Roetgen will vom neuen Aachener Campus profitieren

Von: Ernst Schneiders
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Roetgen. Die Gemeinde Roetgen will mit an den Fleischtöpfen sitzen, wenn die 10 000 bis 12 000 Akademiker, die in absehbarer Zeit den neuen Campus in Aachen bevölkern sollen, im Speckgürtel der Kaiserstadt, zu dem sich neben Richterich, Laurensberg und Würselen auch Roetgen zählt, nach Wohnraum suchen.

Doch nicht nur diesem Personenkreis soll ein eigenes Dach über dem Kopf ermöglicht werden, denn, so Bürgermeister Manfred Eis, die Bevölkerungszahl steigt, zwar nicht rasant, aber immerhin.

Im Gegensatz zu Monschau und Simmerath, deren Einwohnerzahlen sinken, macht sich in der kleinsten der drei Nordeifel-Kommunen die Nähe zu Aachen bemerkbar. Junge Familien mit Kindern ziehen aufs Land, wenn auch nicht so ganz.

Deshalb sind in Roetgen derzeit Neubaugebiete „en vogue”. Die Rede ist vom Wiedevenn II , von einer Erweiterung des bereits bestehenden Wohnparks Lammerskreuz und/oder von einem Wohnpark Greppstraße zwischen Grepp- und Faulenbruchstraße Richtung Bundesstraße.

„Nicht spruchreif”

Nach Worten von Bürgermeister Eis ist „alles im Fluss, teilweise schon länger, allerdings noch nicht spruchreif”. Regeln wird das die Roetgener Bauland GmbH , die je zur Hälfte von der Gemeinde und der S-Immo der Sparkasse Aachen gehalten wird.

Mit dieser Vorgehensweise bleibe sich die Nothaushaltsgemeinde Roetgen bei den Erschließungskosten „aus der Tasche”. Dessen ungeachtet gibt es hinter den Kulissen bereits politischen Zwist, was, wie, wo und warum umgesetzt werden soll.

In Nähe der Turnhalle könnte das Neubaugebiet Wiedevenn II entstehen. Eine Stichstraße zu der Brache gibt es schon. Politiker messen diesem Areal wegen der innerörtlichen Verbindung „strategische Bedeutung” bei. Dem Vernehmen nach hat es bereits Gespräche mit den Grundstückseigentümern gegeben, eine Einigung „scheint möglich”, auch ohne Umlegungsverfahren, sprich Enteignung, nachdem man jahrelang nicht weitergekommen ist.

Bisher Hubschrauberland

Interessant ist das Projekt auch deshalb, weil die Gemeinde dort teilweise selbst Grundstückseignerin ist, folglich Geld in die klamme Kasse spülen kann. Bisher ist das gemeindliche Terrain sogenanntes Hubschrauberland. Man kommt von keiner Seite aus heran, höchstens von oben.

Eine mögliche Erweiterung des Wohnparks Lammerskreuz hängt nach vorliegenden Informationen von der bereits an der Greppstraße bestehenden Erschließungstraße ab. Das Gelände, über das diese Straße läuft, gehört einer Erbengemeinschaft, die angeblich Verkaufsbereitschaft signalisiert haben soll.

Alternativ dazu ist die Rede von einem Wohnpark Greppstraße zwischen der Grepp- und der Faulenbruchstraße in Richtung Bundesstraße. Zwischen 36 und 45 Wohneinheiten sollen dort entstehen, was für einige Politiker einen Hauch von Legoland hat, alles klein, alles eng. Genau das aber soll, so Dirk Meyer vom Bauamt der Gemeinde, nicht kommen. Im Rathaus lege man Wert auf eine aufgelockerte Bebauung.

Wie viele Parzellen es letztlich werden, hängt davon ab, wie viele Grundstücke erworben werden können, denn nicht jeder Eigentümer ist verkaufsbereit.

Kritisiert wurde aus der Politik, man habe erst aus den Medien erfahren, dass über einen Wohnpark Greppstraße nachgedacht worden sei. Man habe des Thema wohl unter der Decke halten wollen, bis alles in trockenen Tüchern sei, wurde gemutmaßt. Für Dirk Meyer hat das alles nichts mit Geheimniskrämerei zu tun. Bisher sei man über den Status einer Idee und ersten Überlegungen nicht hinausgekommen.

Überlegt werden muss sicherlich noch eine ganze Menge, beispielsweise, wohin mit dem zusätzlichen Verkehrsaufkommen, für das die Greppstraße eigentlich nicht ausgelegt ist. Es wird, schätzt der Bürgermeister, noch eine ganze Weile dauern, bis alle Planungen und Verhandlungen abgeschlossen sind und die Tinte auf allen Verträgen getrocknet ist.

Eis: „Wir möchten eine Win-Win-Situation herstellen. Alle Beteiligten sollen etwas davon haben. Da legen wir Wert drauf!”
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