Roetgener Heimatverein sucht Räume für ein Dorfarchiv

Von: Günther Sander
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Die alte Roetgener Schule wäre für den Heimat- und Geschichtsverein ideal zur Unterbringung eines Archivs. Foto: Günther Sander

Roetgen. Die Wünsche und Ziele sind groß, der Schritt zur Verwirklichung aber nicht minder. Fakt ist: Der Heimat- und Geschichtsverein Roetgen (HeuGeVe) sucht händeringend Räumlichkeiten für die Unterbringung eines großen Fundus von zahlreichen Nachlässen, um sie archivieren zu können. Mehrere Anläufe, fündig zu werden, scheiterten bisher.

Langfristig plant der Verein daher den Erwerb einer Immobilie. Geschäftsführer Rolf Wilden bringt es auf den Punkt: „Wir denken an ein altes Haus, das wir für die Zwecke eines Dorfarchivs herrichten könnten.“ Wilden verschweigt nicht, dass es dazu noch Zeit bedürfe, denn allen im Verein sei klar, dass für diese Planung Kapital angespart werden müsse. Nach einem Vorstandsbeschluss von 2013 sammele der HeuGeVe jährlich Überschüsse aus der Vereinsarbeit.

Jetzt kommt dem Verein ein aktueller Antrag der FDP-Fraktion der Gemeinde Roetgen ein Stück entgegen. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Franz-Josef Zwingmann hat den Antrag gestellt, die Gemeindeverwaltung möge in enger Zusammenarbeit mit dem HeuGeVe im eigenen Immobilienbestand nach Möglichkeiten zur Realisierung eines Archivraumes suchen.

Ehemaliger Pausenraum

Die Liberalen haben hier klare Vorstellungen: Sie favorisieren den ehemaligen Pausenraum in der alten katholischen Volksschule an der Hauptstraße. „Der Pausenraum wäre ideal, diese Räumlichkeit würden wir begrüßen“, macht Rolf Wilden deutlich. Die Pluspunkte: Die alte Volksschule sei zentral gelegen, der Pausenraum verfüge über einen separaten Eingang. „Und er ist groß genug, um unsere Unterlagen für die kommenden Jahre aufnehmen zu können“, sagt der Geschäftsführer. Der Raum sei rund 50 Quadratmeter groß und habe zudem ausreichend Stellflächen für Regale, um Archivmaterialien verstauen zu können.

Wilden spricht von einem „umfangreichen Archivmaterial“, bestehend aus der Übernahme mehrerer Nachlässe, die dem Verein zunehmend angeboten werden. „Auf den Speichern und in den Kellern haben unsere Mitglieder mindestens acht Regale voll mit Akten, Bildern, Büchern und Karten. Das führt dazu, dass wir uns im Augenblick bei der Annahme neuen Materials zurückhalten müssen“, sagt Wilden. Größere Teile, wie zum Beispiel alte Maschinen, könne man überhaupt nicht unterbringen. Davon habe das Bauernmuseum in Lammersdorf bereits profitiert.

Sollten die Räumlichkeiten in der alten Schule bezogen werden können, ist dem Verein klar, dass er für den Verbrauch von Strom, Wasser und Heizung die Rechnung zahlen müsste. Die Möblierung sei mit Sicherheit zum Teil durch Spenden zu realisieren. „Und alles, was sonst machbar ist, da packen wir gerne selbst mit an“, sagt Wilden.

Bisher sei das Projekt an den Renovierungskosten des Raumes gescheitert. „Wir hatten angeboten, die Renovierung selbst in Angriff zu nehmen. Leider hat die Gemeinde diesen Vorschlag abgelehnt“, bedauert Rolf Wilden. Begründung: Es sei ein öffentliches Gebäude. „Wir denken aber, darüber kann und muss man noch einmal konkret reden“, ergänzt der Geschäftsführer, denn man sei gerne bereit, der Gemeinde Roetgen 20.000 Euro zu ersparen oder sie deutlich zu reduzieren.

Möglichkeit Nummer zwei: Eine Finanzierung durch Spenden. „Das könnten wir organisieren“, sagt Wilden.

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