Rohren trauert um Rudi Hermanns

Von: hes
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Das Sommer- und Wintersportzen
Das Sommer- und Wintersportzentrum in Rohren war seine Idee und sein Lebenswerk: Rudi Hermanns verstarb am vergangenen Freitag an den Folgen einer schweren Krankheit. Foto: Andreas Gabbert

Rohren. Er war die Stimme und der Gründer des Sommer- und Wintersportzentrums in Rohren und hat seinen Heimatort über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt: Rohrens langjähriger Ortsvorsteher Rudi Hermanns ist am Freitagabend im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer schweren Krankheit gestorben.

Wohl kaum eine Persönlichkeit des Dorfes verbindet man so mit Rohren wie Rudi Hermanns. Der Verstorbene war Ortspolitiker und Geschäftsmann, Freund der Vereine und Rohrener mit Leib und Seele gleichermaßen. Wann immer es Fragen oder Probleme im kleinsten Stadtteil von Monschau gab - Rudi Hermanns war die erste Adresse und wusste, was zu tun war.

Dabei brachte er gleichermaßen Ideenreichtum, unternehmerischen Mut und das richtige Augenmaß für das Machbare mit. So bekam Rudi Hermanns in den 60er Jahren einen ausrangierten Skilift angeboten und dachte: „Das wäre doch was für Rohren!” Mit Unterstützung seiner großen Familie und drei Mitstreitern als Teilhaber wurde aus der kühnen Idee eines Wintersportzentrums Wirklichkeit, auch wenn der Eifelwinter das kleine, aber feine Skigebiet nicht jedes Jahr tiefschwarze Zahlen schreiben ließ.

Auch deshalb erweiterte Hermanns im Jahr 1978 „sein” Sportzentrum um eine Sommerbobbahn, die bis heute die Infrastruktur des Wintersports in den schneelosen Monaten nutzt und gleichermaßen zum Erfolgsmodell wurde.

Durch Rudi Hermanns Errungenschaften erwuchs das kleine Rohren rasch zur touristischen Größe in der Stadt Monschau und in der Eifel, Fremdenzimmer, Pensionen, Ferienhäuser und sogar Hotels wurden eingerichtet, um dem Interesse der Gäste gerecht zu werden.

„Rudi Hermanns hat die Weiterentwicklung von Rohren über Jahrzehnte geprägt, besonders touristisch”, verweist seine Nachfolgerin Ortsvorsteherin Waltraud Haake auch auf Waldlehrpfad, Baugebiete und den kleinen Konsum im Ort, der allen Stürmen moderner Supermärkte trotzte und für den Hermanns sich selbst noch einsetzte, als die Krankheit ihn bereits stark mitgenommen hatte.

Rudi Hermanns - das war aber auch ein Vereinsmensch im positivsten Sinne. In den 70er Jahren gehörte er zur ersten Fußballmannschaft der „Bergwacht”, über 50 Jahre sang er den Tenor im Kirchenchor seines Dorfes und unterstützte den Heimatverein beim Wiederaufbau der Marienkapelle. Am meisten lag ihm jedoch der Musikverein „Lyra” am Herzen, deren 100. Geburtstag er kürzlich noch mitfeierte, in dem er Jahrzehnte lang das Horn blies und deren Vorsitzender er von 1984 bis 2002 war. Kein Wunder, dass Rudi Hermanns mit der Ehrenplakette der Stadt ausgezeichnet wurde.

Groß auch seine ortspolitischen Verdienste. Mit Beginn der kommunalen Neugliederung war Rudi Hermanns für Rohren im Stadtrat Monschau und bekleidete von 1972 bis 2004 das Amt des Ortsvorstehers. Im Umwelt-, Bau- und Touristikausschuss arbeitete er zum Wohle der Stadt und vor allem seines Ortes. Rohren verliert mit Rudi Hermanns einen Motor und Gestalter, dessen Arbeit aber noch lange fortwirken wird.

Rudi Hermanns wird bereits am Dienstag in seinem Heimatdorf beigesetzt.
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