Roetgen - Roetgen verzeichnet geringste Kriminalität in der Region

Roetgen verzeichnet geringste Kriminalität in der Region

Von: Andreas Gabbert
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Kriminalität
Anzahl der Straftaten im Vergleich. Grafik: ZVA/Thomas Heinen, Foto: imago/Becker&bredel

Roetgen. In der Gemeinde Roetgen gibt es innerhalb der Städteregion Aachen die wenigsten erfassten Straftaten. Dahinter folgen Monschau und Simmerath. Die meiste Kriminalität gibt es in der Stadt Eschweiler. Das geht aus der Kriminalitäts- und Unfallstatistik der Polizei hervor.

Die Gemeinde Roetgen sei ein Ort zum Wohlfühlen und sein Vortrag werde dies untermauern, kündigte der Leiter der Polizeiinspektion II, Hans-Peter Sperber, an, als er jetzt im Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss der Gemeinde die Statistik vorstellte. Die Polizeiinspektion II ist im ehemaligen Landkreis Aachen für rund 308 000 Einwohner in neun Städten und Gemeinden verantwortlich und umfasst 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Insgesamt sei die Zahl der Straftaten im Jahr 2017 in Roetgen im Vergleich zum Jahr 2016 deutlich um 32 Prozent gesunken, sagte Sperber. Während es 2016 noch über 300 Fälle gab, waren es 2017 noch etwas mehr als 200.

Auf einem niedrigen Niveau

Die Straßenkriminalität sei schon 2016 auf einem niedrigen Niveau gewesen und sei nun nochmals um 34 Prozent auf rund 50 Fälle gesunken, erläuterte Sperber. Unter dem Begriff Straßenkriminalität werden Delikte wie zum Beispiel Taschendiebstahl, Sachbeschädigungen, exhibitionistische Handlungen, Diebstahl aus Automaten oder Fahrzeugen, Fahrraddiebstahl und Landfriedensbruch zusammengefasst. Auch hier schneidet die Gemeinde Roetgen im städteregionalen Vergleich am besten ab. Dahinter folgen Simmerath und Monschau.

Bei den Gewalttaten gebe es im Vergleich zum Vorjahr einen Fall mehr. Sieben von acht Fällen seien aufgeklärt worden. Dabei habe es sich ausschließlich um Beziehungsdelikte gehandelt. „Das ist nichts, was die Polizei verhindern kann“, sagte Sperber.

Bei den Wohnungseinbrüchen sei nach einem sehr drastischen Anstieg im Jahr 2015 (45 Fälle) in den Jahren 2016 (24) und 2017 (9) ein deutlicher Rückgang zu beobachten. Sperber sprach von einer „sehr positiven Entwicklung“. „Roetgen hat einen riesigen Vorteil: Man kennt sich hier“, sagte der Polizeibeamte. Der Nachteil sei aber gleichzeitig, dass man zu viel vertraue und zum Beispiel die Tür nur angelehnt oder das Fenster gekippt lasse.

„Sorglosigkeit macht es den Tätern leicht“, betonte Sperber und riet dazu, bei verdächtigen Beobachtungen gleich die Polizei zu informieren. In der Städteregion verzeichnet nur die Stadt Baesweiler weniger Wohnungseinbrüche pro 100 000 Einwohner. Die Gemeinde Simmerath folgt gleich hinter Roetgen. Am schlechtesten schneidet hier die Stadt Monschau ab.

Bei den rund 180 Verkehrsunfällen im Gemeindegebiet Roetgen im Jahr 2017 sei in den meisten Fällen lediglich Sachschaden entstanden, erklärte Sperber. Hier landet Roetgen im städteregionalen Vergleich knapp hinter Monschau auf dem zweiten Platz. Nur bei zehn Prozent der Unfälle seien Personen zu Schaden gekommen. Hier habe es im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 24 Prozent gegeben, erklärte Sperber.

Unfälle auf dem Vennbahnradweg wurden in der Statistik nicht erfasst, da dieser sich auf belgischem Hoheitsgebiet befindet. Weniger Unfälle mit Personenschaden pro 100.000 Einwohner gab es in Baesweiler und Stolberg. Monschau liegt hier auf einem ähnlichen Niveau wie Roetgen, Simmerath hingegen verzeichnet in der Städteregion mit Abstand die meisten Unfälle mit Personenschaden je 100.000 Einwohner.

Nach dem Vortrag hatten die Ausschussmitglieder Gelegenheit, Fragen zu stellen. Der Sorge, dass die guten Zahlen zu weniger Polizeipräsenz führen könnten, versuchte Sperber zu zerstreuen. Er erklärte, dass mit Blick auf die Einsatzbelastung kein eigener Streifenwagen für die Nordeifel nötig sei. Es gehe aber auch darum, Präsenz zu zeigen.

Daher lege der Polizeipräsident großen Wert auf einen eigenen Streifenwagen für die Nordeifel. Zusätzlich sei man durch den Schwerpunktdienst bei Veranstaltungen verstärkt präsent. „Wir haben Reserven, die wir punktuell einsetzen. So können wir bei Bedarf mit sehr viel mehr Streifenwagen vor Ort sein“, sagte Sperber. Es gebe zurzeit auch keine Veranlassung über die Schließung von Polizeiwachen nachzudenken.

Es gebe viele Anlaufstellen der Polizei in der Eifel, für die man das entsprechende Personal, Fahrzeuge und Ausstattung bereithalten müsse. Der Polizei sei es aber nicht möglich, dem Bedarf entsprechend Dinge zu kaufen oder Personal bereitzustellen, dafür gebe es genaue Vorgaben. „Das sind Rahmenbedingungen mit denen man arbeiten muss“, sagte Sperber. Wenn sich diese verschlechtern würden, müsse man auch über Konsequenzen nachdenken.

 

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