Rudelgucken in der Nordeifel

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
7899761.jpg
Überkochende Stimmung beim Tor für Deutschland: Hoffentlich sieht es so auch am kommenden Montag im „Nassenhof“ aus, wenn die deutsche Mannschaft um 18 Uhr ihr erstes Gruppenspiel gegen Portugal bestreitet. Foto: H. Schepp

Nordeifel. Bei der am Donnerstag beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft 2014 finden die Fans in der Nordeifel einige Orte zum „Rudelgucken“. Gemeinsam jubelt sich‘s doch immer noch am schönsten. Auch das ärgern oder gar trauern macht vielen Fußball-Fans zusammen mehr Spass.

Andere bevorzugen die gemütliche Kneipenatmosphäre für das Fußball-Gemeinschaftserlebnis in nicht ganz so großem Rahmen. Und wieder andere schmeißen kleine WM-Partys in den eigenen vier Wänden oder wollen die Spiele gar ganz alleine genießen. Wer das Top-Ereignis des Fußball-Jahres 2014 in der Gemeinschaft erleben möchte, der bekommt dazu in den nächsten vier Wochen auch in der Nordeifel reichlich Gelegenheit.

Kein Fußball am Pavillon

Allerdings steht die bei den zwei letzten Fußball-Großereignissen – WM 2010 in Südafrika und EM 2012 in Polen und der Ukraine – größte Public-Viewing-Veranstaltung in Simmerath diesmal offenbar nicht auf dem Programm.

„Bisher wurde hier nichts beantragt“, geht Bruno Wilden vom Simmerather Ordnungsamt nicht davon aus, dass am Rathausplatz vor dem Pavillon eine Leinwand stehen wird.

Allerdings sei er „als Ordnungsbehörde nicht so sehr unglücklich über den Ausfall“, sei eine Veranstaltung in diesem Rahmen doch immer auch mit viel Arbeit und manchmal auch Ärger verbunden. „Und dieses Mal wird mancher Fußballabend aufgrund der späten Anstoßzeiten bis nach Mitternacht dauern“, so Wilden (siehe auch Kasten).

Fünfte Auflage im „Nassenhof“

Durch die Absage in Simmerath dürfte das größte Rudelgucken in der Nordeifel somit in Mützenich über die Bühne gehen. Der frühere, leider bereits verstorbene Besitzer des „Nassenhof“, Uli Kübchen, hatte erstmals bei der Fußball-WM in unserem Land die Idee, seinen alt-ehrwürdigen Saal zur „Indoor-Arena“ umzufunktionieren. Seither hat sich der Mützenicher Saal bei vier EM- und WM-Turnieren zur wohl stimmungsvollsten Adresse für das Rudelgucken in unserer Region entwickelt, zumal die nachfolgenden Besitzer den Steilpass von Uli Kübchen aufnahmen und das „Public Viewing im Nassenhof“ weiter perfektionierten.

Eine ganze Woche Arbeit hat Frank von den Driesch, gemeinsam mit seinem Bruder Arno Besitzer der Gaststätte am Hohen Venn, in seine ganz persönliche WM-Vorbereitung gesteckt. Im schönen, uralten Saal wurden Dutzende Paletten verlegt, damit die Fußball-Fans auf mehreren Ebenen freien Blick auf die 2,80 mal 4,50 Meter große Leinwand haben, auf die der HD-Beamer sein Bild wirft. Der Boden wurde komplett mit grünem Messeteppich ausgelegt, im vorderen Bereich, dort, wo die kleinsten Fans hocken und fiebern werden, sogar Kunstrasen mit aufgemaltem Spielfeld.

Bloß nicht ausscheiden...

„Ich hoffe, die ganze Arbeit hat sich gelohnt und Deutschland scheidet nicht schon in der Vorrunde aus“, sagt von den Driesch. Allerdings werden hier im „Nassenhof“ nicht nur die deutschen Spiele zu erleben sein: „Wenn Fußball kommt und wir geöffnet haben, dann schmeißen wir auch den Beamer an“, sagt der Mitinhaber und könnte sich vorstellen, dass auch Spiele wie das Eröffnungsmatch am Donnerstag, Brasilien – Kroatien, Gruppenspiele wie Spanien – Niederlande oder Italien – England sowie eigentlich alle Partien ab der K.o.-Runde hier Zuschauer finden werden.

Bei den deutschen Spielen sollte man auf jeden Fall zeitig im Saal sein, denn nach aller Erfahrung der letzten Turniere wird‘s hier picke-packe-voll.

Brasilianische Cocktails und Tapas

Voll auf WM eingestellt hat man sich auch in der Imgenbroicher Bodega und öffnet dafür sogar an Ruhetagen, so dann ein Spiel von Interesse ist. „Bei uns kann man alle Spiele von Brasilien, Spanien, Frankreich und natürlich Deutschland sehen, so weit sie in den öffentlich-rechtlichen ausgestrahlt werden“, ließ uns Inhaber Max Becker wissen. Auch das Achtel-, Viertel-, Halbfinale und das Endspiel werde auf der Zwei-Meter-Leinwand gezeigt. Dazu gibt es ein Tippspiel sowie brasilianische Getränke und Tapas.

Die WM kann also kommen, und egal, ob man nun öffentlich oder im stillen Kämmerlein schaut – die Straßen werden am Montag auch in der Eifel um 18 Uhr wie leergefegt sein...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert