„Roetgener Schleife“: Dreilägerbachtalsperre bleibt tabu

Von: P. St.
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Für Wanderer und Radfahrer nach wie vor unerreichbar: Die touristische Erschließung der Dreilägerbachtalsperre ist aktuell nicht realistisch. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Auf großes Interesse stieß jetzt in der Sitzung des Roetgener Touristikausschusses die „Roetgener Schleife“. So lautet der Arbeitstitel für ein Radwegeprojekt, dass der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen in Zusammenarbeit mit der Roetgen-Touristik ausgearbeitet hat.

Der Radweg, der thematisch die geschichtlichen und landschaftlichen Besonderheiten des Ortes berührt, soll als neue touristische Attraktion die Gemeinde aufwerten. Immerhin war Roetgen am 12. September 1944 die erste deutsche Gemeinde, die von den Amerikanern erobert wurde. Auch diesem historischem Datum soll die „Roetgener Schleife“ gerecht werden.

Rolf Wilden, der Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins konnte mit seiner Projekt-Präsentation Fachausschuss und Verwaltung gleichermaßen überzeugen. So wurde auch folgerichtig der Auftrag an die Verwaltung erteilt, dass diese „das Projekt weiterhin positiv begleiten“ möge.

Abzweigend vom Vennbahn-Radweg in Schmidthof über Rott und am Roetgener Bahnhof wieder auf den Vennbahnweg mündend, soll die Rad-Schleife Roetgens Naturschönheiten näher bringen unter besonderer Berücksichtigung der heute noch sichtbaren Befestigungsanlagen des Westwalls, der als Bodendenkmal eingetragen ist.

Die Besonderheit der Höckerlinie auf Roetgener Gebiet ist ohne Zweifel die aufwendige Überbrückung der Vicht. Eine der ersten Aufgaben ist es, die noch gut erhaltenen Anlagen wieder freizulegen. Das Projekt soll im Rahmen des regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm NRW gefördert werden und ist bereits zur Prüfung eingereicht worden. Bei einer Förderung käme nur ein zehnprozentiger Anteil der Gesamtkosten, die bei rund 100 000 Euro liegen würden, auf die Gemeinde Roetgen zu.

„Da gibt es noch viel Klärungsbedarf“, meinte Bürgermeister Jorma Klauss, der das Projekt nach Kräften unterstützen möchte. Zur von den Projekt-Initiatoren ins Gespräch gebrachten Zugängigkeit der Dreilägerbachtalsperre konnte der Bürgermeister aber nur wenig Hoffnung. An diesem Thema habe sich die Gemeinde bereits vor einigen „die Zähne ausgebissen“.

Kein Verständnis zeigte auch Wolfgang Schruff (PRB) dafür, dass die Talsperre weiträumig abgesperrt sei. Gegenüber dem Wasserversorger müsse erneut „Druck aufgebaut“ werden, zumal beispielsweise Perlenbachtalsperre und Kalltalsperre von Wanderwegen erschlossen und frei zugänglich seien. Annika Thelen von der Gemeindeverwaltung erläuterte, dass die Bezirksregierung nicht bereit sei, die entsprechende Verordnung über die Wasserschutzzonen an der Dreilägerbachtalsperre aufzuheben.

Zum Projekt „Roetgener Schleife“ meinte Lukas Benner (Grüne), dass mit diesem Radweg auch die Chance eröffnet werde, Rott an das Fahrradwegenetz anzuschließen, während Stephan Speitkamp (CDU) sich dafür aussprach, das Angebot auch auf Wanderer auszudehnen, die oft mehr Muße mitbringen würden, um sich landschaftlichen Besonderheiten zu widmen.

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