ersten Mal auf den Malediven in 30 Grad warmen Wasser seinem Lieblingssport nachkam, da empfand er die Zustände als „ziemlich paradiesisch“.

Doch auch der wesentlich kältere Rursee reizt den inzwischen 59-jährigen Chemiemeister immer wieder. Vogel: „Tauchen ist für mich ein Natursport, die Natur steht bei mir im Vordergrund, nicht die Technik.“ Zwar ist der Grund des Rursees nicht besonders interessant bewachsen, dafür schwankt die Wasseroberfläche über das Jahr hinweg zu stark, erklärt der Fachmann. Doch die zerklüfteten Felswände an Bank 1 und an Bank 2 und die verhältnismäßig gute Sicht locken den versierten Tauchlehrer und begeisterten Angler immer wieder. Was ihm ebenfalls ausnehmend gut gefällt: „Der Boden des Sees ist supersauber, selbst unter den Stegen.“

Sollte aber mal etwas in den See hineinfallen wie etwa ein schwerer Schlüsselbund, dann helfen die Taucher auch gerne weiter.

Die seit März 2016 gelockerte Rurseeverordnung zeigt inzwischen Auswirkungen auch auf den Tauchbetrieb. Vogel: „Es dürfen nun auch Taucher mit der entsprechenden Befähigung in den See gehen, die nicht irgendeinem Verein angeschlossen sind.“

Eine gewerbliche Ausbildung gibt es am Rursee nicht. Stattdessen bieten Vereine an, Interessenten zu schulen. Der erste Schein kostet auf diese Weise rund 190 Euro, das Material wird auf Wunsch gestellt. Wer dann sicher ist, dass er den Sport weiter betreiben und weitere Scheine erlangen möchte, der kann sich für rund 1000 Euro eine Ausrüstung zulegen.

Eine Tageskarte für das Tauchen im Rursee kostet 5 Euro.

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