Rollesbroich: Heiße Debatte um Feuerwehrgerätehaus

Von: Peter Stollenwerk
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Der Dorfplatz Rollesbroich steht im Blickpunkt, seitdem im Ortskartell Überlegungen angestellt werden, ob neben dem möglichen Neubau des Feuerwehrgerätehauses auch eine Infrastruktur für die Vereine angegliedert werden kann.

Rollesbroich. Über den neuen Standort für das Feuerwehrgerätehaus Rollesbroich ist noch lange keine Entscheidung gefallen, aber das ändert nichts daran, dass diese Frage in der Bevölkerung heiß diskutiert wird.

Die Planungen für das neue Domizil der Löschgruppe Rollesbroich direkt neben der Kirche waren bereits so gut wie abgeschlossen und das Grundstück war schon für den ersten Spatenstich vorbereitet, als aus dem Ort heraus plötzlich eine ernstzunehmende Standort-Alternative auf dem Dorfplatz am Konertzweg ins Gespräch gebracht wurde.

Derzeit ist die Feuerwehr recht beengt auf dem Gelände der alte Schule untergebracht. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns legt daraufhin das Projekt zunächst einmal auf Eis, um das Ergebnis der Meinungsfindung in Rollesbroich abzuwarten. Dieser Prozess ist gerade zu Gange.

Was ist sinnvoll und machbar?

Die Grundlage für eine Entscheidung wurde vor einigen Wochen bei einem gemeinsamen Gespräch im Simmerather Rathaus gelegt. Vertreter der acht Rollesbroicher Ortsvereine nahmen neben den politischen Repräsentanten des Orts an diesem Gespräch teil. Fazit war, dass das Ortskartell sich positionieren möge, welche bauliche Lösung für Rollesbroich sinnvoll, machbar und finanzierbar ist.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sagte jetzt auf Anfrage, dass er auf ein Signal seitens des Ortskartells warte, welchen Weg man weiter verfolgen solle. Er selbst verfolge nicht das Ziel, „dass ein bestimmtes Projektergebnis erzielt werden soll“. Bei der Zusammenkunft habe er fünf mögliche Varianten für das neue Feuerwehrgerätehaus zur Diskussion gestellt.

Ohne einer Entscheidung vorgreifen zu wollen, hält der Bürgermeister fest, dass eine Standort-Verlagerung auf den Dorfplatz nur dann in Betracht komme, wenn „Synergieeffekte“ erzielt würden. Ansonsten sei dem Gemeinderat als Entscheidungsgremium „nicht vermittelbar“, warum eine abgeschlossene Planung umgestoßen werde.

Grundsätzlich habe sich die Löschgruppe Rollesbroich ja auch mit dem Ursprungs-Standort an der Kirche einverstanden erklärt, aber Anregungen aus der Bevölkerung, den Neubau des Gerätehauses auch im Hinblick auf die infrastrukturelle Gesamtsituation des Ortes (die Zukunft des Saales ist sehr ungewiss) zu betrachten, hätten eine erneute Diskussion erforderlich gemacht. „Noch ist nichts entschieden“, betont Karl-Heinz Hermanns. Sobald aus den Reihen des Ortskartells ein Vorschlag eingebracht werde, der eine Lösung auf dem Dorfplatz favorisiere, werde er zeitnah und im Vorfeld der Erörterung im Gemeinderat die Bevölkerung zur einer Informationsveranstaltung einladen.

Bis Weihnachten müsse eine Entscheidung gefallen sein. Eine weitere Verzögerung des Projektes sei im Hinblick auf die Situation der Feuerwehr nicht hinnehmbar. Eigentlich hätte bereits in diesem Herbst mit dem Bau begonnen werden sollen. Komme es nun zu einer Standortverlagerung, dann müsse die Gemeinde erneut ein zeitintensives Verfahren zur Bebauungsplanänderung einleiten.

Ein Ergebnis in Sinne der gesamten Dorfbevölkerung wünscht sich auch Ortsvorsteher Marc Topp. Eine Lösung, die im Zusammenhang mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses auch die Infrastruktur in Rollesbroich verbessern würde, wäre aus seiner Sicht wünschenswert. Zunächst aber seien jetzt einmal die Ortsvereine gefragt. Dabei müsse man auch abwägen, was die Vereinsgemeinschaft leisten könne. Womöglich lande man auch wieder am ursprünglich vorgesehenen Standort neben der Kirche.

Nicht realistisch sei aus seiner Sicht eine Verlagerung des Gerätehauses in das Gewerbegebiet Rollesbroich. Vor allem die problematische Verkehrssituation an der Kreuzung vor Rollesbroich spreche gegen diese Alternative.

30 Bürger unterzeichnen offenen Brief

Aus den Reihen der Anwohner rund um den Dorfplatz Rollesbroich wurden bereits in der Phase der internen Abwägung erste Bedenken laut. Rund 30 Bürger unterzeichneten einen offenen Brief, der eine Vielzahl von Aspekten an einem möglichen neuen Standort aufwirft. Die Initiatoren des Schreibens legen dabei vor allen Dingen Wert auf die Feststellung, dass man überhaupt nichts gegen ein Feuerwehrgerätehaus auf dem Dorfplatz einzuwenden habe, wohl aber gegen einen „Saalersatz“ an dieser Stelle, da von einem Dorfgemeinschaftshaus wesentlich mehr Lärmbelästigung ausgehe. Daher solle man mit allen Beteiligten eine „praktikable und zufriedenstellende Lösung“ suchen.

Inzwischen haben die Anwohner ihr Schreiben relativiert und angekündigt, dass man in der nächsten Woche auf die Vorsitzenden der Ortsvereine zugehen werde, da wohl „einige Formulierungen in unserem Brief missverständlich waren“, erläutert Jochen Nießen für die Anwohner. „Dies wollen und müssen wir in den Gesprächen mit den Vorsitzenden klarstellen, damit in der Zwischenzeit nicht noch mehr Wogen aufkochen.“

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