Nordeifel - Roetgen im Winter auf großer Einkaufstour

Roetgen im Winter auf großer Einkaufstour

Von: Kurt Kaiser
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Im bisher einzigen Derby beim FC Roetgen standen die Konzener, die nach dem Platzverweis für Thomas Scheffen schon frühzeitig in der Unterzahl spielen mussten, im zweiten Abschnitt unter Druck. Nach einem Eckball von Tom Moosmayer klärt hier Markus Roder vor seinem Torwart Kevin Braun. Foto: Kurt Kaiser

Nordeifel. Nach dem Abstieg des TuS Mützenich und dem Aufstieg von Germania Eicherscheid gingen mit dem TV Konzen und dem FC Roetgen in dieser Saison nur noch zwei Nordeifelteams in der Aachener Kreisliga A an den Start. Mit unterschiedlichen Zielsetzungen für den weiteren Saisonverlauf meldeten sich beide Vereine vor wenigen Wochen in die Winterpause ab.

Der FC Roetgen möchte die Liga nach oben verlassen, beim TV Konzen siedelt Trainer Georg Bauer das Ziel nicht so hoch an, denn er musste nach der vergangenen Saison einen Neuaufbau in Angriff nehmen.

Fünf Stammkräfte verließen den TV Konzen letzten Sommer und mussten durch junge, aber ehrgeizige Nachwuchskicker aus der B- und C-Liga ersetzt werden. „Von den Jungs hatte vorher kaum einer in der A-Liga gespielt. Wenn wir am Saisonende mit unserer neu formierten Mannschaft auf dem achten Tabellenplatz landen und es uns gelingt, in der Rückrunde noch einige Favoriten zu ärgern, dann ist das schon in Ordnung“, sagt Georg Bauer.

Trotz Integration der Neuzugänge erwischten die Schwarz-Gelben einen beinahe schon optimalen Start. Nach Heimsiegen gegen Borussia Brand, den SV Kohlscheid und Breinig II sowie einem Auswärtserfolg beim VfR Forst und einem torlosen Remis bei Rhenania Würselen rangierten die Konzener nach fünf Spieltagen auf Tabellenplatz drei – mit fast weißer Weste. Die erhielt am sechsten Spieltag mit der 2:4-Niederlage bei Grün-Weißen Lichtenbusch erste dunkle Tupfer.

Dann folgte ein noch beachtliches 2:2 im Derby beim FC Roetgen und ein weniger erfreuliches 1:1 gegen Abstiegsaspirant Germania Dürwiß, dennoch konnte man Rang drei noch behaupten. Nach Niederlagen gegen Eintracht Kornelimünster und den TSV Donnerberg folgte bei der SG Stolberg mit einer 0:7-Niederlage, der absolute Saisontiefpunkt.

In den letzten vier Spielen zeigten die Schwarz-Gelben sich dann aber wieder erholt. Gegen den FC Stolberg landete man einen 2:1-Erfolg und sorgte durch einen 3:1-Sieg gegen Tabellenführer SC Kellersberg für eine richtige Überraschung. Gegen Teutonia Weiden kassierten die Konzener die fünfte und letzte Niederlage der Hinrunde, aus der man sich mit einem überraschenden 1:1 beim starken Aufsteiger und Tabellenvierten Fortuna Weisweiler verabschiedete.

„Bei uns ist die Hinrunde entgegengesetzt verlaufen wie wir vorher erwartet hatten. Mit dem Verlauf der ersten acht Spieltage bin ich zufrieden. Leider haben wir uns danach etwas zur Wundertüte der Liga entwickelt und haben in der zweiten Hälfte weniger Punkte geholt als geplant“, ärgerte Georg Bauer sich, dass man vom sechsten bis zum elften Spieltag sieglos blieb und dadurch vom vierten auf den elften Tabellenrang abrutschte.

In den Wochen der Erfolglosigkeit zeigte sich aber auch, dass man auf Abwehrspezialist, Thomas Scheffen, nicht verzichten kann. Er sah im Derby in Roetgen Rot und fiel auch aufgrund einer Verletzung insgesamt fünf Spiele aus.

Am Ende reichte es für die Konzener mit 22 Zählern aber noch zum siebten Platz. Sollte die Rückrunde ähnlich gut verlaufen, dann dürfte der Coach sich frei von allen Abstiegsängsten schon frühzeitig zurücklehnen können, denn mehr als zwei Absteiger aus der A-Liga dürfte es in dieser Saison nicht geben.

Aus personeller Sicht gibt es im zweiten Saisonabschnitt beim TV kaum Veränderungen. Die Rubrik Winterneuzugänge bleibt leer, auf der Liste der Abgänge steht mit Sebastian Corda, den es wieder zu seinem Heimatverein Germania Eicherscheid II zog, nur ein Spieler.

Höhepunkte der Vorbereitung auf den zweiten Saisonabschnitt sind das dreitägige Trainingslager in Bitburg und die Testspiele beim Landesligisten SV Rott (Sonntag, 1. Februar) und gegen den Bezirksligisten TuS Schmidt (Dienstag 10. Februar). Weitere Testspiele sind noch in der Planung.

FC Roetgen will nach oben

Kurz bevor es in die Winterpause ging, trennte der Tabellenzweite der Aachener A-Liga, FC Roetgen, sich nach gut zwei Jahren von Trainer Ralf Said. „Wir wollen eine kontinuierliche Neuausrichtung betreiben, dazu gehört die Entwicklung eines attraktiven Spielsystems durchgängig für Jugend- und Seniorenmannschaften und eine qualitativ ambitionierte und konsequent gesteuerte Nachwuchsförderung, welche die Integration möglichst vieler unserer eigenen Talente in den Seniorenbereich gewährleisten soll“, begründete der sportliche Leiter des FC, Tom Moosmayer, den Schritt, Ralf Said durch den neuen Coach Frank Küntzeler zu ersetzen. „Seine und unsere Vorstellungen stimmen komplett überein.“

Im Juni 2002 schoss Frank Küntzeler den FC 13 mit seinem Treffer zum 1:0-Erfolg im Relegationsspiel gegen den SV Setterich in die Bezirksliga. 13 Jahre später soll der Kreis sich nun mit dem erneuten Aufstieg für den FC und den neuen Coach schließen. Dass der neue Trainer weiß, wie Aufsteigen geht, bewies er schon mit Westwacht Aachen. Den Verein aus dem Westen der Kaiserstadt führte er in die Landesliga und erreichte mit ihm nach der Saison 2013/14 einen beachtlichen vierten Tabellenplatz.

„Ich freue mich, wieder hier zu sein und glaube, dass in Roetgen die Rahmenbedingungen stimmen“, sieht Frank Küntzeler bei seinem Exverein beste Perspektiven und fiebert seiner neuen Aufgabe entgegen. Zum besseren Kennenlernen lädt der neue Chefcoach mit seinen Co-Trainern, Norbert Klinkenberg und Rolf Sauren und Torwarttrainer Gregor Müller, schon am 18. Januar zur Vorbereitung auf den zweiten Saisonabschnitt ein.

Eine Woche später erwarten die Nordeifeler den Mittelrheinligisten Borussia Frei- aldenhoven, zum ersten Testspiel nach der Winterpause. Auf dem Vorbereitungsplan der Schwarz-Roten stehen neben drei wöchentlichen Trainingseinheiten weitere Testspiele gegen die Bezirksligisten FV Haaren (8. Februar) und Inde Hahn (14.Februar), gegen den belgischen Nachbarn Rot-Weiß Eynatten (17. Februar), gegen den Topfavoriten der Kreisliga B2, Rasensport Brand (22. Februar), und den Ligakonkurrenten Rhenania Würselen (1. März).

Den Aufstieg in die Bezirksliga hält Frank Küntzeler noch für realistisch, auch wenn er weiß, dass es mit dem aktuellen Tabellenführer SC Kellersberg und dem Tabellendritten SG Stolberg zwei ernsthafte Konkurrenten im Titelrennen gibt. „Wir haben es zwar nicht mehr selber in der Hand, Meister zu werden, aber der zweite Platz kann ja auch noch zum Aufstieg reichen“, rechnet er damit, dass man zumindest über die „Lucky-Loser-Regelung“ noch den Weg in die Bezirksliga findet.

In der Rückrunde kann der Trainer nicht mehr auf Offensivkraft Thomas Fläschel und Torwart Ron Roger Breuer zurückgreifen, beide verließen den Verein. Der Keeper mit noch unbekanntem Ziel, der Angreifer sucht eine neue berufliche Herausforderung in Australien.

Für die beiden Abgänge werden aber fünf Neuzugänge den Kader auffrischen: Christian Nöhlen, der schon für Borussia Freialdenhoven in der Mittelrheinliga unterwegs war, spielte zuletzt für den FV Haaren. Er soll für mehr Kreativität im Mittelfeld des FC sorgen. Ebenfalls vom FV Haaren wechselt Tobias Thoma zu den Schwarz-Roten. Er kann als Sechser oder in der Innenverteidigung eingesetzt werden.

Angreifer Dennis Kalic wurde in der Jugend des SV Rott ausgebildet, erzielte in den letzten vier Spielzeiten aber seine Tore für den FC Inde Hahn. „Das ist ein richtiger Knipser“, setzt Frank Küntzeler auf den Torriecher des Neuzugangs. Tobias Kohl spielte zuletzt für die A-Junioren des SV Rott und kann im Mittelfeld und auf den Außenbahnen eingesetzt werden.

Mit Björn Güßgens, der bisher das Trikot von Vorjahresaufsteiger Eintracht Verlautenheide trug, verpflichteten die Roetgener einen neuen Torwart. Da der in der Hinrunde verletzte Chrisi Albrecht auch wieder fit ist, kann der Trainer auf zwei gute „Schnapper“ zurückgreifen.

Primäre Aufgabe des Coachs ist es nun, in den Wochen der Vorbereitung auf die Restsaison die richtige Mischung der Neuzugänge mit dem Stammpersonal zu finden. „Wir haben uns bei der Verpflichtung der Neuzugänge schon unsere Gedanken gemacht und diese sorgfältig nach Leistung und Charakter ausgesucht“, ist er davon überzeugt, dass er das Personalpuzzle bei den Schwarz-Roten erfolgreich lösen wird.

Da die Roetgener mit ihrem neuen sportlichen Leiter Tom Moosmayer aktuell gute Perspektiven erkennen lassen, boten sich noch weitere Neuzugänge an, jedoch versucht man beim FC 13 weiterhin die vor einigen Jahren herausgegebene Vereinsphilosophie zu priorisieren: „Wo FC Roetgen drauf steht, da soll auch FC Roetgen drin sein.“

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