Rückblick: Wintereinbruch nach Novemberfrühling

Von: kjl
Letzte Aktualisierung:
novemberbild
Noch ganz im Zeichen des Herbstes stand der November 2010 am Anfang, ehe dann für viele etwas überraschend der Winter das Zepter übernahm. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Wie schon im Oktober, so wurde auch der November von zwei extremen Witterungstypen gekennzeichnet. Der Novemberfrühling, auch Martinssommer genannt, hat in diesem Jahr fast 14 Tage gedauert. Ein letztes Mal wehte - föhnunterstützt - ein Hauch von Warmluft in die Eifelregion und das Aachener Land.

Mit 17,0 Grad in Eschweiler und 16,7 Grad in Aachen wurden am 4. November die angenehmsten Werte in der Städteregion gemessen. Leider ging die Warmluft nicht mit Sonnenschein übers Land. Häufige Tiefdrucktätigkeit und Nebellagen gestalteten das Wetter oft trüb und schmuddelig.

Nur 20 bis 40 Prozent der normalen Sonnenscheintätigkeit wurde in unserer Region erreicht. Der Föhn schaffte in Aachen noch 35 Sonnenstunden, am Windpark Schöneseiffen 32 Stunden, in Kalterherberg 28 Stunden und in Mützenich nur 21 Stunden. So sonnenscheinarm war es zuletzt im November 1976 und 1977.

Trotz der frühlingshaften Phase in der ersten Monatshälfte sank der Monatsmittelwert durch die eisigen Tage nach dem 22. November noch in den Negativbereich. Und da gab es auch schon herbstliche Fröste und erste Schneefälle. Zudem wurden seit 1977 nicht mehr so viele Eistage in einem November gemessen (2 in Aachen, 5 in Roetgen und Strauch und 6 in Kalterherberg).

Die erste Schneedecke des Winters (am 26. November) kam im Flachland schon 15 Tage vor dem langjährigen Mittelwert. Dauerfrost und Schnee haben den Ersten Advent - wie schon lange nicht mehr - im ganzen Kreis Aachen geprägt. Die Eifelnordseite hatte dabei die höchsten Schneedecken zu bieten. Ende des Monats lagen in Lammersdorf 14 cm Schneedecke, in Roetgen 12 cm, in Strauch 11 cm, in Monschau 7 cm, an der Kalltalsperre 6 cm, in Kalterherberg 5 cm und in Aachen bis 6 cm.

Das hat sich inzwischen gründlich geändert, die Hocheifel ist vor dem dritten Advent regelrecht im Schnee versunken. Am 10. Dezember lagen in Mont Rigi 39 cm, in Lammersdorf 35 cm und in Mützenich 33 cm. Deutliche Abweichungen zwischen den Regensummen der Nordeifelhochlagen mit Weststauregen und dem flachen Aachener Land mit einigen Föhnwetterlagen wurden von den Beobachtern abgelesen.

Die höchsten Niederschlagsmengen fielen in Kalterherberg mit 202 l/qm (Abweichung vom Mittel 157 Prozent), in Monschau (175 l/qm, Abweichung 145 Prozent des Mittels), in Mützenich 170 l, in Höfen und an der Perlenbachtalsperre mit 167 l/qm (Abweichung 174 Prozent) und in Simmerath mit 128 l (Aachen 104 l/qm, Abweichung 155 Prozent). Aufgrund des Starkregens in der Nordeifel am 12. und 13. gab es kurzzeitig sogar Überflutungen an der Rur und vor allem in Belgien. Im Raum Kalterherberg fielen am 13. November immerhin 58,6 l/qm in 24 Stunden. Innerhalb von 3 Tagen (11.-13.) fielen in der Nordeifel 121 l/qm.

Ein weiterer Beweis für die Besonderheit dieses Novembers war der zeitweise extrem niedrige Luftdruck. Es war der dritttiefste Druckabfall seit 1945 in unserer Region. Platz 1 belegt der 26.02.1989 mit 958 hPa gefolgt vom 23.01.2009 (965 hPa) und jetzt am 9. November mit 974 hPa (gemessen in Mützenich).

Seit Anfang Dezember diktiert der Winter unsere Tagesabläufe sowohl in den Niederungen als auch in den Wintersportorten. Nach dem Maximum der Schneedecken vor dem 3. Advent gibt es eine 24-stündige Tauwetterperiode die den Schnee pappig werden lässt. Schon am Sonntag kehrt der Winter oberhalb von 500 m mit Frost und Schnee zurück.

Nach dem 3. Advent ist es zunächst bis Dienstag frostig kalt (-5 bis -10 Grad). Ab Mittwoch gibt es wieder mehrere Tage starke Schneefälle. Zur Zeit zeigen die Vorhersagekarten sogar eine Andauer des Winterwetters bis Weihnachten.

Ein frostiges Novemberende lies uns bibbern

Nicht mehr über ein Grad angestiegen ist vom 22. November bis zum 10. Dezember die Temperatur in Kalterherberg und Monschau.

Die strengsten Fröste des Monats hielt der 28. November bereit: -11,8 Grad in Kalterherberg Rurtal, -10,3 Grad in Mützenich,

-10,1 Grad in Höfen, -9,6 Grad in Strauch sowie -4,9 Grad in Aachen. Spitzenreiter in puncto Kälte waren am Erdboden über der Schneedecke der Windpark Schöneseiffen mit -14,0 Grad und Kalterherberg mit -14,9 Grad.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert