Roetgens Grüne widmen sich dem Wald

Von: aj
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Politische Belange in gemütlicher Runde: Der Roetgener Ortsverband der Grünen hat sich zur Mitgliederversammlung erstmals in der Wanderstation am Pferdeweiher getroffen. Foto: Aline Jansen

Roetgen. „Wald“ sowie „Flucht und Integration“, das sind die Arbeitsschwerpunkte, die sich der Roetgener Ortsverband vom Bündnis 90/Die Grünen für das Jahr 2016 gesetzt hat. Ideen, wie diese Themen angegangen werden können, wurden jetzt auf der Mitgliederversammlung in der Wanderstation am Pferdeweiher diskutiert.

Schon seit zwei Jahren ist klar, dass das Übergangswohnheim am Kuhberg ohne Modernisierung auf Dauer keine Lösung mehr ist, um Flüchtlinge unterzubringen. Außerdem wünschen sich Politik und Verwaltung dezentrale Wohnräume, um eine schnelle Integration zu fördern. Deshalb hat die Gemeinde Wohnungen angemietet. Doch der Platz reicht nicht für alle 190 Flüchtlinge aus, die zurzeit in Roetgen leben. Zudem ist unklar, wie viele Schutzsuchende in den kommenden Monaten eintreffen werden.

„Eine Sanierung des Gebäudes am Kuhberg würde voraussichtlich mehr Geld verschlingen als ein Neubau“, erklärte Bernhard Müller, Vorstands- und Fraktionsmitglied der Grünen. Aus diesem Grund strebe man an, ein neues Flüchtlingshaus am Pilgerborn zu bauen. Erste Schritte dazu sind vergangene Woche in die Wege geleitet worden.

Christa Heners, Vorsitzende des Ortsverbands, betonte besonders die gute Arbeit des Roetgener Flüchtlingsrats.

Das Thema „Wald“ wird beim „Grünen Wochenende“ am 18. und 19. Juni aufgenommen. Dann geht es für zwei Tage nach Tondorf, wo Heners bereits das Haus Nikolaus als Tagungsort angemietet hat. Dort möchten sich die Grünen auf das ereignisreiche Jahr 2017 mit Landtagswahl in NRW und Bundestagswahl vorbereiten. Getreu dem Motto „Ziele setzen, Wege gehen!“ werden Themenschwerpunkte gesammelt und erarbeitet, wie diese konkret umgesetzt werden können.

Da Tondorf zwischen Nettersheim und Hümmel liegt, ist zum Abschluss des Wochenendes eine Führung durch den Ruheforst Hümmel sowie ein Besuch im Naturzentrum Eifel in Nettersheim eingeplant. Teilnehmen können alle Mitglieder des Ortsverbands. „Aber wir freuen uns auch über Nichtmitglieder, die an unserer Arbeit interessiert sind und uns kennen lernen wollen“, so die Vorsitzende. Eine Anmeldung zum „Grünen Wochenende“ ist bei Christa Heners ab sofort telefonisch unter 02471/2756 oder per Mail an christa.heners@gruene-region-aachen.de möglich.

Bei der Versammlung ging es aber nicht ausschließlich um „grüne Belange“, denn der Vorstand hatte Gäste eingeladen: Dieter Fischer, 1. Vorsitzender, und Rolf Wilden, Geschäftsführer und Kassierer, des Heimat- und Geschichtsvereins Roetgen, kurz HeuGeVe genannt, stellten ihre Arbeit vor.

Der HeuGeVe ist ein noch junger Verein, der erst 2005 ins Leben gerufen wurde. Trotzdem liegt seine Mitgliederzahl bereits bei 130 und wächst stetig.

Zurzeit arbeitet der Verein an acht Projekten, die Rolf Wilden kurz vorstellte. Unter anderem werden historisch relevante Nachlässe von Roetgener Bürgern gesammelt und in einem Dorfarchiv angelegt. Außerdem ist eine Bildersammlung in Arbeit mit aktuellen und historischen Fotos. Weiterhin gibt der HeuGeVe die „Roetgener Blätter“, eine Monatszeitschrift, heraus und verlegt seit 2011 jedes Jahr mindestens ein Buch, das Themen der Geschichte Roetgens aufgreift. Viele Informationen stammen aus Gesprächen mit Bürgern älterer Generation. Ihre Geschichten werden akribisch festgehalten, damit das Wissen nicht verloren geht.

Westwall interessantes Thema

Einen Konsens mit den Grünen sah Wilden beim Schutz der Dorfgestaltung und besonders alter, prächtiger Bäume, die nicht nur im Wald zu finden sind, sondern auch im Dorf an alten Häusern. Doch viele von ihnen sind in der letzten Zeit abgeholzt worden, worüber der Ärger groß ist. „Es ist erschreckend mit welcher Geschwindigkeit sich das Ortsbild verändert“, resümierte Wilden.

Außerdem möchte sich der HeuGeVe für den Erhalt historischer Denkmäler in Roetgen einsetzten. Auch hier könnte man die Hilfe der Grünen gut gebrauchen. Besonders die alten Bunker in der Umgebung und der Westwall in der Nähe der Staumauer am Ortsausgang Richtung Rott seien touristisch hoch interessant und es herrschte Unverständnis, warum sich die Gemeinde bis jetzt nicht darum gekümmert habe.

Besondere Einigkeit herrschte beim Fazit des Abends: „Wir möchten, dass Roetgen ein Wohnort bleibt und kein Vorort von Aachen wird.“

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