Rivalität zwischen Roetgener Cliquen

Von: P. St.
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Auffällige Zunahme: Vandalismus und Schlägereien, wie an der Gemeindesporthalle, sind im Roetgener Ortskern inzwischen zu einem Problem größeren Ausmaßes geworden. Foto: Archiv/A. Gabbert

Roetgen. In Roetgen sind viele Bürger in Sorge: Seit dem Sommer 2015 ist eine stetig zunehmende Tendenz an Vandalismusfällen zu verzeichnen, die zuletzt in tätlichen Auseinsetzungen gipfelte. Die Problematik hat inzwischen weite Kreise gezogen, so dass sich am Dienstagabend auch der Hauptausschuss der Gemeinde ausführlich damit auseinandersetzte.

Vertreter des Jugendamtes und der Polizei erläuterten aus ihrer Sicht die Vorfälle und zeigten Möglichkeiten auf, der Problematik, die gehäuft im Ortszentrum auftritt, Herr zu werden. Den Informationsaustausch in Gang gesetzt hatte die Roetgener UWG-Fraktion, die eine Beratung in der Sitzung beantragt hatte. Die Verwaltung hatte zur Sitzung ein ausführliches Protokoll über die Vandalismus-Vorfälle der jüngsten Vergangenheit vorgelegt.

Bereits in der Vergangenheit sei seitens des FC 13 Roetgen gemeldet worden, dass auf dem Sportplatz, insbesondere im Bereich hinter der Tribüne, Müll und leere Bierflaschen aufgefunden worden seien. Diese Vorfälle hätten sich im Laufe des Sommers auf den Bereich Neumarker Weg, Schulhof, Vennbahnradweg (Waggon nähe Stockläger), Wanderstation und andere Stellen ausgeweitet, hieß es in dem Bericht.

Zahlreiche Platzverweise

Hier seien Verunreinigungen, Sachbeschädigungen durch mutwillige Zerstörung und Graffitis bis hin zu Einbrüchen, Diebstählen und Schlägereien mit Körperverletzung festgestellt worden.

Die Ermittlungen von Polizei und Jugendamt hätten ergeben, dass seit dieser Zeit einige Cliquen in Roetgen unterwegs seien. Hier bestehe „eine gewisse Rivalität, welche zu Auseinandersetzungen untereinander führte“, heißt es weiter.

Im September 2015 sei durch das Ordnungsamt der Gemeinde Roetgen ein Sicherheitsdienst mit regelmäßigen Kontrollen an den bekannten Brennpunkten beauftragt worden. Eine erste Kontrollfahrt durch Roetgen sei für den Abend des 31. Oktober 2015 (Halloween) angesetzt worden. In der Zeit von 20 bis 24 Uhr seien vom Vennbahnradweg fünf Jugendliche, vom Schulhof ebenfalls fünf Jugendliche, vom Rathausplatz vier Jugendliche, vom Sportplatz sieben Jugendliche und vom Stockläger/Ecke Rommelweg 15 Personen verwiesen werden. Die Platzverweise seien nur dann erfolgt, wenn Auffälligkeiten (Vandalismus, Lärm o. ä.) festgestellt worden seien.

Nach dieser Kontrolle, so schreibt die Verwaltung weiter in ihrem Bericht, seien im Jahr 2015 keine weiteren Kontrollen erfolgt, da aufgrund der Erfahrungen des Sicherheitsdienstes in gemeinsamer Absprache beschlossen worden sei, dass aufgrund der Witterung sowie der Tatsache, dass (außer Weihnachten) keine Ferienzeit war, kaum mit weiteren Vorfällen zu rechnen sei. Auch wurde davon ausgegangen, dass der Einsatz des Sicherheitsdienstes mit den Verweisen „eine abschreckende Wirkung auf die Jugendlichen gehabt hätte“.

In der Tat wurden bis Weihnachten keine weiteren Vorfälle gemeldet. In der Nacht des 1. Weihnachtsfeiertages kam es dann zu Beschädigungen an der Wanderstation am Pferdeweiher. In der Silvesternacht sei in die „WanderBar“ eingebrochen worden. „Nach diesen Vorfällen entwickelten sich die jüngsten Ereignisse, bei denen es zu Schlägereien und Körperverletzungen kam“, setzt die Verwaltung die Chronologie fort.

In der Silvesternacht sei es dann zu einem Diebstahl im katholischen Pfarrheim gekommen, wo eine Silvesterfeier stattfand.

Da die angespannte Situation sich weiter auszubreiten drohte, wurde in Anbetracht der bevorstehenden Karnevalsveranstaltungen ein gemeinsamer Gesprächstermin mit der Karnevalsgesellschaft anberaumt. Hier wurde beschlossen, dass an Weiberfastnacht und Rosenmontag der von der KG beauftragte Sicherheitsdienst durch den von der Gemeinde beauftragen Sicherheitsdienst im weiteren Umfeld des Festzeltes unterstützt werden sollte. Da sich für die Karnevalsveranstaltungen eine Jugendgruppe zwecks Schlägereien angekündigt hatte, erfolgte im Vorfeld eine ausführliche Planung durch Ordnungsamt, Jugendamt und Polizei, um die geplanten Maßnahmen aufeinander abzustimmen.

Unter anderem wurde seitens der Polizei mitgeteilt, dass der Einsatz von circa 20 Beamten an Weiberfastnacht in Roetgen fest eingeplant sei. An Weiberfastnacht gab es zwei Schlägereien, außerdem einen kurzzeitigen Einlassstopp am Zelt. Um eine Panik zu vermeiden, wurde kurzerhand in Absprache zwischen Sicherheitsdienst und Polizei beschlossen, keine Personen ins Zelt zu lassen, um dann später langsam wieder Publikum einlassen zu können.

Um solche Vorfälle künftig zu vermeiden, wurde bereits ein Termin zwecks Nachbesprechung mit den Verantwortlichen der KG Roetgen sowie den beteiligten Behörden vereinbart.

Die Verwaltung erzielt rückblickend auf die vergangenen Karnevalstage mit der Karnevalsgesellschaft wie auch der Polizei Einigkeit darüber, „dass in diesem Jahr sehr viele jugendliche Besucher im Festzelt angetroffen wurden. Hierunter waren laut Auskunft der Polizei viele Jugendliche aus Aachen und Umgebung, welche offensichtlich nur nach Roetgen gekommen waren, um sich den angedrohten Schlägereien anzuschließen.“

Die Einsatzplanung der Gemeinde für den von ihr beauftragten Sicherheitsdienst sehe vor, in den kommenden Monaten unregelmäßig und insbesondere zu besonderen Anlässen Kontrollen in Roetgen durchzuführen, um Vandalismus und Straftaten weiter einzudämmen.

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