Rotter Kreuzweganlage unter Denkmalschutz

Von: Helga Giesen
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Rudolf Jungbluth (rechts), der Sohn des Ortsbürgermeisters Johann Jungbluth, freut sich über die neue Verschieferung des Westdachs der Kreuzweg-Kapelle, die 2014 nach einem Sturmschaden von Dachdeckermeister Norbert Tournay fachgerecht ausgeführt wurde. Foto: H. Giesen

Roetgen. Was lange währt, wird endlich gut: Die Kreuzweganlage auf dem Rotter Giersberg steht endlich unter Denkmalschutz.

Der Landschaftsverband Rheinland hat sie als besonders schützenswert klassifiziert mit der Begründung, dass sie aus historischer, ortsgeschichtlicher und volkskundlicher Sicht eine hohe Bedeutung für die Menschen in der Region zwischen Aachen und Eifel habe und deshalb alles für die Erhaltung in ihrer ursprünglichen Form getan werden müsse.

Jahrelange Bemühungen

Damit sind die jahrelangen gemeinsamen Bemühungen des für Verwaltung der Kreuzweganlage zuständigen Gremiums und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Gemeinde Roetgen endlich von Erfolg gekrönt worden.

Die Anlage wurde in den 1950er Jahren von der Rotter Bevölkerung unter Federführung des damaligen Ortsbürgermeisters Johann Jungblut errichtet als Dank dafür, dass der Ort weitgehend von Zerstörungen durch den Zweiten Weltkrieg verschont geblieben war. Angeregt wurde das Vorhaben durch den Franziskanerpater Laurentius Seibert, der im April 1950 im Rahmen einer sogenannten Volksmission Rott besuchte.

Zentraler Punkt der Anlage ist das bereits im Herbst 1950 eingeweihte, 13 Meter hohe Eichenholz-Kreuz auf der Kuppe des Giersbergs. Bereits ein Jahr später wurde an einem neu angelegten Serpentinenweg aus dem Lensbachtal herauf ein Kreuzweg eingeweiht, dessen zwölfte Station durch das „Friedenskreuz“ gebildet wurde.

1952 wurde als 13. Station des Kreuzweges eine Kapelle errichtet. In ihrer heutigen Form besteht die Kreuzweganlage auf dem Giersberg, der im Volksmund seit langem „Kreuzberg“ heißt, seit 1956, nachdem der Bildhauer Clemens Winkhold das letzte der zwölf Blaustein-Reliefs fertiggestellt hatte, die nach und nach die ursprünglichen Holzkreuze an den Stationen ersetzten.

Die anfallenden Unterhaltungs- und Pflegekosten werden aus einem Fonds finanziert, in den im Wesentlichen die Einnahmen aus dem Opferstock an der Kapelle und Spendengelder einfließen.

So hatten im vergangenen Jahr viele Rotter Bürger tief in die Tasche gegriffen, um nach einem 2012 entstandenen Sturmschaden zur Reparatur des Kapellendachs beizutragen und in diesem Jahr ist auch das Hochkreuz komplett restauriert worden.

Weitere Reparaturen

Dass die Anlage nun unter Denkmalschutz steht, erleichtert auch die Beantragung von Fördermitteln. Kurzfristig müssen weitere Reparaturen an der Kapelle sowie auch an den Kreuzwegstationen durchgeführt werden. Diese Maßnahmen verursachen aber Kosten, die nicht in vollem Maße von offizieller Seite getragen werden können, so dass man immer wieder auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen ist.

Wer dazu beitragen möchte, die Kreuzweganlage auch weiter in einem würdigen Zustand zu erhalten, kann dies durch eine Mitgliedschaft im Verein der Freunde und Förderer der Kreuzweganlage Rott tun. Ansprechpartner ist Ernst Knillmann. Er ist unter Telefon 02471/4287 zu erreichen. Auch eine Spende auf das Konto des Fördervereins (Sparkasse Aachen, IBAN DE65 390500000000093989)ist möglich.

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