Roetgen Gewinner des demographischen Wandels

Von: heg
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Roetgen. Die demographische Entwicklung stellt auch die Kommunen in der Städteregion vor besondere Herausforderungen.

Wie ihnen in Zukunft zu begegnen ist, hat die Stabsstelle Kultur, empirische Forschung und Gleichstellung in einer Studie entwickelt. Die auf Roetgen bezogenen Ergebnisse stellten Leiterin Dr. Nina Mika-Helfmeier und ihre Mitarbeiterinnen Jessica Lerche, Dr. Gabriele Veldkamp und Antje Rüter kürzlich im Bildungs-, Jugend- Sozial- und Sportausschuss der Gemeinde Roetgen vor.

Mit einem prognostizierten Bevölkerungszuwachs von 4,5 Prozent bis 2030 gehört Roetgen zu den fünf Gewinnern unter den zehn Kommunen der Städteregion. In der Altersgruppe der unter Zwanzigjährigen werden alle Kommunen verlieren. Mit minus 20 Prozent liegt Roetgen hier im Mittelfeld (Würselen minus 6 Prozent, Monschau minus 44 Prozent).

In der Gruppe der 20- bis 45-jährigen kann nur Würselen Zuwächse verzeichnen, aber mit einem Minus von sieben Prozent kommt Roetgen auch hier vergleichsweise gut weg (Monschau minus 35 Prozent, Simmerath minus 42 Prozent).

Gewinnen werden alle Kommunen in der Altersgruppe 65 bis 80 Jahre und hier hat Roetgen mit plus 49 Prozent die Nase vorn, so dass insgesamt ein Zuwachs von rund 370 Personen zu erwarten ist.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen ging die Studie in spezifischen Einzelberichten auf die Situation der Kinder und Jugendlichen sowie der Generation 60 plus ein und betrachtete besonders den Aspekt „Familie im Wandel”. Da der Geburtenrückgang eine unumstößliche und nicht umkehrbare Tatsache ist, können Kommunen Bevölkerungszuwächse nur noch aus Wanderungsgewinnen realisieren. Hier hat Roetgen in den vergangenen Jahren von der Stadt Aachen profitiert, war der Studie zu entnehmen, und dies könne sich in den nächsten Jahren noch verstärken, erklärte Dr. Mika-Helfmeier auch mit Blick auf den neuen RWTH-Campus.

Mika-Helfmeier sieht die Kommune schon heute gut gerüstet durch eine gute Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Familien. Dazu gehört vor allem eine vielfältige Vereinslandschaft, die städteregionsweit beste Versorgung mit U3-Kinderbetreuungsplätzen und eine weit unter dem Durchschnitt liegende Kinderarmut. Eine Umgestaltung der Schullandschaft mit einer Sicherung eines bedarfsgerechten und wohnortnahen Angebots sowie eine Stärkung und Förderung des Ehrenamtes und des Nachwuchses in den Vereinen gehören unter anderem zu den Aufgaben, die aufgrund zurückgehender Kinderzahlen zu bewältigen sind. Die stark anwachsende Gruppe der älteren Mitbürger sei nicht nur eine Herausforderung für die sozialen Sicherungssysteme, auch mit veränderten Wohnformen oder altersspezifischen Freizeitangeboten müsse darauf reagiert werden.

Unter dem Landesniveau

Ein interessantes Detail in der Studie war auch die Aussage zur Erwerbstätigkeit von Frauen. Diese liegt in fünf Kommunen der Städteregion deutlich unter dem Landesniveau. Übertroffen wird diese Quote nur in Würselen, neben Herzogenrath erreichen aber auch die drei Eifelkommunen fast den NRW-Durchschnitt. Um auf kommunaler Ebene den demographischen Wandel unter dem Motto „Zukunftsprogramm Roetgen Agenda 2030” zu gestalten, empfiehlt die Studie die Einrichtung von Arbeitsgruppen auf den drei Handlungsfeldern Kinder, Jugendliche und Familie, Seniorenpolitik - Seniorengerechte Kommune sowie Wirtschaftliche und touristische Entwicklung - Kommunale Infrastruktur.

Die vorbereitende Arbeit müsse von der Verwaltung (Kompetenz / Finanzen / Personal) wahrgenommen, die politische Verbindlichkeit durch kontinuierliche Behandlung in einem Fachausschuss gewährleistet werden. Dabei sei die Mitarbeit der Bürgerinnen und Bürger ausdrücklich erwünscht.
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