Kermeter - Ringelnatter an Wegweiser gespießt

Ringelnatter an Wegweiser gespießt

Von: bk/jpm
Letzte Aktualisierung:
Nicht hinzunehmen: Spaziergän
Nicht hinzunehmen: Spaziergänger entedeckten die tote Ringelnatter am Wegweiser. Foto: Lenz

Kermeter. „So etwas habe ich noch nicht gesehen”, sagt der 66-jährige Bildhauer und Maler Gerhard Lenz aus Kommern erbost. Im Nationalpark Eifel hat ein Unbekannter eine Ringelnatter mit einem langen Messer an einen Wegweiser gespießt.

Das Messer hat einen hölzernen Griff und eine dünne, spitze Klinge. Lenz berichtet, dass er bereits am Dienstag mit seiner Frau Traudel und Hund „Pinot Noir” vom Schwarzen Kreuz im Kermeter in Richtung Obersee des Rursees gewandert sei.

Als die Eheleute den Wegweiser mit der Aufschrift „Rurberg 2,0 km” passierten, machten sie den hässlichen Fund: Von dem Messer durchbohrt, baumelte der Kadaver des Tieres an dem Wegweiser. Dass der Kadaver bereits mit Fliegen übersäht war, machte den Anblick nicht erfreulicher. Lenz ist empört - im Nationalpark seien Flora und Fauna doch streng geschützt.

Ähnlich fällt die Reaktion von Henning Walter aus. „Egal, um was für ein Lebewesen es sich handelt, so etwas ist nicht hinzunehmen”, sagt der Leiter der Nationalpark-Forstverwaltung.

Er erfuhr am Dienstagmittag von dem Vorfall. Denn die Düttlinger Wildniswerkstatt führte am Dienstag einen „Familientag” durch. Die Mitarbeiter waren mit Kindern und deren Eltern im Nationalpark unterwegs und passierten genauso wie Lenz das Hinweisschild zum Rursee. Auch sie entdeckten die tote Ringelnatter.

Alle seien von dem Anblick entsetzt gewesen, so Walter. Gleichwohl nahmen seine Kollegen Messer und Schlange mit. Ringelnattern, so Walter weiter, zählten zu den Tieren, die als besonders geschützt gelten. Diese Tiere dürften weder gestört noch gefangen werden - und vor allen Dingen nicht getötet.

„Es handelt sich um einen Straftatbestand, der nicht hinzunehmen ist”, sagt Walter: „Das Tier steht auf der Vorwarnstufe der gefährdeten Arten.” Walter hat daher umgehend Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet und die sterblichen Überreste des Tieres einem „versierten Veterinärmediziner” übergeben.

Dieser soll vor allen Dingen klären, ob die Natter durch die Klinge gestorben ist, oder ob sie bereits verendet war, bevor der Unbekannte sie an den Wegweiser heftete. Doch selbst wenn letzteres der Fall sein sollte: „Schon ein Tier dort so exponiert zu deponieren, reicht für mich aus, Nachforschungen anzustellen”, stellt Walter klar.

Die Ringelnatter ernährt sich überwiegend von Amphibien und ist für den Menschen ungiftig und ungefährlich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert