Roetgen: Fast ein Drittel der Schüler wandert ab

Von: olk
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Mit dem allgemeinen Trend ist auch an der Gemeinschaftsgrundschule Roetgen die Zahl der Schülerinnen und Schüler (hier bei einer Aufführung des Dasda-Theaters) in den vergangenen Jahren etwas gesunken, könnte sich aber nach neuesten Zahlen in den kommenden Schuljahren wieder stabilisieren. Foto: Heiner Schepp

Roetgen. Verwaltung und Schulleitung haben in der Sitzung des Bildungs-, Generationen-, Sozial- und Sportausschusses am Dienstag die Schülerzahlen für die Gemeinschaftsgrundschule Roetgen (GGS) vorgelegt.

Demnach sind im Laufe des aktuellen Schuljahres 281 Kinder an der GGS angemeldet. 70 Kinder werden die Schule in den Sommerferien verlassen, 74 Neueinschulungen plane man im nächsten Schuljahr.

In den kommenden Jahren erwartet Schulleiterin Elisabeth Gerhards-Eckert, entgegen dem allgemeinen Trend, stabile Schülerzahlen. Nachdem die Zahl der Einschulungen in den Jahren 2012 und 2013 auf 65 und 64 Schüler im Vergleich zu jeweils 78 in den Jahren 2010 und 2011 gefallen war, sollen die Zahlen in den nächsten Jahren auf einem Niveau im Bereich von „70 plus X“ verharren, so die Rektorin. Damit werden die Klassen wieder etwas größer, die Dreizügigkeit könne aber weiterhin bestehen bleiben.

Einige Ausschussmitglieder monierten, die vorgelegten Zahlen seien nicht zu verifizieren und unverständlich dargestellt. Eine weitere Zahl schockierte die meisten Anwesenden: 29 Prozent der Kinder aus Roetgen würden sich nicht in der GGS vor Ort anmelden, sondern in Schulen der Nachbargemeinden „abwandern“, berichtete der Ausschussvorsitzende Ronald Borning.

„Dem müssen wir auf den Grund gehen“, forderte dessen Stellvertreter Wolfgang Schruff. „Wir haben mittlerweile fast zehn Millionen Euro in die Sanierung der Schule gesteckt, alleine das Lehrschwimmbecken hat 1,3 Millionen Euro gekostet. Wir haben in Roetgen eine Infrastruktur geschaffen, von der andere Gemeinden nur träumen können und trotzdem geht uns fast ein Drittel des Schülerpotenzials verloren“ echauffierte sich der CDU-Abgeordnete.

Eine Schuldige hat er gleich ausgemacht: Schruff sparte nicht mit Kritik an der Schulleiterin, die keine Notwendigkeit sah, die Abwanderung weiter zu kommentieren. „Zu uns nach Roetgen kommen auch Schüler aus anderen Gemeinden“, sagte sie. Wie hoch deren Zahl ist, konnte sie allerdings nicht beantworten.

Bürgermeister Manfred Eis verteidigte die Rektorin. Roetgen sei eine Gemeinde mit vielen Auspendlern. „Da ist es ganz normal, dass viele Eltern ihre Kinder in der Nähe des Arbeitsplatzes einschulen“, sagte der Bürgermeister. Schruff forderte die Verwaltung und die Schulleitung auf, Nachforschungen anzustellen: „Befragen sie die Eltern, warum sie ihr Kind nicht in Roetgen zur Schule schicken möchten“. Er forderte die Schulleitung zudem auf, für eine bessere Außendarstellung der Schule zu sorgen. Die Homepage, eine wichtige Informationsquelle für junge Eltern, sei „unterirdisch und veraltet“. Auch mehrere Monate nach Fertigstellung seien weder aktuelle Fotos der Aula oder des Lehrschwimmbeckens zu sehen.

Ihre Hauptaufgabe sei die Bildung der Kinder, nicht die Öffentlichkeitsarbeit, entgegnete die Rektorin. Sie habe derzeit keine Kapazitäten, um diese zusätzliche Arbeit zu stemmen. Silvia Bourceau von der UWG unterstützte die Forderungen ihres Ratskollegen und rief zu mehr Engagement auf: „Die Hülle der Schule ist mittlerweile top – nun muss schleunigst auch am Innenleben gearbeitet werden“, sagte sie.

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