„Rote Hände” für Kindersoldaten

Von: V.M.
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Monschau. Unter dem Motto: „Wir vergessen die Kindersoldaten nicht” hat auf dem kleinen Platz vor der evangelischen Kirche in Monschau eine Sammel- und Spendenaktion der Roten Hand stattgefunden.

Im Rahmen des Berufschulunterrichts führen die drei angehenden Erzieherinnen Sarah Strang, Nina Urban und Hüsniye Özkale der Käthe-Kollwitz-Schule, Fachschule für Sozialpädagogik in Aachen, ein vierwöchiges Projekt in Zusammenarbeit mit der Klasse 6b der Mädchenrealschule St. Ursula in Monschau durch und engagieren sich für die weltweit rund 250.000 Mädchen und Jungen, die für Kriegsziele von Erwachsenen missbraucht werden.

Internationale Zusammenarbeit

Das Symbol der roten Hand mit einem kleinen Kindersoldaten steht als Symbol der internationalen Zusammenarbeit mit zahlreichen anderen Organisationen, wie zum Beispiel der Aktion des Vereins Weißes Friedensband, amnesty international, unicef und vielen anderen. Ziel dieses Projektes ist es, an Stelle von Unterschriften, rote Handabdrücke zu sammeln, um diese dann nach den Sommerferien - der Termin steht noch nicht fest - gemeinsam mit Bürgermeisterin Margareta Ritter einem Politiker, voraussichtlich dem Landtagsabgeordneten der CDU, Armin Laschet, zu überreichen, um sich so gezielt gegen den Einsatz von Kindersoldaten einzusetzen. Innerhalb von zwei Stunden kamen unter der fleißigen Mithilfe von neun zwölf- bis dreizehnjährigen Schülerinnen der Mädchenrealschule ungefähr 150 Handabdrücke zusammen, unter anderem die vom Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Jens-Peter Bentzin, der den Jugendlichen Respekt und Lob zollte, wie couragiert sie sich zeigten: „Es ist toll, dass Kinder für Kinder Initiative ergreifen.”

Er selber betreue in der evangelischen Kirche andere Projekte in Tansania, Uganda und Indonesien, speziell in Nord-Sumatra und setze sich im Religionsunterricht intensiv mit dem Thema „Erleben der Kindheit in der Welt” auseinander. Nicht zu vergessen seien die vielen Kindersoldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges in Deutschland, die es auch in Monschau gegeben habe, deren Situation sich kaum von der jetzigen Situation weltweit unterscheidet.

Ziele der Roten Hand sind, sich für ein Mindestalter bei Soldaten einzusetzen, Festnahme und Anklage jener, die Kinder zu Soldaten machen, eine intensivere Waffenkontrolle, sowie Hilfe und Betreuung für die Betroffenen zu erreichen. Letzteres heißt, ehemaligen Kindersoldaten ein Leben in Frieden, Hilfe, Therapien und eine schulische Ausbildung zu bieten. Doch der bürokratische Weg vom Asylantrag bis zur Wiedereingliederung in ein neues Leben ist den schwer traumatisierten Kindern allein unmöglich. Auf der Didacta in Köln erfuhren die angehenden Erzieherinnen zum ersten Mal von dieser Misere und „wir waren schockiert, wie wenig wir darüber wussten”, erzählte Nina Urban. Man habe dann dieses Thema selbstständig gewählt, geplant und mit der Realschulklasse bearbeitet, „ein Kindergarten wäre nicht passend gewesen.”

Auch Urlauber machen mit

Wie viele Schulen setze sich auch die Schule ihrer Kinder mit dem Thema Kinderarmut- und -rechte auseinander, erklärt Katja Martin aus Bremen, Mutter von drei Kindern und Feriengast in Monschau. Gemeinsam mit dem Großvater unterstützten auch sie das Projekt, ließen sich die Hände mit roter Fingerfarbe bemalen und drückten ihren Protest „Stop” in Form ihres Abdrucks aufs Papier. So auch die achtjährige Judith Martin, „weil es so traurig ist, dass die Kinder totgeschossen werden.”

Bis zum Abend waren alle gezogenen Wäscheleinen mit inzwischen rund 330 gesammelten Handabdrücke und Botschaften voll.
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