Roetgens Handballer starten optimistisch

Von: Kurt Kaiser
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Roetgen. Für die Handballspieler des TV Roetgen verlief die vergangenen Saison bei weitem nicht wunschgemäß. Angetreten war man im vergangenen August mit dem Ziel Wiederaufstieg in die Verbandsliga, jedoch konnte man den schon nach wenigen Meisterschaftswochen abhaken.

Ende Januar war für die Rot-Gelben die Saison endgültig gelaufen. Acht Punkte Rückstand auf das Führungsduo waren nicht mehr aufzuholen.

Das sah auch der ehrgeizige Trainer Bernd Marquardt ein und stand an den letzten sieben Spieltagen nicht mehr zur Verfügung. Als Interimslösung übernahm Stefan Gronloh das Kommando. Letztendlich landete das Team in der Endabrechnung auf dem sechsten Tabellenplatz. Damit war das Delta zwischen den Ansprüchen zum Saisonbeginn und der Realität zum Saisonende viel zu groß.

Viele Veränderungen

In den handballlosen Sommermonaten hat sich aber bei den Rot-Gelben eine Menge verändert. Werner Römer steht in der neuen Spielzeit beim TV am Regiepult. Der frühere Torwart hat schon für den Verein in Verbandsliga und Oberliga gespielt. Als Trainer oder Co-Trainer hat er bei Borussia Brand in der Verbandsliga und im belgischen Eynatten in der Ehrendivision gearbeitet.

Zuletzt hat er in Eynatten die weibliche B- und A-Juniorenmannschaft betreut, die in der Oberliga Mittelrhein spielen. „Jetzt bin ich froh, dass ich wieder zu Hause bin. Ich bin im TV Roetgen groß geworden und freue mich auf die Aufgabe”, ist Werner Römer glücklich, dass er wieder bei seinem Heimatverein gelandet ist.

Auf den neuen Coach wartet eine spannende Aufgabe, denn er muss letztlich eine fast neue Mannschaft basteln. Fünf Spieler verließen die Mannschaft, um deren vier wurde der Kader erweitert. Wobei die Abgänge schon schmerzhaft sind, denn mit Björn Marquardt, Toni Ackermann junior, Nico Krott und Malte Wetzels verließen gleich vier Stammkräfte den Verein.

Lieber in höheren Ligen

Björn Marquardt wechselte nach Süd-Limburg. Das ist eine Fusion der Ehrendivisionsvereine Beeck, Sittard und Geleen. Der Roetgener Nachwuchsspieler wird dort im Juniorteam spielen. Toni Ackermann zog es wieder zurück zu seinem Heimatverein BTB Aachen, der nach dem Abstieg aus der Regionalliga wieder in der Oberliga spielt. In dieser Liga möchte auch Nico Krott spielen.

Er wechselte zum Oberligaaufsteiger Westwacht Weiden. Berufsbedingt musste Malte Wetzels umziehen und steht ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. Nachwuchstalent Marcel Harth, der in der vergangenen Spielzeit sporadisch in der Ersten eingesetzt wurde, zog es zur HSG Düren/Gürzenich, die in der Kreisliga spielt.

„Wir haben auch jetzt noch viel Potenzial in der Mannschaft, aber wir haben schon einige gute Spieler verloren”, weiß der Coach, dass es schwer wird, die Abgänge adäquat zu ersetzen. Wobei er vorläufig auch noch längere Zeit verletzungs- und krankheitsbedingt auf Thilo Vorpahl und Florian Meier verzichten muss. Meier wechselt deshalb vorübergehend in den Betreuerstab. Zählt man die beiden Ausfälle noch zu den Abgängen hinzu, dann muss der Coach eine komplette Mannschaft ersetzen.

Zumindest ein Neuzugang ist gar nicht so neu, denn Gino Valentini hat für den TV Roetgen schon etliche Spiele auf dem Buckel. Er spielte für Rot Gelb schon in der Verbands- und Landesliga. Nach einem einjährigen Abstecher in die eigene 2. Mannschaft wagt der engagierte Kreisläufer noch mal ein Comeback in der Ersten. Aus der eigenen 2. Mannschaft wagt auch Matthias Wilden den Sprung in den Landesligakader.

Er kann auf der rechten Seite im Angriff und in der Abwehr eingebaut werden. Kjell Ruppert hütete bisher das Tor der Roetgener A-Junioren. Neben den bisherigen Stammtorhütern Jan Küpper und Patrick Jongen soll der Nachwuchskeeper an das rauere Landesligaklima herangeführt werden. So richtig neu ist bei den Roetgenern nur Rückraumspieler Rafael Denis. Er spielte bisher für den KTSV Eupen.

„Wenn die neuformierte Mannschaft sich schnell zusammen findet und die richtige Einstellung zum Spiel entwickelt, dann werden wir schon viele Punkte holen”, möchte der Coach noch kein festes Saisonziel für die neuformierte Truppe definieren. Weil die Ferien bis Mitte August dauerten, stand den Roetgenern auch erst zum Ferienende die Halle zur Verfügung.

Training im Wald

„Das Hallentraining ist zwar etwas zu kurz gekommen, aber dafür hat die Mannschaft zwei Monate ganz prima im Wald trainiert”, sieht der Trainer bei den spielerischen Abläufen noch einige Defizite, aber er weiß, dass die konditionellen Werte durch die „Waldarbeit” stimmen.

Dass es noch nicht wunschgemäß läuft, erkannten die Roetgener am vergangenen Wochenende. Da gab es in den letzten Tests deutliche Niederlagen. Im Kreispokal verlor das Team gegen den Klassenkonkurrenten Borussia Brand 18:36.

Im Mittelrheinpokal gab es eine 18:37 Niederlage gegen den SSV Nümbrecht. Allerdings zählen die Bergischen zum Favoritenkreis in der Oberliga.

Am Samstagabend zur gewohnten TV-Zeit (Anwurf 19.45 Uhr) startet der TV Roetgen mit einem Heimspiel gegen die Zweitvertretung der HSG Niederpleis/St. Augustin in die Saison 2009/10. Auch wenn man in den Pokalrunden deutliche Niederlagen kassierte, sieht Werner Römer der Saisonpremiere recht optimistisch entgegen. „Wir wissen zwar noch nicht so richtig, wo wir spielerisch stehen, aber ich hoffe, dass wir mit einem Heimsieg in die Saison starten können.”
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