Roetgen - Roetgener Grüne fühlen sich nicht ernst genommen

Roetgener Grüne fühlen sich nicht ernst genommen

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Die Grünen kritisiert den neuen Forstwirtschaftsplan der Gemeinde Roetgen. Foto: Archiv/ P. Stollenwerk

Roetgen. Gar nicht einverstanden sind die Roetgener Grünen mit dem kürzlich vom Umwelt-, Tourismus- und Forstausschuss (UTF-Ausschuss) beschlossenen Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2018. Die Fraktion kritisiert den neuen Forstwirtschaftsplan der Gemeinde und sieht keine Grundlage zur Beurteilung der Zahlen

Seit einigen Jahren würden sie sich um „Haushaltswahrheit und Haushaltsklarheit“ beim Thema Wald bemühen und würden dabei nur auf Granit stoßen, schreiben die Roetgener Grünen in einer Stellungnahme. Gerd Pagnia, Vorsitzender der Grünen-Fraktion in Roetgen, fasst das so zusammen: „Da gibt es einen Gemeindeförster, der noch viel handschriftlich arbeitet, was eine Dokumentation und damit die Kontrolle seiner Arbeit nicht erleichtert. Dann gibt es da eine Gemeindeverwaltung, die es offensichtlich nicht schafft, von ihm ordnungsgemäßes Verwaltungshandeln hinsichtlich der Buchführung, aber auch hinsichtlich des Umgangs mit den Gremien des Gemeinderates einzufordern.“

Christa Heners, Sprecherin der Fraktion im UTF-Ausschuss, ergänzt: „Und dann gibt es eine Reihe von Ratsfraktionen, denen das, was in und mit unserem Wald passiert, scheinbar völlig egal ist, und die, wenn ihnen der Förster sagt, dass der Wald im nächsten Jahr rund 110.000 Euro erwirtschaften wird, dann mit leuchtenden Augen erklären: Danke, Sie machen das wirklich sehr gut!“

In dieser Konstellation stünden sie alleine da mit ihrem Versuch, den Forstwirtschaftsplan und das sogenannte „Produkt Gemeindewald“ im gemeindlichen Haushalt irgendwie in Einklang zu bringen, so dass man es beurteilen könne, kritisieren die Grünen.

Damit das besser gelinge, habe der Gemeinderat im vergangenen Jahr gefordert, das Forstamt möge seinen Zahlen im Forstwirtschaftsplan die jeweiligen Ergebnisse des Jahres gegenüberstellen, damit die Ausschuss- und Ratsmitglieder erkennen könnten, wie gewirtschaftet wurde. „Mit einer solchen Aufstellung könnten die Ausschussmitglieder ihre Kontrollfunktion auch wahrnehmen,“ erklärt Heners. „Vorgelegt wurde jetzt im Ausschuss aber nur ein Auszug aus dem Jahresergebnis des Gemeindehaushaltes, also genau das, was nicht vergleichbar ist, wie die Verwaltung selber in ihrer Vorlage schreibt. Auf Nachfrage, wo die Gegenüberstellung der Plan- und der Ist-Zahlen sei, erklärte dann das Forstamt im Ausschuss, dass man das Geforderte nicht liefern könne, weil es zu aufwendig sei. Das halten wir Grüne für ein Armutszeugnis. Wir fragen uns dann, auf welcher Grundlage ein neuer Plan gemacht wird, wenn man nicht weiß, wie der alte Plan ausgegangen ist.“

Die haushalterische Jahresrechnung sei am Ende das, was zählt. Und da stellen die Grünen dann fest, dass – im Jahr 2016 – der Bereich Holzwirtschaft, also der Holzverkauf abzüglich der Kosten, die durch die Waldbewirtschaftung entstehen, keinen Gewinn abgeworfen habe. „Im Wald werden 6500 Festmeter Holz geerntet und die Gemeinde verdient daran keinen Euro!“ sagt Christa Heners. „Erträge gibt es im Bereich Jagdpacht und im Bereich der inneren Verrechnung, da der Förster und sein Team einige Arbeiten für die Allgemeinheit erledigen, und die Kosten dafür erstattet werden. Die ganze Waldbewirtschaftung entpuppt sich als reines Försterbeschäftigungsprogramm.“

Für das Jahr 2017 würden noch keine Ergebnisse vorliegen, und für 2018 gebe es noch keine Planzahlen im Haushalt, aber die Entwicklung der vergangenen Jahre lasse hier keine großen Abweichungen erwarten, schreiben die Grünen. „Aus dem Forstwirtschaftsplan ein Plus von 110.650 Euro abzuleiten, halten wir für bewusst irreführend, weil viele Kostenpositionen hier nicht berücksichtigt sind“, erklärt die Ratsfrau.

„Alles, was den Grünen am Wald wichtig ist, seine vielfältigen ökologischen Funktionen für Natur, Luft, Wasser, Klima, Artenvielfalt und sein Erholungswert für die Menschen, sind unserer Forstverwaltung scheinbar herzlich egal“, schimpft die Fraktion der Grünen.

Auf Nachfrage zu seiner Wegebauplanung habe der Förster in der letzten Sitzung des Forstausschusses seine rein forstwirtschaftliche Motivation erklärt. Die Wege müssten nur für Forstfahrzeuge tauglich sein, alles andere sei nicht relevant. „Wir Grüne würden uns wünschen, dass sich ein Förster auch für seinen Wald als Wald begeistert“, sagt Heners. Fraktionssprecher Gerd Pagnia ergänzt: „Solange wir weder von der Forstverwaltung noch von den anderen Fraktionen ernst genommen werden in unserem Bemühen um eine sachgemäße Beurteilung der Forstwirtschaft, solange werden wir auch den Forstwirtschaftsplänen nicht zustimmen können.“

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