Rettungsdienst aus Höfen feiert das Fest der Liebe etwas anders

Von: Carmen Krämer
Letzte Aktualisierung:
schmitzbild
Egal ob Schnee oder Weihnachten: Das Team des Rettungsdienstes Schmitz aus Höfen, hier die Rettungsassistententen Jenny Schmitz (li.) und Maik Schmitz sowie Rettungssanitäterin Eva Mertens, stehen für den Einsatz bereit. Foto: P. Stollenwerk

Höfen. „Einen Tannenbaum gibt es bei uns schon lange nicht mehr. Und das Essen, das es bei uns an Heiligabend gibt, ist eigentlich immer zum Aufwärmen geeignet.” Wer denkt, dass diese Aussage von einem unchristlichen Menschen stammt, der irrt sich gewaltig.

Denn Gottfried Schmitz und seine Familie verzichten an Weihnachten auf Christbaum und üppiges Festmahl, um dem christlichsten aller Gedanken nachzugehen - nämlich für andere und füreinander da zu sein.

„Wir fahren jeden, der Hilfe braucht und daran ändern auch Feiertage wie Weihnachten überhaupt nichts”, betont Gottfried Schmitz vom Rettungsdienst Schmitz aus Höfen. „Laut Dienstplan muss über die Feiertage jeder mal ran. Entweder haben wir dann Glück und es passiert nichts oder wir haben Pech und müssen rund um die Uhr fahren.”

Dabei sind neben der gesamten Familie von Gottfried Schmitz auch die fünf Mitarbeiter gefragt. „Unsere Mitarbeiter sitzen Weihnachten bei uns am Tisch. Und weil es immer sein kann, dass ein Team von uns raus muss, gibt es dann Essen, das man gut aufwärmen kann.” Dabei könne man kaum absehen, ob sie oft oder möglicherweise gar nicht raus müssen. Kranke Leute gebe es schließlich immer und „typische Weihnachtsunfälle” gibt es laut Gottfried Schmitz nicht.

Auch von typischen oder besonders häufigen Einsätzen zur Winterzeit könne man seiner Meinung nach nicht sprechen, denn es gebe in dieser Zeit ebenso Verkehrsunfälle und Herzinfarkte sowie Menschen, die Treppen hinunterstürzten, wie auch zu anderen Jahreszeiten. Für Familie Schmitz und ihre Mitarbeiter würde dies auch keinen Unterschied machen, denn sie müssen immer alle Verletzungen - ob Beinbruch oder Herzinfarkt - richtig einschätzen können, um so den Patienten eine optimale Versorgung zu bieten.

Schnee und Eis behindern dabei nur bedingt die Einsätze, „wenn zum Beispiel jemand mit seinen Langlaufskiern im Wald stürzt oder wir auf nicht geräumten Straßen fahren müssen.” In solchen oder ähnlich schwierigen Situationen müsse dann frühzeitig überlegt werden, Hilfe von der Feuerwehr anzufordern, denn schließlich ist keine Zeit zu verlieren und die Patienten müssen bei den eisigen Temperaturen schnellstmöglich ins Warme befördert werden. Die hervorragende Ortskenntnis des Rettungsdienstes Schmitz in der Region ist bei zahlreichen Einsätzen ebenfalls sehr hilfreich und verhindert zeitlich aufwändige Nachfragen.

Im schlimmsten Fall können bis zu 20 Einsätze am Tag auf Gottfried Schmitz und seine Mitarbeiter warten; ein kurzer Einsatz dauert anderthalb Stunden, es können aber auch fünf Stunden werden. Seinen beiden Kindern und seiner Frau, die ebenso Rettungsassistenten sind, macht diese etwas andere Art, Weihnachten zu feiern, nichts aus. „Für uns ist Weihnachten sowieso zu sehr konsumorientiert. Wir brauchen keine übermäßigen Geschenkorgien und freuen uns wesentlich mehr über eine besinnliche und ruhige Zeit zusammen”, erklärt der Familienvater. Daran haben sich die mittlerweile erwachsenen Kinder über all die Jahre gewöhnt und dominieren nun den seit über 33 Jahren existierenden Betrieb.

Gottfried Schmitz selbst ist durch Zufall an diese von ihm selbst als „Beruf aus Berufung” bezeichnete Tätigkeit geraten. Sein Pflegevater, ein christlicher Pastor, hat ihm die Hilfsbereitschaft anerzogen und so ist er in den Beruf hineingewachsen.

Wichtig sei, dass man sich mit dem Beruf identifizieren könne, und sich immer bewusst sei, dass man es mit Menschen und nicht mit Maschinen zu tun habe. „Man hat schon mal aggressive oder auch einsame Patienten dazwischen und auch für diese Menschen sind wir da. Den Job macht man einfach mit Leib und Seele,” erklärt Gottfried Schmitz, der auch Praktikanten annimmt, um zu zeigen, was eigentlich hinter der Arbeit eines Rettungsassistenten steckt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert