Roetgen: Forstwirtschaftsplan 2017 verabschiedet

Von: Peter Stollenwerk
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Wegebau im Roetgener Gemeindewald: Stabilität ist wichtig für die Holzabfuhr, und alles was neu ist, wirkt zunächst einmal fremdartig – besonders im Wald. Aber die Natur wird auch hier bald wieder verlorenes Terrain zurückerobern. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Roetgen. Offenbar nachhaltige Überzeugungsarbeit hatte Wolfgang Klubert geleistet, als sich am vergangenen Samstag rund 20 Roetgener Ratsvertreter mit dem Gemeindeförster im Wald trafen. Wo besser als vor Ort hätte man die Beratung über den Forstwirtschaftsplan 2017 im anstehenden Umwelt-, Touristik- und Forstausschuss vorbereiten können? Besonders intensiv war dabei das Thema Wegebau diskutiert worden.

Die Darstellung des Gemeindeförsters sorgte dafür, dass nach vielen heftigen inhaltlichen Auseinandersetzungen im Vorfeld über die für Roetgen angemessene Form der Waldbewirtschaftung jetzt weitgehend die Zufriedenheit mit dem Gemeindewald dominierte und der Forstwirtschaftsplan 2017 bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung zügig verabschiedet wurde. Allein die Grünen waren nicht glücklich mit einigen Maßnahmen.

Beim Holzeinschlag orientiert man sich im Gemeindewald an den Vorjahren. Rund 6500 Festmeter Holz, verteilt auf einer Fläche von 100 Hektar, werden vermarktet. Insgesamt gesehen aber wachsen die Holzvorräte. Gerne hörte der Ausschuss, dass im Zuge einer Bestandsbegründung auf einer Fläche von 42 Hektar Rotbuchen angepflanzt werden, auch wenn diese Maßnahme mit 67 000 Euro nicht ganz preiswert ist. Wie hier, so orientieren sich die im nächsten Jahr geplanten forstbetrieblichen Maßnahmen durchweg am für die Dauer von zehn Jahren aufgestellten Forsteinrichtungswerk.

Beim Wegebau unter dem Plan

Beim Wegebau bleibt die Gemeinde Roetgen 2017 sogar noch unter dem Plan. Von den 38 Kilometer Waldwegen auf dem Gemeindegebiet werden 2,2 Kilometer ertüchtigt. Beim Wegebau, so Wolfgang Klubert, sei der Aufwand immer groß, da 98 Prozent der Waldwege aus ungebundenem Schotter bestünden und nur zwei Prozent asphaltiert sein. Ökologische Maßnahmen auf den Rakkeschwiesen wurden ebenso begrüßt wie auch im Bereich Beschaffungen die Investition in ein Dienst-E-Bike für den Gemeindeförster. Dies sei nicht nur gesünder für den Förster sonder auch naturnäher, sagt Wolfgang Klubert und schätzte, dass er im Jahr zwischen 1000 und 2000 Kilometer mit dem Dienstfahrzeug einsparen könnte.

Sehr positiv bewertete Stephan Speitkamp (CDU) den Forstwirtschaftsplan 2017, der ja auch den Vorgaben des Forsteinrichtungswerkes entspreche. Wichtig sei aber, dass am Ende des eines Forstwirtschaftsjahres auch die Ist-Zahlen den tatsächlichen Zahlen gegenübergestellt würden. Beim Waldwegebau vertraue er auf die „Kompetenz des Försters“, wobei man auch berücksichtigen müsse, dass die Waldwege nicht nur der Forstwirtschaft dienten sondern auch häufig von Radfahrern genutzt würden.

Grünen-Antrag abgelehnt

Auch Helmut Mulorz (SPD) begrüßte die Aussagen im neuen Forstwirtschaftsplan 2017, der ja in ein langfristiges Waldbewirtschaftungskonzept eingebunden sei. Zur Ertüchtigung der Waldwege meinte er, dass die Holzabfuhrwege eben auch Teil der Waldbewirtschaftung seien. Als „müßig“ bezeichnete Wolfgang Schruff die Diskussionen um den Waldwegebau, und Rainer Nießen (UWG) hielt fest, dass sich der Roetgener Gemeindewald als „schöne Mischung“ präsentiere. Er sehe aktuell keinen Änderungsbedarf.

Das sehen die Grünen aber anders. Christa Heners beantragte, den Wegebau nicht als Teil des Forstwirtschaftsplan einzustufen sondern als separate Haushaltsposition zu beraten. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt, da Bürgermeister Jorma Klauss festhielt, dass der Waldwegebau aus seiner Sicht eindeutig dem Forstbetrieb zuzuordnen sei.

Zum Thema Wegebau meinte Gemeindeförster Wolfgang Klubert abschließend, dass für die Holzabfuhr einfach bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden müssten.

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