Roetgener Fotograf im Mittelpunkt des Universums

Von: Andreas Gabbert
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Roetgen/New York. Die Sterne haben Mark Hellweg aus Roetgen bis nach New York geführt. Seine Fotografien von Sternen, Planeten und der unendlichen Weite des Weltalls hat der 40-Jährige dort in der namhaften Agora-Galerie mit Sitz im Künstlerviertel Chelsea in Manhattan ausgestellt.

Die offizielle Vernissage der Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel „From here to there“ ließ er sich nicht entgehen und reiste nach New York.

Als ihn im vergangenen Jahr das Angebot der Galerie erreichte, in den USA auszustellen, hatte er erst erhebliche Zweifel. „Ich habe das für einen Scherz gehalten und nicht dran geglaubt. Deshalb bin ich gar nicht darauf eingegangen“, sagt Hellweg. Doch die Mitarbeiter der Galerie ließen nicht locker und schrieben ihn wieder an. Er traute der Sache immer noch nicht und da er gerade eine Ausstellung im Saarland hatte, antwortete er, dass er momentan für New York keine Zeit habe. Die Galerie schrieb, er solle sich Zeit nehmen, man würde auf ihn warten und er solle gerne auf sie zukommen. „Da habe ich realisiert, dass die das ernst meinen könnten“, sagt Hellweg.

Als der Tag der Ausstellungseröffnung gekommen war, machte sich der Roetgener vormittags in New York allein auf Fototour. „Schön entspannend war‘s, ich liebe das“, sagt er. Mittags ging es zurück zum Hotel in Mid Town: duschen, rasieren, Anzug anziehen, noch schnell die beruflichen E-Mails beantworten, den Hut aufziehen und los. Den Hut trägt er schon seit zehn Jahren zu verschiedenen Anlässen. Damit sorgte er sogar in New York für Aufsehen und wurde immer wieder darauf angesprochen und mit Crocodile Dundee verglichen. „In der Tat fühlte ich mich auch wie Crocodile Dundee in dieser Stadt“, sagt Hellweg.

Der erste Termin in der Galerie war ein persönlicher Videodreh. Vor seinen Bildern stehend, sollte er über seine Arbeiten, seinen Antrieb und über seine Person sprechen. Hellweg war furchtbar nervös. „Ich spreche nicht schlecht Englisch, aber hier waren meine Grenzen schnell erreicht. Aber die Galeristen dort sind absolute Profis. Die haben mich klasse durch die Szenen geführt. Wenn es dann läuft, geht auf einmal alles“, erzählt der Fotograf.

Anschließend hatte er noch etwas Freizeit und schlenderte durch die Straßen des Künstlerviertels, wo sich eine Galerie an die andere reiht. „Was zum Teufel mache ich eigentlich hier“, ging ihm immer wieder durch den Kopf.

Die ausstellenden Künstler versammelten sich zur gegenseitigen Vorstellung. Hellweg war der einzige Fotograf. „Ich war der Exot“, sagt er. Für seine Präsentation hatte er sich im Vorfeld einen Spruch ausgedacht: „Vor allem ist es mir ein großes Vergnügen, an diesem Platz zu sein, wo man als Künstler sein muss – in New York City – dem Mittelpunkt des Universums.“ Dazu müsse man wissen, dass die New Yorker ihre Stadt, die ja angeblich niemals schläft, tatsächlich gerne mal augenzwinkernd als den Mittelpunkt des Universums sehen. Das passt irgendwie zu meinen Bildern, dachte ich und landete mit dem Spruch später prompt in der Schlagzeile des hauseigenen Blogs“, erklärt Hellweg.

Als die Türen geöffnet wurden, wurden nur geladene Gäste eingelassen, davon aber eine ganze Menge, circa 200 Interessierte waren zur Eröffnung erschienen. Darunter auch eine Frau aus Kornelimünster, die inzwischen in New York lebt. Ihr Vater hatte in dieser Zeitung von Hellwegs Ausstellung gelesen und ihr davon erzählt.

Der Eifeler kam aus dem Reden nicht mehr heraus. „Während ich noch im Gespräch war, standen bereits die Nächsten da und warteten geduldig“, berichtet er.

Mit der Resonanz ist er mehr als zufrieden. „Die Leute, die Zeit, alles war sehr beeindruckend – es war ein unglaubliches und unbeschreibliches Erlebnis“, sagt Hellweg. Er habe gemerkt, dass es Leute gebe, die sich in seine Bilder verlieben, andere könnten aber nichts damit anfangen. „Das ist oft so bei Astrofotos“, sagt Hellweg. Die Galerie wird nach der Ausstellung nun 16 seiner Bilder, darunter auch Landschaftsaufnahmen aus der Eifel, 18 Monate lang auf dem amerikanischen Kunstmarkt anbieten. Preise von 880 bis 2800 Dollar hat die Galerie angesetzt. „Dabei habe ich ihr freie Hand gelassen. Ich bin ja der Mark aus Roetgen und kenne mich mit den Preisen auf dem New Yorker Kunstmarkt nicht aus“, erklärt Hellweg.

Inzwischen hat er auch eine Anfrage aus Mailand für eine weitere Ausstellung erhalten. „Ich denke, ich mach das nicht. Das ist einfach alles zu heftig. Bald werde ich wieder Vater und das geht alles so schnell hintereinander. Vielleicht im nächsten Jahr“, sagt der 40-Jährige. Die Vorbereitungen für die Ausstellung in New York hätten seinen Puls über Wochen in die Höhe getrieben. Monatelang sei er angespannt gewesen. „Danach ist eine Last von mir abgefallen. Da habe ich das erst richtig gemerkt. Ich bin kein Kind von Traurigkeit, aber das soll man nicht unterschätzen, das hat mich echt gefordert. Trotzdem habe ich es auch genossen“, sagt Hellweg.

Ob er sich wieder darauf einlassen würde? Hellweg lacht. „Ne, ne, ne.“ Er zögert, überlegt. „Ja doch, wenn der Adrenalinspiegel unten ist, ja. Beim ersten Mal ist man ja noch unsicher. Aber jetzt mit der Erfahrung würde es bestimmt auch nicht mehr so stressig.“

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